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Großbritannien Erste Festnahmen um manipulierten Libor-Zins

In Großbritannien nahm die Ermittlungsbehörde für besonders schwere Betrugsfälle drei Männer fest, die unter Verdacht stehen den Referenzzinssatz Libor manipuliert zu haben.

Die Testamente der Banken
Logo von JP Morgan Chase Quelle: dpa
Bank of America Die Bank of America bleibt im öffentlichen Teil ihres Testaments ähnlich vage wie die übrigen Institute. Sie spricht unter anderem von unbestimmten Käufern (darunter „nationale, internationale und regionale Finanzinstitute“), die im Falle einer Pleite Teile der Bank übernehmen würden. Der Steuerzahler müsse nicht zur Hilfe kommen. Quelle: REUTERS
CitigroupDie Bank unter Firmenchef Vikram Pandit beteuert, im Fall einer Pleite abgewickelt werden zu können. Und zwar in einer Weise, die kein systemisches Risiko berge, die die Finanzmärkte nicht in Aufruhr bringe und keine Milliarden von den Steuerzahlern notwendig mache. Quelle: dpa
Goldman Sachs Laut dem Notfallplan würde die Investmentbank „rasch“ Geschäftsteile oder Vermögenswerte verkaufen und damit eine Liquidation vermeiden. Der Branchenprimus nutzt derweil sein Testament auch, um die ganze Übung indirekt als sinnlos zu bezeichnen. „Die Umstände, die zu einem Kollaps einer für das System wichtigen Institution führen, werden wahrscheinlich andere sein als in diesen Annahmen vorgegeben“. Quelle: REUTERS
Logo von Morgan Stanley Quelle: dpa
BarclaysDie britische Großbank kommt für das Szenario ihres Untergangs im öffentlichen Teil des Testaments mit einer halben Seite aus. Darin heißt es unter anderem, die Notfallpläne seien so ausgeklügelt, dass im Falle einer Pleite eine Katastrophe auf den Finanzmärkten nicht zu erwarten sei. Quelle: REUTERS
Deutsche BankDie Deutsche Bank deutet an, dass die US-Regulierer im Erstfall die deutsche Bankenaufsicht BaFin umgestört operieren lassen sollten. Dann sei die im Notfall zu gründende Überbrückungsbank in der Lage, die US-Firmenteile mit Liquidität zu versorgen. Quelle: dpa

In den Libor-Skandal könnte bald Bewegung kommen: In der Affäre um den manipulierten Interbankenzins Libor hat es erste Festnahmen gegeben. Die für schwere Betrugsfälle zuständige Abteilung der britischen Kriminalpolizei bestätigte am Dienstag, drei Männer im Alter von 33, 41 und 47 Jahren seien festgesetzt worden. Die Vernehmung der britischen Staatsbürger dauere an.

Was den Libor so wichtig macht

Nachdem die britische Großbank Barclays im Sommer eingeräumt hat, den Libor zumindest teilweise manipuliert zu haben, ermitteln die Behörden weltweit gegen zahlreiche Banken. Mehr als ein Dutzend Großbanken soll in den Jahren 2005 bis 2009 internationale Referenzzinssätze wie den Libor zu ihren Gunsten manipuliert haben. Darunter ist auch die Deutsche Bank. Die Ermittlungen sind jedoch sehr komplex. Eine Betrugsabsicht ist den Instituten wegen der intransparenten Methoden zur Festsetzung des Libors schwer nachzuweisen.

In Arbeit
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Der einmal täglich in London ermittelte Libor zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Der Zinssatz beruht allerdings auf den - von außen bislang kaum nachprüfbaren - Angaben der Institute. Die Ermittler vermuten, dass die Banken vor allem auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 zu niedrige Angaben gemacht haben, um ihre tatsächlichen Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne einzustreichen.

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