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Griechenland-Wahl Vorsichtiger Euro-Optimismus an den Börsen

Die Schicksalswahl in Griechenland hat die Börsen fest in ihren Bann geschlagen. Es geht um den Euro, Notenbanken, Anleiherenditen, sichere Häfen und schnelle Wetten. Womit die Finanzmärkte jetzt rechnen.

Börse Frankfurt

Trotz der großen Unsicherheit vor der Griechenland-Wahl zeigen sich die Börsen optimistisch. Der Dax ist in den letzten Handelstag vor der Schicksalswahl in Griechenland mit einem Plus gestartet.

Schon die Vorgaben von der Wall Street und der Börse in Tokio waren positiv. Die freundliche Eröffnung ist nach Ansicht von Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) denn auch überwiegend auf die Kursgewinne an der New Yorker Börse zurückzuführen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zuletzt mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 12.651 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1329 Punkten, einem Aufschlag von 1,1 Prozent. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent und ging mit 2836 Punkten aus dem Handel.

Mögliche Szenarien nach den Griechenland-Wahlen

Stimmung überraschend positiv

Die Asiaten folgten, auch Tokio notierte leicht im Plus. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag 0,2 Prozent höher auf 8583 Punkten. Die Zuversicht übertrug sich auf die europäischen Börsen. Gestützt auf die freundlichen Vorgaben aus Übersee lag der deutsche Leitindex zwei Tage vor der Griechenland-Abstimmung zum Mittag mit 0,95 Prozent im Plus bei 6197 Punkten. Der EuroStoxx gewinnt 1,5 Prozent auf 2.181 Zähler. Der Euro zeigt sich erfreulich stabil und notiert kaum verändert bei 1,26 US-Dollar. Die Goldunze liegt ebenfalls kaum verändert bei derzeit 1.624 US-Dollar.

Wie viel der Euro wirklich wert ist
Euro oder Gold
Der Euro im Währungsmix...
...und gegenüber dem DollarGemessen an der US-Währung hatte der Euro einen schwachen Start – dann stieg er kräftig an und erreichte im April 2008 mit fast 1,60 Dollar seinen höchsten Wert. Doch mit Ausbruch der Finanzkrise sackte er ab.
Bislang kein Teuro
Schwellenländer holen aufDie Währungen der BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) gewinnen an Bedeutung. Der Euro wertete seit Ausbruch der Krise gegenüber diesen Währungen ab (Index 2000 = 100; Quelle: Thomson Reuters).

Nach den ganzen Horrorszenarien, die in den vergangenen Wochen den Börsen Kursverluste und hohe Schwankungen beschert hatten, ist die Stimmung unter den Anlegern für viele Beobachter überraschend positiv. Dass der Dax im Plus startet, lässt sich heute auch nicht damit erklären, dass geringes Handelsvolumen Kursausschläge in die eine wie die andere Richtung begünstigt. Denn heute ist Hexensabbat, der große, dreifache Verfallstag für zahlreiche Index-Futures und -Optionen sowie Aktienoptionen an den internationalen Terminbörsen. Der dreifache Hexensabbat sorgt vierteljährlich für hohe Handelsvolumina.

Eigentlich hätte man auch erwarten können, dass sich Investoren zunächst von allem trennen, was nach der Griechenland-Wahl starke Verluste bescheren könnte – und das wären insbesondere alle Anlagen, die in Euro notieren. Dass die Kurse nicht noch einmal auf breiter Front Fallen, ist also Indiz dafür, dass die Anleger sich lange zuvor schon auf die Risiken wie den Euro-Austritt Griechenlands, Bankenpleiten in der Euro-Zone, noch mehr faule Immobilienkredite in Spanien, wachsende Schuldenprobleme in Italien und einen globalen Einbruch der Konjunktur vorbereitet haben. Die Börsen haben das alles längst eingepreist.

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