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Globale Kapitalmärkte Das-Einmal-um-die-Welt-Depot für Anleger

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Erst Korrektur abwarten

Könnten Privatanleger an der Hausse teilhaben? Schon, über ETFs, die in chinesische A-Aktien investieren, geht das mittlerweile recht bequem. Das ist allerdings auch die einzige Möglichkeit, die sie in Betracht ziehen sollten, alles andere wäre Zockerei. Auch mit dem Einstieg darf gewartet werden, Schwellenländer-Experte Mark Mobius warnte bereits im April vor einer Korrektur um rund 20 Prozent.

Langfristig erwarten Analysten allerdings, dass sich die Öffnung der Kapitalmärkte in China positiv auswirkt und sich die Situation an den Börsen stabilisiert. Vieles kommt nun darauf an, wie die geplanten Reformen der Regierung greifen. Dennoch gilt: „Gegenüber Japan bietet China mehr Chancen“, sagt Esser. In Japan drückten sinkende Reallöhne die Binnennachfrage, zudem belasten die demografischen Probleme weiter die Wachstumsaussichten.

Südamerika

Auch Brasilien gehörte zu Jim O’Neills exklusiven BRICs-Club. Außer der Mitgliedschaft ist allerdings vom Optimismus wenig erhalten geblieben. Das gilt nicht nur für Brasilien, auch für andere Emerging Markets. „Die zuletzt schwache Entwicklung in den Schwellenländern merkt man auch am Anlageverhalten der Investoren“, sagt Esser. Eine einheitliche Betrachtung der Märkte sei im Grunde nicht mehr möglich, Anleger müssten jedes Land einzeln betrachten.

Ein Problem, was auch Brasilien trifft, ist die hohe Verschuldung in den Märkten. Und die wird vor allem in Dollar gehalten. Als die US-Währung günstig war, haben Unternehmen und Staaten massenhaft Kredite aufgenommen, nun werten ihre eigenen Währungen ab, es wird immer schwieriger, das Geld zurückzuzahlen. Die baldige Zinswende in den USA könnte das Problem noch verschlimmern, da Investoren mehr Geld aus Schwellenländern wie Brasilien abziehen und stattdessen in den USA anlegen.

Doch die Probleme, gerade in Brasilien, sind auch hausgemacht. „Der Boom der vergangenen Jahre hat vieles überdeckt“, sagt Esser. Zwar seien die Einkommen gestiegen und hätten den Binnenkonsum gestärkt. Gleichzeitig sei aber die Produktivität nicht gewachsen, so dass das Land nun in einer Rezension stecke, weil die Unternehmen kaum zu Investitionen bereit sind.

Grundsätzlich sollte der lateinamerikanische Teil des Welt-Depots also eher klein ausfallen. Auch andere Länder wie Argentinien oder Mexiko können derzeit nicht überzeugen. Selbst das einstige Musterland Chile enttäuscht, die Wirtschaft wird wohl in diesem Jahr nur um drei Prozent wachsen. Länder wie Kolumbien oder Uruguay gelten zwar bei Analysten als interessant, sollten aber wenn überhaupt nur über Fonds ins Depot ziehen. Zu groß ist die Gefahr, das Geld nicht wiederzusehen. Am brasilianischen Kapitalmarkt locken zwar hohe Zinsen, Investoren müssen aber ein entsprechend hohes Risiko schultern.

Afrika

Nach Asien sind die afrikanischen Länder südlich der Sahara die am schnellsten wachsende Region der Welt. Allerdings gilt hier ähnliches wie für Lateinamerika: die einstigen Flaggschiffe bleiben hinter den Erwartungen zurück. „In Südafrika fehlen Wachstumsimpulse“, sagt HSBC-Experte Esser. Interessanter seien dagegen andere Länder südlich der Sahara, wie Nigeria oder Kenia. Allerdings belasteten hier politische Konflikte, zudem seien Kapitalmärkte wenn überhaupt rudimentär vorhanden und würden oft gerade erst gegründet.

Trotzdem weitere auch der norwegische Staatsfonds sein Investment zuletzt auf Nigeria und Kenia aus. Die Norweger sind überzeugt von solchen Investments in Frontier-Märkten, legen ihr Geld dort an, wo es Möglichkeiten gibt. Der Fonds investiert beispielsweise in die nigerianische Währung, auch südafrikanische Anleihen befinden sich im Portfolio.

Für Privatanleger ist es dennoch schwierig, in diese Länder zu investieren. Klassisches Afrika-Investment ist weiterhin der Rohstoff-Bereich. Allerdings hat mit Newmont ausgerechnet ein US-Konzern die Krise bei den Goldförderern am besten überstanden.   

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