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Globale Kapitalmärkte Das-Einmal-um-die-Welt-Depot für Anleger

Europa kommt nicht auf die Beine, die US-Konjunktur knickt schon wieder ein. Wie sich die wichtigsten Regionen der Welt wirtschaftlich entwickeln und was Anleger ins globale Depot packen könnten.

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Quelle: Getty Images, Montage

Eine Weltreise – wer träumt davon nicht. Im Reisebüro ein Rund-um-die-Welt-Flugticket buchen, die schönsten Orte der Welt aussuchen und voller Vorfreude ins Flugzeug steigen. Frankfurt – Peking – Fiji – Sydney – Kapstadt – San Francisco. Die Auswahl ist grenzenlos. Soviel Weltenbummlerei ist toll, aber leider nicht immer realistisch, weder zeitlich noch finanziell. Gut, wer sich trotzdem globale Gedanken macht, auch in der Geldanlage.

Globale Investments rund um die Welt machen vor allem hinsichtlich der Risikostreuung Sinn. Läuft die Wirtschaft vor der eigenen Haustür schlecht, muss das längst nicht überall auf der Welt der Fall sein. Nur sehr selten verläuft die Konjunktur in den unterschiedlichen Weltregionen parallel.

Welche Länder Rendite-Chancen bieten
Das Analysehaus Keppler Asset Management hat seine Kandidaten für seine Strategie „Top Value“ veröffentlicht. Zu dieser Liste gehören nur Industrieländer – die „Emerging Markets“ wurden bewusst ausgeblendet. Keppler setzt nach dem Prinzip des Value-Investing auf unterbewertete Märkte. Ausgehend von Einzelaktien, die den Markt des jeweiligen Landes wiederspiegeln, baut Fonds-Manager Keppler Länderwerte zusammen. Um sie anschließend zu bewerten, sieht der Analyst unter anderem auf das durchschnittliche Preis-Buchwert-Verhältnis, Preis-Cash-Flow-Verhältnis, Preis-Gewinn-Verhältnis und auf die durchschnittliche Dividenden- und Eigenkapitalrendite. Keppler sieht für Australien in den nächsten Jahren ein überdurchschnittliches Renditepotenzial. Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 26,9 ProzentGeschätzte Rendite (3-5 Jahre): 48,9 ProzentQuelle: Keppler Asset Management Inc., Developed Markets Country Selection Quelle: REUTERS
Ebenfalls zu den unterbewerteten Märkten gehört laut Keppler der österreichische Aktienmarkt. Hier verspricht sich der Fondsmanager überdurchschnittliche Zuwächse. Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 44,4 ProzentGeschätzte Rendite: (3-5 Jahre): 57,9 Prozent Quelle: dpa
Die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU ist laut Keppler einen Kauf wert. Der Aktienmarkt Frankreichs werde überdurchschnittlich (verglichen mit dem MSCI World) zulegen. Geschätzte Index-Entwicklung: 22,9 ProzentGeschätzte Rendite: 36,4 Prozent Quelle: dpa
Deutschland gehört schon seit mehreren Jahren zur „Top Value“ Strategie von Keppler. Bereits im Jahr 2013 sah Keppler den deutschen Markt als unterbewertet an. Im Frühling 2015 hat sich die Einschätzung immer noch nicht geändert – obwohl der deutsche Leitindex Dax in diesem Jahr bereits mehr als 20 Prozent zugelegt hat. Doch die Experten sehen noch Luft nach oben. Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,9 ProzentGeschätzte Rendite (3-5 Jahre): 34,3 Prozent Quelle: dpa
Hong Kong zählt ebenfalls zu den Märkten, die einen Kauf wert sind. Hier sieht das Fondshaus Keppler jährliche Zuwachsraten von mehr als elf Prozent. Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 39,2 ProzentGeschätzte Rendite: 53,9 Prozent Quelle: dpa
Italiens Aktienmarkt hat sich von dem Absturz im Jahr 2007, dem Jahr der Finanzkrise, nicht wirklich erholt – anders als der deutsche. Auch deshalb sieht Keppler den italienischen Markt als unterbewertet. Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,9 ProzentGeschätzte Rendite (3-5 Jahre): 35,7 Prozent Quelle: AP
Japans Notenbank flutet den Markt mit Geld. Noch hat das Geldpolitik-Experiment keine Früchte gebracht, die Wirtschaft stottert weiterhin. Doch der schwache Yen hilft den Exportunternehmen und Experten hoffen, dass das Programm der Notenbank bald fruchtet. Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,8 ProzentGeschätzte Rendite (3-5 Jahre): 30,8 Prozent Quelle: AP

Ein Beispiel dafür ist die Krise zwischen Russland und der Ukraine. Der Konflikt in der Ostukraine galt lange als Belastung für die Konjunktur, vor allem in Europa. Auch deutsche Unternehmen litten unter den Sanktionen, Adidas beispielsweise musste seine Gewinnprognose einkassieren – auch die Umsätze mit dem Vier-Sterne-Weltmeister-Trikot konnten die Verluste in Russland nicht ausgleichen. Andere Regionen waren von den Kämpfen nicht so stark betroffen.

Vor allem exogene Faktoren wie das Wetter oder Umweltkatastrophen haben in der Regel nur regionalen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung. Zuletzt fiel das Wachstum in den USA schwächer aus als erwartet, als Grund gilt auch der ungewöhnlich kalte Winter.

Für Privatanleger sind Fonds die einfachste Möglichkeit, das investierte Geld global zu streuen. Wer es gerne bequem hat und sich hohe Gebühren für das Fondsmanagement ersparen möchte, der investiert passiv, in einen börsengehandelten Indexfonds (ETF). Den breitesten Fokus hat natürlich ein ETF, der den MSCI World nachbaut, beispielsweise von iShares (ISIN IE00B0M62Q58) oder db x-trackers (ISIN LU0274208692).

In dem Aktienindex werden große und mittelgroße Unternehmen aus insgesamt 23 Ländern gelistet. Insgesamt besteht der Index aus über 1600 Unternehmen. Die Rangliste der Firmen mit den höchsten Einzelanteilen wird von US-Unternehmen angeführt, ganz vorne liegen die Tech-Konzerne  Apple und Microsoft.

Auch zahlreiche aktiv gemanagte Fonds investieren weltweit. Im Gegensatz zu den passiven Fonds erfolgt die Auswahl der Investments naturgemäß deutlich punktueller. Dafür zahlen die Anleger eben die entsprechende Managementgebühr, haben also Fixkosten, die keinen Einfluss auf die Rendite haben.

Grundsätzlich ist die Obhut eines Fondsmanagers gerade für global gestreute Investments für die Mehrheit der Anleger ratsam. Privatanleger können leicht den Überblick verlieren, zumal ständig neue Investments und Märkte hinzukommen, die es einzuschätzen gilt. Beispielsweise die Börsen in China und Saudi-Arabien, die sich zunehmend auch für ausländische Investoren öffnen. Das erhöht nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken.

Wer sich als Privatanleger sein weltweites Depot selber zusammenstellen möchte, der sollte sich genau überlegen, wie hoch der Anteil seines Vermögens sein soll, der dort investiert wird. Was die Gewichtung innerhalb eines solchen Depots angeht, hilft auch ein Blick auf globale Fonds oder den MSCI World.

Bleibt Europa Mittelmaß?

Eins fällt auf beim Blick rund um die Welt: „Die eine Boomregion gibt es nicht mehr“, sagt Bernhard Esser, Schwellenländer-Analyst bei HSBC in Deutschland. Der Welthandel komme nicht richtig in Schwung, weil die Bestellvolumina aus Europa und Asien unter den historischen Vergleichswerten liegen, aber jeweils für ein Drittel des Welthandelsvolumens verantwortlich seien.

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Ähnlich sieht das Alexander Krüger, Chefvolkswirt vom Bankhaus Lampe: „Die höheren Wachstumsraten für die USA und China sind vorerst passé“, sagt Krüger. Es mache sich eben immer noch bemerkbar, dass die Finanzkrise weltweit viele Jobs vernichtet hat. Beide Analysten rechnen in diesem Jahr mit einem Weltwirtschaftswachstum von unter vier Prozent. „Das ist eher niedrig“, sagt Krüger.

Ein Blick auf die einzelnen Weltregionen zeigt, wo sich Anlagechancen bieten, und wo Chancen und Risiken liegen.

Europa

Die alte Tante Europa hängt am Tropf ihrer Zentralbank. Darüber sollten sich Anleger im Klaren sein. Analysten sprechen von einer „künstlichen Normalität“, die die Notenbank mit ihren Geldspritzen geschaffen hat. Hätte es das geldpolitische Experiment der Europäischen Zentralbank nicht gegeben, wäre die Euro-Zone vermutlich eine Welt aus Schuldenschnitt und Aufspaltung. Ausgeschlossen ist das auch für die Zukunft nicht, Anleger müssen das Restrisiko einkalkulieren.

Das Problem: selbst Zugpferde wie Deutschland können nicht mit einer langfristigen Wachstumsperspektive überzeugen. Zum einen spitzen sich die demografischen Probleme weiter zu – laut einer aktuellen Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und des Wirtschaftsprüfers BDO werden in keinem Land so wenige Kinder geboren wie in Deutschland. In den vergangenen fünf Jahren waren es lediglich 8,2 Kinder je 1000 Einwohner. In anderen EU-Ländern wie Frankreich oder Großbritannien sind es mit im Schnitt 12,7 Kindern deutlich mehr.

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Das können auch Einwanderer nicht ausgleichen, es drohen hohe Lohnnebenkosten und Fachkräftemangel. „Ohne starke Arbeitsmärkte als zentralen Standortfaktor kann Deutschland seinen wirtschaftlichen Vorsprung auf Dauer nicht aufrechterhalten“, sagt BDO-Vorstand Arno Probst. „Deutschland darf sich nicht ausruhen“, meint auch Volkswirt Alexander Krüger. Mehr Reformen und Investitionen seitens der Regierung seien nötig, wenn das Wachstumstempo anhalten soll.

Die langfristigen Aussichten sind also auch hierzulande nur Mittelmaß. Kurzfristig sorgt allerdings die expansive Geldpolitik der EZB dafür, dass Anleger für ihr Rund um die Welt-Depot zumindest in Europa kaum um Aktien herumkommen – allein aufgrund des Mangels an rentierenden Alternativen.

Wer es gern bequem hat, investiert in einen ETF, beispielsweise auf den Dax. Wer vor drei Jahren dort investiert hat, kann sich über ein Plus von rund 80 Prozent freuen. Sicherlich, der Wert wurde durch die Geldpolitik künstlich nach oben gedrückt. Wer aber Schwankungen aussitzen kann und die Aktionen der EZB gut beobachtet, kann mit dem Papier wenig falsch machen.

Das sind die Verkaufsschlager von Airbus
Platz 15 - A330-200F - 24 bestellte FlugzeugeDas am wenigsten verkaufte Flugzeug von Airbus ist die Frachtversion der A330-200. Am 5. November 2009 erfolgte der Erstflug vom Flughafen Toulouse-Blagnac aus. Der neue Frachter hat eine etwas höhere Nutzlast als das bisherige A300-Frachtmodell sowie eine größere Reichweite. Bei den Passagierversionen der A330 ist der Kabinenboden beim Aufenthalt am Boden leicht abschüssig, da das Bugfahrwerk etwas kürzer als das Hauptfahrwerk ist. In der Frachtversion ist das Fahrwerk leicht versetzt, damit der Boden eben ist. Anders als in der Passagierversion wurde die Technologie der A380 verbaut. Im Juli 2010 wurde der erste Airbus A330-200F im Rahmen der Farnborough International Airshow an Etihad Crystal Cargo ausgeliefert. Stand: August 2013
Platz 11 - A350-1000 - 145 bestellte FlugzeugeMit der größten Version des A350 wollte Airbus eigentlich der Boeing 777-300ER Konkurrenz machen, doch ist mittlerweile eines der Sorgenkinder des Airbus-Konzerns. Nachdem Airbus radikale Veränderungen vorgenommen hatte, kam es zu Problemen in der Entwicklung. Im Januar zog Etihad Airways die Bestellung von sechs Airbus A350-1000 zurück. Airbus überarbeitet derzeit die Konstruktion des Modells: Neben einem breiteren Rumpfquerschnitt, aus Verbundwerkstoffen gefertigten Flügel, sollen auch stärkere Triebwerke von Rolls-Royce verbaut werden und dadurch 20 Prozent weniger verbrauchen.
Platz 14 - A318-100 - 79 bestellte FlugzeugeDie A318-100 fasst in der normalen Ausstattung rund 107 Passagiere und ist die kleinste Version des A320. Kurz nach dem Erstflug am 15. Januar 2002 sorgten Probleme mit den Triebwerken für Negativschlagzeilen, einige Bestellungen wurden storniert. Daraufhin wurde die Technik überarbeitet. Ein Airbus A318 kostet etwa 44,9 Millionen US-Dollar, die Entwicklungskosten beliefen sich auf rund 300 Millionen US-Dollar. Da leichtere Konkurrenz insbesondere von Embraer deutlich wirtschaftlicher ist, fallen die Verkaufszahlen des kleinen Airbus-Jets relativ gering aus. Der sogenannte „Baby-Bus“ wird von Air France, British Airways und LAN Airlines eingesetzt.
Platz 13 - A350-800 - 89 bestellte FlugzeugeDie A350 ist eigentlich nur eine Weiterentwicklung A330. Auf der Luftfahrtmesse in Farnborough im Jahr 2006 kü ndigten der damalige Airbus-Chef Christian Streiff und Airbus-Verkaufsmanager John Leahy an, den bisherigen A350-Entwurf zu verwerfen und statt dessen ein vollständig neues Flugzeug mit der Bezeichnung A350 XWB zu entwickeln. In ihrer kleinsten Variante wird die A350 allerdings nur wenig nachgefragt. Zu den größten Nachfragern gehören Qatar Airways und US Airways.
Platz 12 - A340-500 - 131 bestellte FlugzeugeDie Ultralangstreckenversion des A340 wird unter anderem auf dem längsten Linienflug der Welt eingesetzt. Singapore Airlines fliegt die 16.668 Kilometer zwischen Singapur und New York in in 18 Stunden und 18 Minuten. Damit das Flugzeug genug Treibstoff für diese Reichweite hat, ist im Rumpf ein zusätzlicher Tank eingebaut. Bester Abnehmer der Modells ist Emirates. Der Listenpreis beträgt rund 250 Millionen Dollar.
Platz 10 - A340-200 - 246 bestellte FlugzeugeDie A340-200 rund fünf Meter kürzer als die Grundversion und wird vor allem auf Langstrecken eingesetzt. Entwickelt wurde das Modell ab 1987, im Jahr 1993 nahm die erste Maschine bei der Lufthansa ihren Dienst auf. Bis heute gehört die deutsche Airline zu den wichtigsten Nachfragern des A340-200. Durch sein leichtes Gewicht hat der Flieger eine Reichweite von durchschnittlich 14.000 Kilometern. 1994 stellte eine Maschine sogar einen Reichweitenrekord für vierstrahlige Passagiermaschinen auf und flog bei einem Testflug von Paris nach Auckland 19.000 Kilometer weit. Doch wegen der hohen Betriebskosten ist die Nachfrage gering.
Platz 8 - A380 - 262 bestellte FlugzeugeDas größte Modell der zivilen Luftfahrt machte zuletzt immer wieder mit Haarrissen in den Tragflächen negative Schlagzeilen. Auch in der Entwicklungsphase musste Airbus immer wieder Rückschläge hinnehmen. Mittlerweile verkauft sich der Riesenflieger besser. Allein die arabische Airline Emirates hat 90 Maschinen geordert. Der Listenpreis liegt derzeit bei 390 Millionen Dollar pro Maschine, allerdings können die meisten Fluggesellschaften mit deutlichen Rabatten rechnen.

Wer es etwas riskanter mag, setzt auf Einzelwerte europäischer Vorzeigeunternehmen. Zumindest an der Börse gehörte dazu zuletzt Flugzeugbauer Airbus. Der Kurs legte in den vergangenen sechs Monaten um gut 30 Prozent zu. Selbst die Probleme mit dem Militärflieger A400M konnten den Konzern nicht bremsen. Daraus folgende Kursrücksetzer sind laut JP Morgan-Analyst David Perry eher eine Gelegenheit zum Kauf, dank der „guten Entwicklung bei den kommerziellen Flugzeugen und der weiterhin vorteilhaften Wechselkursverhältnisse“, so Perry.

Auch für sein Flaggschiff, den Riesenairbus A380, hofft der Konzern auf mehr Käufer. „Ich erwarte dieses Jahr einige Bestellungen“, sagte Verkaufschef John Leahy am Donnerstag in Toulouse. Die Aussichten für Anleger sind also gut, allerdings zahlen sie mit dem knapp zwanzigfachen des geschätzten Gewinns schon einen recht hohen Preis.      

USA vor der Zinswende

Der Dollar ist weiter stark, aber die US-Wirtschaft lief zuletzt nicht rund. Häufig wird das mit dem harten Winter begründet. Nicht wenige Analysten gehen aber davon aus, dass diese Schwächeperiode nicht nur temporär sein wird. Insbesondere in der Industrie sind die Aufträge mau, das lastet auf den Investitionen und Gewinnen der Unternehmen. Zudem belastet der starke Dollar die Wettbewerbsfähigkeit.

Großaktionär hält Apple-Aktie für unterbewertet

Entscheidend für die Entwicklung wird sein, wann die Fed ihre Zinsen erhöht. Die meisten Beobachter rechnen damit ab September dieses Jahres. Eine Zinserhöhung im Juni gilt dagegen als unwahrscheinlich, noch habe sich der Arbeitsmarkt nicht vollständig erholt, so Fed-Chefin Janet Yellen.

Wer sich nach dem MSCI World richten will, der müsste sich vor allem auf Tech-Aktien wie Papiere von Apple und Microsoft stürzen. Und geht es nach Investor Carl Icahn liegt man damit zumindest im Fall von Apple gar nicht so falsch. Er hält das Papier für „dramatisch unterbewertet“ und fabuliert über einen Preis von 240 Dollar für die Aktie. Aktuell notiert sie mehr als 100 Dollar günstiger.

Was macht Icahn so optimistisch? Der Investor geht davon aus, dass Apple schon 2015 den Fernsehmarkt erobern könnte, bis 2020 komme dann die Dominanz auf dem Automarkt hinzu. Der Investor träumt also vom Apple Car. Auch wenn das noch Fantasien sind, ganz aus der Luft gegriffen scheinen sie nicht. Auf die Frage nach möglichen Produktbereichen sagte ein ranghoher Apple-Manager: „Das Auto ist das ultimative Mobil-Gerät, nicht wahr?“. Näher festlegen wollte er sich aber nicht, man schaue sich eine Menge Märkte an.

Doch selbst für Anleger, die diese Apple Car-Fantasie nicht teilen, ist die Apple-Aktie eine Option für das Rund um die Welt-Depot. Denn in seinem Brief an Apple-Chef Tim Cook hat Icahn erneut versucht, dem Konzernchef Aktienrückkäufe schmackhaft zu machen. Erfolg hatte er damit schon mehrfach, und die Rückkäufe gelten als einer der Gründe für Apples Börsenerfolg. Zudem würden die Chancen für Apple in China weiterhin unterschätzt, erklärt UBS-Analyst Steven Milunovich. Wer die Euphorie von Icahn teilt, wartet auf einen günstigen Moment zum Einstieg und packt Apple ins Welt-Depot.

Asien

In Asien ist es für Investoren gerade spannend.  Grund ist vor allem die zunehmende Öffnung der Börsen in China. Das Land will ausländischen Investoren schrittweise Zugang zu seinen Kapitalmärkten verschaffen. Zunächst birgt das Gefahren, denn Chinas Börse wird derzeit von Privatanlegern dominiert, die kaum Ahnung von Investments haben. Taxifahrer und andere Aktien-Laien zocken, und das quasi im Auftrag der Regierung. A-Aktien an der Börse in Shenzen sind innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 150 Prozent gestiegen.

Erst Korrektur abwarten

Könnten Privatanleger an der Hausse teilhaben? Schon, über ETFs, die in chinesische A-Aktien investieren, geht das mittlerweile recht bequem. Das ist allerdings auch die einzige Möglichkeit, die sie in Betracht ziehen sollten, alles andere wäre Zockerei. Auch mit dem Einstieg darf gewartet werden, Schwellenländer-Experte Mark Mobius warnte bereits im April vor einer Korrektur um rund 20 Prozent.

Langfristig erwarten Analysten allerdings, dass sich die Öffnung der Kapitalmärkte in China positiv auswirkt und sich die Situation an den Börsen stabilisiert. Vieles kommt nun darauf an, wie die geplanten Reformen der Regierung greifen. Dennoch gilt: „Gegenüber Japan bietet China mehr Chancen“, sagt Esser. In Japan drückten sinkende Reallöhne die Binnennachfrage, zudem belasten die demografischen Probleme weiter die Wachstumsaussichten.

Südamerika

Auch Brasilien gehörte zu Jim O’Neills exklusiven BRICs-Club. Außer der Mitgliedschaft ist allerdings vom Optimismus wenig erhalten geblieben. Das gilt nicht nur für Brasilien, auch für andere Emerging Markets. „Die zuletzt schwache Entwicklung in den Schwellenländern merkt man auch am Anlageverhalten der Investoren“, sagt Esser. Eine einheitliche Betrachtung der Märkte sei im Grunde nicht mehr möglich, Anleger müssten jedes Land einzeln betrachten.

Ein Problem, was auch Brasilien trifft, ist die hohe Verschuldung in den Märkten. Und die wird vor allem in Dollar gehalten. Als die US-Währung günstig war, haben Unternehmen und Staaten massenhaft Kredite aufgenommen, nun werten ihre eigenen Währungen ab, es wird immer schwieriger, das Geld zurückzuzahlen. Die baldige Zinswende in den USA könnte das Problem noch verschlimmern, da Investoren mehr Geld aus Schwellenländern wie Brasilien abziehen und stattdessen in den USA anlegen.

Doch die Probleme, gerade in Brasilien, sind auch hausgemacht. „Der Boom der vergangenen Jahre hat vieles überdeckt“, sagt Esser. Zwar seien die Einkommen gestiegen und hätten den Binnenkonsum gestärkt. Gleichzeitig sei aber die Produktivität nicht gewachsen, so dass das Land nun in einer Rezension stecke, weil die Unternehmen kaum zu Investitionen bereit sind.

Grundsätzlich sollte der lateinamerikanische Teil des Welt-Depots also eher klein ausfallen. Auch andere Länder wie Argentinien oder Mexiko können derzeit nicht überzeugen. Selbst das einstige Musterland Chile enttäuscht, die Wirtschaft wird wohl in diesem Jahr nur um drei Prozent wachsen. Länder wie Kolumbien oder Uruguay gelten zwar bei Analysten als interessant, sollten aber wenn überhaupt nur über Fonds ins Depot ziehen. Zu groß ist die Gefahr, das Geld nicht wiederzusehen. Am brasilianischen Kapitalmarkt locken zwar hohe Zinsen, Investoren müssen aber ein entsprechend hohes Risiko schultern.

Afrika

Nach Asien sind die afrikanischen Länder südlich der Sahara die am schnellsten wachsende Region der Welt. Allerdings gilt hier ähnliches wie für Lateinamerika: die einstigen Flaggschiffe bleiben hinter den Erwartungen zurück. „In Südafrika fehlen Wachstumsimpulse“, sagt HSBC-Experte Esser. Interessanter seien dagegen andere Länder südlich der Sahara, wie Nigeria oder Kenia. Allerdings belasteten hier politische Konflikte, zudem seien Kapitalmärkte wenn überhaupt rudimentär vorhanden und würden oft gerade erst gegründet.

Trotzdem weitere auch der norwegische Staatsfonds sein Investment zuletzt auf Nigeria und Kenia aus. Die Norweger sind überzeugt von solchen Investments in Frontier-Märkten, legen ihr Geld dort an, wo es Möglichkeiten gibt. Der Fonds investiert beispielsweise in die nigerianische Währung, auch südafrikanische Anleihen befinden sich im Portfolio.

Für Privatanleger ist es dennoch schwierig, in diese Länder zu investieren. Klassisches Afrika-Investment ist weiterhin der Rohstoff-Bereich. Allerdings hat mit Newmont ausgerechnet ein US-Konzern die Krise bei den Goldförderern am besten überstanden.   

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