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Goldminen-Aktien Barrick Gold will Newmont Mining übernehmen

Mit der Veladero-Mine betreibt Barrick Gold eine der größten Goldminen der Welt. Sie liegt im Nordwesten Argentiniens und verfügt über geschätzte Reserven von 10 Millionen Unzen Gold.

Die Fusionswelle rollt: Der weltgrößte Goldförderer Barrick Gold will für 17,8 Milliarden Dollar die Nummer zwei Newmont Mining übernehmen und einen Goldminen-Giganten schaffen. Was dahintersteckt.

Das Fusionskarussell im Goldbergbau dreht sich munter weiter. Der weltgrößte Goldförderer Barrick Gold hat im Januar für 5,4 Milliarden Dollar in Aktien Randgold Resources übernommen. Die Nummer zwei Newmont Mining legte nach und kündigte die Übernahme des Branchenfünften Goldcorp für 12,6 Milliarden Dollar an – ebenfalls in Aktien, ergänzt um eine kleine Barkomponente von zwei Cent pro Randgold-Aktie. Jetzt will das kanadische Unternehmen Barrick Gold den US-Wettbewerber Newmont Mining übernehmen. Gemeinsam wären die beiden Unternehmen etwa 42 Milliarden Dollar (37 Milliarden Euro) wert. Barrick kündigte am Montag an, für Newmont nur mit eigenen Aktien im Wert von 17,8 Milliarden Dollar bezahlen zu wollen. Von dem fusionierten Unternehmen würden die bisherigen Barrick-Aktionäre etwa 55,9 Prozent besitzen und die Anteilseigner von Newmont etwa 44,1 Prozent.

Bislang hatte Newmont die Avancen von Barrick abgewiesen. Barrick Gold forderte Newmont auf, nicht länger zu versuchen, Goldcorp zu übernehmen.

Mit den Zusammenschlüssen reagieren die großen Produzenten („Seniors“) auf ihre zunehmende Wachstumsschwäche. Nahezu alle Seniors sehen sich in den nächsten Jahren mit dramatisch sinkenden Produktionszahlen konfrontiert. Jetzt versuchen sie, durch Synergien Kosten einzusparen. Analysten der kanadischen Investmentbank RBC Capital Markets haben zudem ermittelt, dass Goldunternehmen mit einer höheren Marktkapitalisierung und höheren Börsenumsätzen in der Regel auch höher bewertet werden. Ob sie allein dadurch attraktiver sind und auf lange Sicht auch Wertsteigerungen für Aktionäre schaffen, ist jedoch fraglich.

Als der Goldpreis nach seinem Rekordhoch im September 2011 bei 1921,17 Dollar pro Unze nach unten abdrehte – im Tief ging es bis Ende 2015 runter um 46 Prozent auf 1046,44 Dollar – begann für viele Minen ein Überlebenskampf – weniger für deren Führungsmannschaften.

Während Anleger der Börse mit den Aktien im Schnitt 65 Prozent verloren, machten sich viele Manager die Taschen voll. Die Chefs der 13 größten börsennotierten Goldgesellschaften strichen zwischen 2010 und 2016 zusammen 550 Millionen Dollar an Vergütungen ein. Im gleichen Zeitraum mussten ihre Unternehmen 85 Milliarden Dollar an Vermögenswerten abschreiben.

Um zu überleben, mussten die Kosten runter. Während die reinen Produktionskosten weitgehend stabil blieben, strichen die Minen die Budgets zusammen für den Bau neuer und die Erweiterung bestehender Minen, sowie der Exploration. Das fällt der Branche jetzt auf die Füße.

Die größten acht Fusionen und Übernahmen im Goldbergbau vor den jetzt angekündigten Megadeals hatten ein gemeinsames Transaktionsvolumen von 36 Milliarden Dollar. Doch das Ergebnis für Aktionäre ist erschütternd. Bis heute sind kaum positive freie Mittelzuflüsse aus den Deals herausgesprungen. Schlimmer noch: 80 Prozent des Transaktionsvolumens musste inzwischen als nicht werthaltig abgeschrieben werden.

Mit Material von dpa.

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