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Gute Aussichten für Aktionäre Rekorddividenden entschädigen für Kursverluste

Rekorddividenden für Aktionäre im Dax, MDax und SDax Quelle: Fotolia

Das Jahr 2018 hat vielen Anlegern an der Börse Kursverluste beschert. Doch nun zeichnet sich ab, dass zumindest die Ausschüttungen der Unternehmen einen neuen Rekordstand erreichen.

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Aktionäre deutscher Börsenschwergewichte dürfen sich nach Berechnungen der Dekabank in diesem Jahr auf eine Rekordausschüttung freuen: Rund 52,4 Milliarden Euro Dividende werden die 160 Unternehmen in den deutschen Börsenindizes Dax, MDax und SDax demnach in diesem Jahr an ihre Anteilseigner verteilen.

Die höchste Summe werden den Berechnungen zufolge die 30 Börsenschwergewichte im Dax mit insgesamt knapp 37 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Die Unternehmen aus dem MDax kommen auf zusammengerechnet zwölf Milliarden und die SDax-Firmen auf 3,4 Milliarden Euro.

Zwar seien die Kurse vieler Aktien im vergangenen Jahr deutlich gefallen, auf der anderen Seite hätten sich die Unternehmensgewinne jedoch in Summe positiv entwickelt, stellte das Wertpapierhaus der Sparkassen in seiner ersten Analyse zu dem Thema fest. „Die gestiegenen Dividendenzahlungen sind insofern durch die solide operative Geschäftsentwicklung fundamental gut unterfüttert“, erklärte Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte bei der Dekabank. Ein Großteil der Ausschüttungen geht an Anteilseigner im Ausland: Die Papiere im Leitindex Dax zum Beispiel sind zu mehr als 50 Prozent in Händen von Investoren aus dem Ausland.

Auch international gibt es gute Vorzeichen für die bevorstehende Dividendensaison. Allianz Global Investors (AGI), ein global führender Vermögensverwalter mit einem Geldanlagevolumen von 500 Milliarden Euro, erwartet etwa europaweit einen neuen Dividendenrekord. Demnach rechnet AGI für die rund 400 Aktien im MSCI Europe-Index Ausschüttungen im Volumen von 350 Milliarden Euro. Das wären 16 Milliarden mehr als 2018. Der MSCI Europe repräsentiert 15 entwickelte europäische Aktienmärkte und damit 85 Prozent der handelbaren Aktien Europas. Besonderes Gewicht haben dabei Aktien aus Großbritannien (28 Prozent), Frankreich (18 Prozent), Deutschland (15 Prozent) sowie die Schweiz (13 Prozent).

Zu den Dividendenklassikern gehören laut AGI schon seit Jahren die Versicherungsbranche, Hoffnungen mache der europäische Energiesektor, der absehbar von den massiven Umstrukturierungen profitieren solle. „Im Anlegerdepot haben Ausschüttungen eine Airbag-Funktion, die sich gerade angesichts der unsicheren Marktsituation besonders vorteilhaft auswirken kann“, sagt Hans-Georg Naumer, der die Dividendenuntersuchung als Leiter Kapitalmarktanalyse bei AGI verantwortet hat.

Da derzeit viele Unternehmen ihre Zahlen für das vierte Quartal 2018 vorlegen, häufen sich die positiven Dividendenausblicke. Hier ein paar Beispiele:

In Deutschland will die Online-Bank Comdirect trotz eines Gewinnrückgangs um knapp 30 Prozent an der Dividendenhöhe von 25 Cent je Aktie festhalten. Die Münchner Atoss Software schlägt dem Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von 4,00 Euro vor, davon 2,60 Euro in Form einer Sonderdividende. Selbst Thyssenkrupp will trotz schwieriger Geschäftsentwicklung und bevorstehender Aufspaltung an der Vorjahresdividende von 15 Cent je Aktie in diesem Jahr festhalten.

Auch aus Europa und den USA gibt es gute Nachrichten für Aktionäre. Volvo erhöht nach einem guten Geschäftsjahr die Dividende voraussichtlich auf fünf Kronen und kündigte eine Sonderdividende in gleicher Höhe an, in Summe wären das umgerechnet 0,96 Euro je Aktie. Der niederländische Medizintechnikkonzern Philips plant eine Dividendenerhöhung um fünf Cent auf 85 Cent sowie ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an, nachdem er das operative Ergebnis um zehn Prozent steigern konnte. Und in den USA will Online-Händler Ebay nach einem hervorragenden Weihnachtsgeschäft sogar zum ersten Mal eine Quartalsdividende zahlen. Je Aktie soll es 0,14 Dollar für die Anleger geben. Auch der US-Chipkonzern Intel kündigte an, die Dividende anzuheben.

Dividenden-Jägern steht offenbar eine einträgliche Dividendensaison bevor. Laut der Dividendenstudie von Allianz Global Investors haben Ausschüttungen seit 1973 rund 41 Prozent an der Gesamtrendite europäischer Aktien ausgemacht. Insbesondere Unternehmen in Europa seien international betrachtet ausschüttungsfreudig. Ende 2018 lag die durchschnittliche Dividendenrendite bei 3,8 Prozent. Dividendenstarke Titel wirkten damit wie ein Airbag im Depot und verringern demnach sogar deren Kursschwankungen.

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