Handel mit Derivaten Geschäfte werden künftig zentral abgewickelt

Der außerbörsliche Derivatehandel ist bislang wenig reglementiert. Das soll sich nun ändern. Der Bundestag hat heute ein Gesetz beschlossen, das eine zentrale Abwicklungsstelle und ein Melderegister vorsieht.

Die Regulierung des OTC-Derivatehandels ist eine Lehre aus der Finanzkrise, die 2008 durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers ausgelöst wurde. Dabei wurde deutlich, dass intransparente, frei abgeschlossene Derivategeschäfte erheblich zu Unsicherheiten an den Märkten beitrugen. Quelle: dpa

Der Bundestag hat am Donnerstag neue Regeln für den außerbörslichen Handel mit Derivaten beschlossen, um das Finanzsystem widerstandsfähiger zu machen. Nach dem neuen Gesetz, das mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen und der SPD verabschiedet wurde, sollen sämtliche Derivategeschäfte an zentrale Register gemeldet werden.

Zudem sollen bestimmte Termingeschäfte außerhalb von Börsen (OTC-Derivatehandel) nicht mehr zwischen den Geschäftspartnern direkt abgewickelt werden, sondern über Abwicklungsstellen geleitet werden. Ziel des Gesetzes ist es, mehr Transparenz in einen fast unregulierten Markt zu bringen und Behörden Eingriffsmöglichkeiten zu geben.

Mit dem Gesetz (Emir-Ausführungsgesetz) setzt Deutschland eine EU-Verordnung um. Dabei werden auch die Bußgeldtatbestände erweitert, um Verstöße gegen die neuen Regeln in der EU ahnden zu können. Das Gesetz ist ein weiterer Baustein bei der Umsetzung der Selbstverpflichtung der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20), dafür zu sorgen, dass kein Finanzmarktakteur, kein Marktsegment und kein Finanzprodukt mehr ohne Aufsicht sind.

Sprecher von Union und FDP, aber auch von SPD, Grünen und Linken, bezeichneten eine Regulierung des außerbörslichen Derivatehandels als wichtige Aufgabe, um mehr Stabilität am Finanzmarkt zu sichern. Den Linken und den Grünen reichten die Regelungen aber nicht aus. Sie enthielten sich daher der Stimme. Das Volumen der weltweit gehandelten Derivate liegt inzwischen oberhalb einer Größenordnung von 500 Billionen Dollar, also etwa das Zehnfache der globalen Wirtschaftsleistung.

Drei Aktientipps für vorsichtige Anleger
E.On - Aktie wieder unter StromAls größter Kernkraft-Nutzer hat E.On besonders unter der Energiewende gelitten. E.On hat aber auch mehr und konsequenter als die Konkurrenten RWE und Vattenfall in Erneuerbare investiert, was sich langfristig auszahlen dürfte. Außerdem hat E.On die Krise genutzt, um sich von schwach rentablen Beteiligungen zu trennen, und hat Schulden abgebaut. Quelle: Bloomberg Quelle: dpa
Ein Joker könnte das Geschäft mit Flüssiggas werden, das die E.On-Tochter Ruhrgas ausbaut. Dem flüssigen Brennstoff gehört nach Meinung von Versorgungsexperten die Zukunft. Umsatz 2012 (in Mrd. €): 111,5 Kurs/ Stoppkurs (in €): 18,76/ 16,30 Börsenwert (in Mrd. €): 37,5 Dividendenrendite (in %): 5,3 KGV 2012/ 2013: 8,7/ 10,4 Chance/Risiko: 5/4 Stand: 4. Oktober 2012
Deutsche Telekom - Rendite bleibt attraktivZwar läuft das Stammgeschäft (Deutschland) schleppend, doch zeichnet sich im Ausland Besserung ab. Die Mobilfunk-Tochter T-Mobile USA soll mit Konkurrent Metro PCS fusionieren. Der Markt senkte darüber erst mal den Daumen: zu klein, zu teuer. Doch langfristige Synergien werden unterschätzt. Das neue Unternehmen wäre immerhin fast so groß wie die Nummer drei im US-Markt (Sprint). Quelle: dapd
Das Versprechen der Deutschen Telekom, die Dividende nicht zu kürzen, läuft zwar 2013 aus; doch mehr als fünf Prozent Rendite sind auch in den kommenden Jahren drin. Umsatz 2012 (in Mrd. €): 58,1 Kurs/ Stoppkurs (in €): 9,61/ 8,20 Börsenwert (in Mrd. €): 41,5 Dividendenrendite (in %): 7,3 KGV 2012/ 2013: 15,2/ 15,0 Chance/Risiko: 6/5 Stand: 4. Oktober 2012
K+S - Teuer, aber gutSicher, es gibt günstiger bewertete Aktien im Dax. Doch wer K+S nur nach Kurs- Umsatz und KGV bewertet, springt zu kurz. Beim einzigen deutschen Rohstoffkonzern müssen auch die Reserven in die Betrachtung mit einfließen. Und davon hat K+S eine Menge, sie dürften noch bis Ende des Jahrhunderts reichen. Quelle: AP
K+S In Kanada sollen neue Vorkommen von 160 Millionen Tonnen Kali erschlossen werden, dem wichtigsten Grundstoff für Dünger. Die Düngernachfrage steigt weiter, weil Ackerland knapper wird, die Weltbevölkerung aber wächst. Umsatz 2012 (in Mrd. €): 4,2 Kurs/ Stoppkurs (in €): 39,46/ 31,30 Börsenwert (in Mrd. €): 7,6 Dividendenrendite (in %): 3,3 KGV 2012/ 2013: 12,3/ 11,1 Chance/Risiko: 6/5 4. Oktober 2012

Die Regulierung des OTC-Derivatehandels ist eine Lehre aus der Finanzkrise, die 2008 durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers ausgelöst wurde. Dabei wurde deutlich, dass intransparente, frei abgeschlossene Derivategeschäfte erheblich zu Unsicherheiten an den Märkten beitrugen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%