GoPro Actionkameras gehen an die Börse

Früher arbeitete Nicholas Woodman 18 Stunden am Tag und pinkelte aus Zeitgründen in den Garten. Dann erfand er die Kamera GoPro. Jetzt geht der Konzern an die Börse.

huGO-BildID: 29019512 In this photo provided by GoPro, Marshall Miller parasails over the Birds of Prey World Cup ski course in Beaver Creek, Colo., Sunday, Dec. 2, 2012. (Foto:GoPro, Marshall Miller/AP/dapd) Quelle: dapd

Düsseldorf„Be a Hero“, ruft der Kamerahersteller GoPro in seinen Werbeclips aufmunternd zu: Sei ein Held! Wer sich auf der Videoplattform Youtube die Filme der GoPro-Nutzer anschaut, bekommt den Eindruck, dass es sich hier eher um tragische Helden handelt.

Die Videos zeigen Skater-Stürze, Auto-Crashs, Fahrrad-Unfälle - und demonstrieren so auf morbide Weise die Stärke der GoPro-Kameras: Unverwüstlich in jeder Lebenslage. Eine Kamera zum Am-Körper-tragen, wasserdicht und stoßresistent. Inzwischen filmen die handflächengroßen Geräte sogar in High Definition.

Bis vor zehn Jahren hatte so etwas höchstens James Bond. Heute kann jeder so ein Gerät ab 200 Euro bei Amazon kaufen. Unter anderem, weil ein Surfer namens Nicholas Woodman vor zehn Jahren begann, wie besessen an einer Surfer-Kamera zu basteln.

Wochenlang, erzählt er in Interviews, arbeitete er 18 Stunden am Tag, trank nur Gatorade aus einem Umschnalltank und pinkelte in den Garten, weil das schneller ging. Vor gut zehn Jahren hatte er dann eine wasserfeste Video-Kamera fertig, die er sich an den Arm schnallen konnte, um seine Surfausflüge zu filmen.

Heute verkauft Woodman, 38 Jahre alt, mehr als drei Millionen Go Pro-Kameras im Jahr. Inzwischen kaufen neben den stets etwas hipperen Surfern und Skatern auch die stets etwas besser verdienenden Fahrrad- und Autofahrer, Kletterer und Wanderer die Umschnallkameras.

Die Woodman Labs beschäftigen inzwischen 450 Mitarbeiter. Das Unternehmen sitzt in einem Ort mit dem malerischen Namen Half Moon Bay an der kalifornischen Küste; der Erfinder selbst ist inzwischen 1,3 Milliarden Dollar schwer, hat das Magazin Forbes ausgerechnet. Zwischenzeitlich hat ihm unter anderem der chinesische Computerfertiger Foxconn knapp neun Prozent seines Unternehmens abgekauft.

Neben dem Surfen hat Woodman inzwischen auch Auto- und Mountainbikerennen als Hobbies entdeckt. „Ich rutsche auf einer Bananenschale des Glücks“, sagte er in einem Interview über seinen Geschäftserfolg. Tatsächlich musste einiges zusammenkommen, um aus seiner Go Pro einen Erfolg zu machen.

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