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Griechenland-Wahl Vorsichtiger Euro-Optimismus an den Börsen

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Neue Stützmaßnahmen

Mario Draghi Quelle: REUTERS

Sogar an den Anleihemärkte gab es etwas Entspannung: Die Zinsen der zehnjährigen spanischen Anleihen entfernten sich wieder von der kritischen Sieben-Prozent-Marke, die sie am Donnerstag erstmals seit Einführung des Euro übersprungen hatten. Die Renditen sanken heute um 6,818 Prozent. Ihre italienischen Pendants wurden sogar wieder mit nur 5,981 Prozent verzinst. Gestern erreichten die Renditen der italienischen Staatspapiere noch nach 6,158 Prozent an Donnerstag.

Auch von der befürchteten Kapitalflucht in die vermeintlich sicheren Häfen war nichts zu spüren: Der Goldpreis zeigte sich ohne große Ausschläge und die Kurse Bundesanleihen, in denen viele Südeuropäer ihr Geld geparkt hatten, notierten kaum verändert. Die 10-jährige Bundesanleihe bietet einen Niedrigzins von 1,48 Prozent.

Vor allem scheinen sich Sorgen an den Devisenmärkten um einen Zusammenbruch des Euro etwas zu legen. Chefvolkswirt Jörg Krämer und Ralph Solveen von der Commerzbank gehen in ihrer aktuellen Analyse davon aus, dass die Akteure am Devisenmarkt auf einen „glimpflichen“ Ausgang der Griechenland-Wahl setzen. Das sei zwar keine Entwarnung für den Euro, weil die Schuldenkrise damit nicht gelöst sei, sorgt aber zumindest vorübergehend für Stabilität im Euro-Dollar-Wechselkurs.

So waren es wohl vor allem die Gerüchte um neue Stützungsmaßnahmen der Notenbanken, die für eine Aufhellung der Börsenstimmung gesorgt haben. In New York hatte die Hoffnung auf geldpolitische Maßnahmen der US-Notenbank Fed die Märkte gestützt. Diese entstanden kurioserweise offenbar aus schlechten Arbeitsmarktdaten, die ein Eingreifen der US-Notenbank wahrscheinlicher werden lassen.

„Der Markt sieht etwas stärker aus, aber das bedeutet nicht, dass irgendjemand mehr Zuversicht fühlt hinsichtlich dessen, was auf uns zukommt“, sagte Fujio Ando von Chibagin Asset Management. Der Markt spekuliert somit darauf, dass die Fed die Geldpolitik nochmals lockern könnte.

Koordinierte Aktion zur Stabilisierung

Um die Ansteckungsgefahren einer Griechenland-Pleite einzudämmen, wurden aber noch mehr Notenbanken im Alarmbereitschaft versetzt. Mehrere Zentralbanken diskutieren laut der Nachrichtenagentur Reuters eine koordinierte Aktion, um die globalen Finanzmärkte zu stabilisieren – sollten die europakritischen Kräfte die Parlamentswahlen in Griechenland gewinnen. Nach Aussage von G20-Vertretern stehen sie für eine koordinierte Aktion zur Stabilisierung der globalen Finanzmärkte bereit. Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, bestätigte die Gerüchte. Die EZB werde das Bankensystem im Notfall mit neuen Geldspritzen stützen. „Das Eurosystem wird weiter Liquidität an kreditwürdige Banken bereitstellen, wenn das notwendig ist“, so Draghi am Freitag in Frankfurt.

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