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Halbjahresbilanz Fonds-Favoriten aus Frankreich

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Es gibt also selbst im vielgescholtenen Euroland Profiteure der Krise. Aber die sind vor allem in Nischen zu finden.

Das bisherige Plus beim deutschen Leitindex Dax von nur zwei Prozent ist demgegenüber sehr mager. Der beste Fonds für deutsche Standardwerte, der FPM Stockpicker Germany Large Cap holte ein Plus von 5,2 Prozent heraus. Besser lief es mit Nebenwerten für den Halbjahressieger Value Holdings Capital Partners mit einem Plus von 13,5 Prozent. Die Strategen der Gersthofener Fondsboutique setzen auf Nebenwerte wie Schaltbau Holding (Verkehrstechnik), SMT Scharf (Verkehrstechnik), GBK Beteiligungen (Unternehmenskäufe/-verkäufe) sowie Augusta Technologie (Sensoren, Bildverarbeitung). Da diese kleinen Nischenwerte vielfach sehr langfristig orientierte Anleger haben und nicht auf den Kurszetteln der Massen stehen, sind sie auch in Krisen nicht unbedingt von hohen Kursverlusten bedroht. In einem gut gemischten Depot ist ein solcher Nebenwertefonds eine attraktive Beimischung. 

Dividenden sind gefragt

Von Krise wollen viele noch nichts wissen. Christian Heger, Chief Investment Officer bei HSBC Global Asset Management (Deutschland), ist trotz schwächerer Wachstumsaussichten für die Wirtschaft für deutsche Aktien optimistisch:  Er prognostiziert den Dax bis zum Jahresende bei 7800 Punkten und den DJ Euro Stoxx 50 bei 3100 Punkten, das wäre ein Plus von elf Prozent beim deutschen Leitindex und von sieben Prozent beim Euroland-Index gegenüber den aktuellen Ständen.

Zuversichtlich macht ihn die „ungewöhnlich attraktive Bewertung der meisten Aktienmärkte mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von durchschnittlich unter zehn im DJ Euro Stoxx 50 und von rund elf im DAX. „Bei Aktien sollten Anleger auf eine vernünftige Bewertung und hohes Dividendenpotenzial setzen. Dieses sei vor allem im Energiebereich sowie im Verbrauchsgüter- und Telekomsektor zu finden“, so Philipp Bärtschi, Chefstratege der Schweizer Bank Sarasin & Cie. 

In Spezialitäten nur auf Raten einsteigen

Viele risikobereite Anleger sind auch in diesem Jahr wieder auf Spezialitäten am Anleihemarkt ausgewichen, die ihnen höhere Zinszahlungen aber auch Kursgewinne versprechen: Anleihen ausfallgefährdeter Schuldner (High-Yield-Bonds) sowie Schwellenländer-Anleihen zogen Milliardengelder an, weil es bei ihnen mehr Rendite gibt als bei den mager rentierenden Staatspapieren der vermeintlich noch finanzstärkeren Industrieländer. Und manche dieser Rentenspezialitäten sind auch die Topperformer im ersten Halbjahr. Lazard European High Yield konnte mit hochverzinsten Anleihen europäischer Unternehmen wie Fiat, HeidelbergCement sowie Allied Irish Bank knapp zehn Prozent zulegen, der Sparinvest High-Yield Value-Fonds schaffte fünf Prozent mit ausgewählten Papieren. Beide Fonds sind auch längerfristig erfolgreich gewesen und bekommen von den Morningstar-Analysten die zweitbeste Note von vier Sternen. Als Beimischung in einem Portfolio sind diese Fonds risikobereiten Anlegern zu empfehlen. Allerdings haben sie ihre beste Zeit jetzt hinter sich. Für einen Einstieg sollten Anleger einen Kursrücksetzer abwarten oder einen Einstieg auf Raten mittels monatlichem Sparplan wählen.

Viele sind überzeugt, dass sich die spekulativen Bereiche des Rentenmarktes weiterhin gut entwickeln, da Großanleger auf der Suche nach Extra-Renditen häufig bei Unternehmensanleihen sowie Schwellenländer-Anleihen landen. Andererseits ist viel spekulatives Geld in diese Bereiche geflossen.

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