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Griechenland-Wahl Vorsichtiger Euro-Optimismus an den Börsen

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Entscheidende Wahl

Antonis Samaras Quelle: dapd

Die britische Notenbank ist bereits einen Schritt weiter: Gemeinsam mit der britischen Regierung werden die Währungshüter in wenigen Wochen mehr als hundert Milliarden Pfund in das Bankensystem pumpen, sagte Notenbank-Chef Mervyn King vor Londoner Bankiers. Mit der koordinierten Aktion soll die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen und Verbraucher angekurbelt werden. Damit will sich Nicht-Euro-Land Großbritannien gegen den „Schuldensturm der Eurozone“ wappnen.

Analysten reagierten jedoch skeptisch auf diese Meldungen um ein Eingreifen der Notenbanken.

„Austritt ist keine Option“

Gerüchte besagen, dass die konservative Nea Dimokratia mit ihrem Spitzenkandidaten Antonis Samaras als Favorit in den zweiten Wahlgang gehe, Umfragen zufolge gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem linksradikalen „Syriza“-Bündnis und deren Chef Alexis Tsipras. Der Wahlsieger der Parlamentswahlen bekommt einen Bonus von 50 Sitzen im Parlament und wird aller Voraussicht nach eine Koalition bilden können. Während Samaras grundsätzlich bereit ist, die mit Brüssel ausgehandelten Sparbeschlüsse weiter umzusetzen, lehnt Tsipras sämtliche Einsparungen im Haushalt rigoros ab. Im Euro-Raum will er dennoch bleiben. „Der Austritt aus dem Währungsverbund ist keine Option“, wiederholt Tsipras bei jeder Gelegenheit.

Börse



So recht mag das an den Börsen aber niemand glauben. Bleibt Europa hart und pocht auf die Einhaltungen der Sparbeschlüsse, ist Griechenlands Euro-Aus besiegelt. Schon Ende Juni muss das neu gewählte Parlament über Einsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro abstimmen. Bisher galt: Nur bei einer Zustimmung der Abgeordneten wird die nächste Kreditbranche ausgezahlt. Ohne das Geld der Euro-Partner ist Griechenland innerhalb weniger Wochen zahlungsunfähig.

Möglicherweise werden die Politiker in Brüssel und Athen aber viel früher zu einer Entscheidung über weitere Milliardenhilfen gedrängt. Sollte Tsipras Partei die Wahlen gewinnen, fürchten viele Beobachter einen Bank-Run der Griechen und einen zeitnahen Kollaps der hellenischen Geld-Institute.

Dann wäre der vorsichtige Optimismus und der Glaube an den Euro wohl gänzlich dahin.

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