Gold und Zinsen Die Macht der Fed

Die US-Notenbank hat die Protokolle ihrer letzten Sitzung veröffentlicht – eine Zinserhöhung im Dezember scheint gesetzt. Das sind schlechte Nachrichten für Goldanleger. Auch Minenbetreibern stehen schwere Zeiten bevor.

Zehn kuriose Fakten über Gold
Gold ist essbarEine Bedienung serviert eine Currywurst mit Blattgold und Champagner. Auch Süßspeisen, edle Pralinen oder Gebäck werden gern mit Blattgold verziert. Einen Eigengeschmack hat Gold nicht. Quelle: Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung Quelle: dpa/dpaweb
Gold ist sehr gut formbarVon allen bekannten Metallen ist Gold dasjenige, das am besten dehn- und formbar ist - zugleich ist es sehr stabil. So kann aus nur einem Gramm Gold ein mehr als drei Kilometer langer Draht hergestellt werden, der dünner als ein menschliches Haar ist. Quelle: REUTERS
Früher waren Olympia-Medaillen aus GoldDie deutsche Skirennläuferin Maria Höfl-Riesch posiert mit zwei Medaillen, die sie bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 gewann. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Goldmedaillen noch aus massivem Gold. Heute sind sie nur noch vergoldet. Schuld sind die seit dem Jahr 1900 stark gestiegenen Goldpreise. Bei einem aktuellen Goldpreis von etwa 1172 Dollar wäre die 500 Gramm schwere Medaille rund 18.840 Dollar wert. Quelle: dpa
Deutsche sind Gold-FansDie Deutschen setzen auf Gold: Laut einer Studie, die der Edelmetallkonzern Heraeus bei der Berliner Steinbeis-Hochschule in Auftrag gegeben hatte, haben die Deutschen im Herbst 2014 mehr Gold in ihrem Privatbesitz als die US-Notenbank Fed eingelagert hat. Es sind etwa 8200 Tonnen. Quelle: dpa
Gold als HeilmittelSeit Jahrtausenden wird Gold in der Naturheilkunde eine heilende Wirkung zugeschrieben. Auch heute noch werden Gold-Spritzen oder -Tabletten zum Beispiel gegen Rheuma angeboten. Die Therapie kann aber zahlreiche Nebenwirkungen haben und erfordert eine intensive ärztliche Betreuung. Quelle: dpa
Das größte GoldnuggetHier ist das "Butte Nugget" zu sehen, eines der größten Goldnuggets, die je gefunden wurden. Noch größer war aber das Nugget "Welcome Stranger", das zwei Australier im Jahr 1869 fanden. Es maß zehn mal fünfundzwanzig Zentimeter. Quelle: AP
Warum ist Gold kein offizielles Zahlungsmittel mehr?Der damalige US-Präsident Richard M. Nixon verkündete am 15. August 1971, dass der US-Dollar nicht mehr in Gold eintauschbar sei. Von da an verwandelten sich die Währungen der Welt in nicht einlösbares Papiergeld, Gold war keine Währungsdeckung mehr. Die Schweiz war lange eine Ausnahme: Bis das Alpenland 1999 in den IWF eintrat, waren noch 40 Prozent jedes Schweizer Frankens durch Gold gedeckt. Quelle: AP
Weltweite GoldförderungIm Jahr 2012 waren laut Experten weltweit etwa 170.000 Tonnen Gold zutage gefördert worden. Der größte Teil davon allerdings erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Quelle: AP
Weltweite GoldförderungExperten schätzen, dass die weltweit geförderte Menge an Gold im Jahr 2005 etwa 8000 Kubikmeter betrug. Daraus könnte man einen massiven Gold-Würfel herstellen, dessen Kanten 20 Meter lang sind. Quelle: dpa
Gold kommt nicht an Stahl heranAuch wenn die Goldförderung enorm ist: Innerhalb von nur einer Stunde wird weltweit mehr Industriestahl produziert, als jemals an Gold gefördert wurde. Quelle: dpa

Die Nachrichten der amerikanischen Notenbank Fed hören sich für Goldanleger in den vergangen Monaten wie eine Hiobsbotschaft nach der anderen an. So muss es auch Mittwochabend gewesen sein, als die neuesten Fed-Protokolle für die Sitzung am 27. und 28. Oktober veröffentlicht wurden.

Im Zentrum steht dabei folgende Aussage: „Die meisten Mitglieder des Fed-Offenmarktausschusses gehen [...] davon aus, dass die Bedingungen für eine Zinsanhebung bei der nächsten Sitzung durchaus gegeben sein könnten.“ Voraussetzung dafür sei jedoch, dass es in der Wirtschaft keine „unerwarteten Schocks“ gebe. Sollte die Fed ihren Leitzins erhöhen, wäre dies das erste Mal seit neun Jahren.

Meilensteine des Goldpreises

Gleichzeitig drückten einige Notenbanker der Fed auch Bedenken aus, sollte die Zinswende nicht kommen. „Die Zinserhöhung zu verschieben, könnte die Unsicherheit an den Finanzmärkten vergrößern, wenn die Marktteilnehmer die Gründe dafür nicht nachvollziehen können.“ Außerdem fürchteten sie „finanzielle Ungleichgewichte“ nach einer ausgedehnten Niedrigzinsphase. Ebenso könnte eine weiterer Aufschub ein „mangelndes Vertrauen in die US-Wirtschaft“ signalisieren.

Es wird also immer wahrscheinlicher, dass der Leitzins in den USA schon bei der nächsten Fed-Sitzung am 16. Dezember angehoben wird. Zwar sehen die Zentralbanker, laut Protokoll, zunächst wenig Spielraum für deutliche Erhöhungen. „Wenn sie die Zinsen im Dezember anheben, wird die Fed wohl sehr aggressiv hervorheben, dass es in einer sehr allmählichen Geschwindigkeit weitergehe“, erläutert Tom Porcelli, Chefvolkswirt für die US-Wirtschaft bei RBC Capital Markets.

So schmieren die Aktien der Goldminen-Betreiber ab

Für Goldanleger sind das eher schlechte Nachrichten. Weil die Rendite von Gold nicht von Zinsen abhängt, gilt das Edelmetall als alternative Anlage zu Aktien und Devisen. Das gilt insbesondere im Verhältnis zum Dollar. Hat sich sein Kurs in der Vergangenheit erhöht, sank im Gegenzug der des Goldes – und umgekehrt.

Bei steigenden Leitzinsen in den USA rechnen Analysten mit einem steigenden Dollarkurs und folglich mit Druck auf den Goldpreis. Der stieg Donnerstagvormittag zwar leicht um 0,3 Prozent auf 1.073 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). „Doch die 1.000-Dollar-Marke wird ganz sicherlich getestet“, sagt John Davies, Leiter der Abteilung Rohstoffe bei BMI Research. Analysten vom französischen Geldhaus Natixis können sich im nächsten Jahr sogar einen Gold-Tiefpreis von 850 Dollar je Unze vorstellen.

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