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Hacks und mieser Service An den Kryptobörsen gibt es schon wieder Ärger

Immer wieder geraten Kryptobörsen in die Schlagzeilen. Diesmal haben offenbar US-Kunden von Coinbase Bitcoin verloren. Zudem bekräftigt die britische Aufsicht, die chinesische Börse Binance sei nicht zu überwachen.

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Obwohl viele Kryptobörsen sich um ein seriöses Auftreten bemühen, kommt es immer wieder zu Hacks und Problemen mit Aufsichtsbehörden. Zuletzt waren es US-Kunden der börsennotierten Handelsplattform Coinbase, die beklagten, ihre Konten seien gehackt worden und sie hätten einen Teil ihrer Kryptowährungen bei der Börse verloren.

Laut Angaben von „CNBC“ geht es dabei um Tausende Kunden, die sich bereits bei Coinbase beschwert haben. Die Fälle, bei denen es teilweise um Verluste im Gegenwert von mehr als 100.000 Dollar geht, liegen zum Teil schon mehrere Monate zurück. Das Problem: Laut den Recherchen von CNBC reagiert Coinbase in den meisten Fällen nicht auf die Kundenbeschwerden. Der Kundenservice ist nicht zu erreichen, einige Nutzer kommen seit Monaten nicht an ihr Kundenkonto. Coinbase sagte dazu, das Unternehmen arbeite daran, den Kundenservice zu verbessern. Per Kurznachrichtendienst Twitter teilte Coinbase mit, Kunden in Kürze auch per Telefon helfen zu können.

Kein Service unter dieser Nummer? Das ist ein Phänomen, über das gerade bei jungen Fintechs immer wieder geklagt wird. Auch die Nutzer von Neobrokern wie Trade Republic oder der Berliner Neobank N26 beschweren sich oft, dass gerade zu Stoßzeiten in dringenden Fällen kein Mitarbeiter erreichbar ist.

Dabei gilt Coinbase in der Riege der Kryptobörsen eigentlich als einer der seriöseren Anbieter. In den USA ist das Unternehmen seit April dieses Jahres an der Technologiebörse Nasdaq gelistet und fällt daher per se unter die Kontrolle der Börsenaufsicht SEC. Auch in Deutschland ist Coinbase die erste von der Finanzaufsicht BaFin regulierte Kryptoplattform und soll in Kürze an den Start gehen.

Dabei will sich das Unternehmen in Deutschland als sicherer Handelsplatz für Bitcoin und Co. positionieren. Man wolle sich als regulierte Plattform von den schwarzen Schafen am Markt abgrenzen und „entlang der Regeln als vertrauenswürdige Institution am Markt etablieren“, sagte Sascha Rangoonwala, Deutschland-Chef von Coinbase, kürzlich in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wir erleben gerade, dass eine neue Assetklasse heranwächst. Dass es dabei zu Problemen und Betrug kommt, bleibt leider nicht aus.“

Damit hat Rangoonwala wohl recht. Immer wieder machen Kryptobörsen, an denen Anleger Bitcoin, Ether oder andere Kryptowährungen handeln können, mit negativen Schlagzeilen von sich reden. Zu oft können Hacker eine Börse entern und Bitcoin stehlen, teilweise werden ganze Handelsplätze mit betrügerischen Absichten gegründet.

Dem letzten größeren Hack fiel das Poly Network zum Opfer, Hacker erbeuteten Kryptowährungen für umgerechnet rund 600 Millionen Dollar. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass es sich um einen sogenannten „White Hat"-Hacker handelte, der das Unternehmen auf Lücken im System aufmerksam machen wollte. Einen Großteil des erbeuteten Geldes zahlten die Hacker mittlerweile an Poly Network zurück.

So glimpflich kommen nicht alle davon. Bei der südafrikanischen Kryptobörse Africrypt verschwanden die Gründer der Plattform mit Coins im Wert von Milliarden Dollar. Der wohl dramatischste Hack bleibt wohl der der einst größten Bitcoin-Börse Mt. Gox. Nachdem insgesamt rund 850.000 Bitcoin abhandengekommen waren, musste das Unternehmen 2014 Insolvenz anmelden.

Auch die chinesische Börse Binance, neben Coinbase einer der größten Anbieter, hat immer wieder Ärger mit den Aufsichtsbehörden. Schon im Juni erklärte die britische Finanzaufsicht FCA, Binance dürfe in Großbritannien keinen Handel mit regulierten Produkten wie Derivaten mehr anbieten. Zudem warnte die FCA Nutzer der Börse vor dem Handel mit Kryptoprodukten über die Plattform.

Mittlerweile, so teilte die FCA am Mittwoch mit, habe Binance zwar die gestellten Anforderungen erfüllt. Diese blieben aber in Kraft und dem Unternehmen sei es weiterhin nicht erlaubt, regulierte Geschäfte anzubieten. Binance Markets könne von der FCA nicht wirksam überwacht werden, heißt es in einem Schreiben der FCA aus dem Juni.

Mehr zum Thema: Kryptowährungen polarisieren die Finanzwelt. Dabei bieten Investments in den Megatrend enorme Chancen – sofern es Anleger richtig machen.

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