Handelssystem-Panne Panik an der Bitcoin-Börse

Weil das Handelssystem Mt.Gox für die umstrittene digitale Währung Aussetzer hatte, schoss der Bitcoin-Kurs am Mittwoch zunächst auf ein Rekordhoch von 266 Dollar und stürzte anschließend auf 105 Dollar ab.

So bezahlen die Deutschen im Netz
Das Electronic-Commerce-Center Handel vom Kölner Institut für Handelsforschung und die Hochschule Aschaffenburg haben in ihrer aktuellen Payment-Studie "Der Internetzahlungsverkehr aus Sicht der Verbraucher", den Online-Kunden auf die Finger geschaut: Womit zahlen die Deutschen am liebsten, wenn sie online einkaufen? Und gibt es Unterschiede beim Bezahlverhalten, wenn der Kunde mit dem Smartphone oder am Computer shoppt? Für das Ranking haben sich die Wissenschaftler 7.958 Bezahlvorgänge von 993 Webshoppern angeschaut. Das Ergebnis: 0,7 Prozent nutzen giropay, ein Online-Bezahlverfahren, das auf der Überweisung des Online-Bankings basiert und von verschiedenen deutschen Banken angeboten wird. Hinter der Die giropay GmbH stehen Postbank, Sparkassen und Volksbanken Raiffeisenbanken. Eine Registrierung bei giropay ist nicht nötig, es genügt ein Girokonto, das für Online-Banking per TAN-Verfahren freigeschaltet ist. Bei Online-Einkäufen per Smartphone gaben 13,2 Prozent an, schon einmal giropay benutzt zu haben, 41,2 Prozent können es sich zumindest vorstellen, mit dem Smartphone per giropay zu zahlen. Quelle: Screenshot
Prepaid-Karten nutzen ein Prozent der Online-Shopper zum Bezahlen im Netz. Die Prepaidkarten gibt es, wie auch Handy-Prepaidkarten, im stationären Handel zu kaufen. Das jeweilige Guthaben kann dann bei Online-Einkäufen ausgegeben werden. Bei den Smartphone-Einkäufen haben immerhin 17,2 Prozent schon einmal auf eine solche Guthabenkarte zurückgegriffen. Quelle: Fotolia
Viele Geschäfte, die einen Online-Shop betreiben, bieten ihren Kunden an, die Ware online zu bestellen und in der Filiale abzuholen. Bezahlt wird dann bar oder mit EC-Karte bei Abholung. Das Prinzip widerspricht zwar dem Gedanken des E-Commerce, wird aber von Online-Kunden akzeptiert: 1,2 Prozent nutzen diese Option. Bei den Usern, die ihre Einkäufe per Smartphone tätigen, haben 18,2 Prozent schon per Handy bestellt und die Ware dann persönlich abgeholt und bezahlt. Quelle: dpa
Auf das Bezahlsystem ClickandBuy greifen 1,4 Prozent zurück. Bei den Smartphone-Shoppern ist das Bezahlsystem weiter verbreitet als bei den PC-Nutzern. 15,2 Prozent der Handy-Kunden haben das Bezahlsystem von der Telekomtochter schon einmal benutzt. Laut Unternehmensangaben kann weltweit bei mehr als 16.000 Online-Shops per Clickandbuy bezahlt werden. Bekannte Shops sind unter anderem T-Online Musicload, der Apple iTunes Store, Spiegel Online, Parship, Media Markt und buch.de. Quelle: Screenshot
Immer noch weit verbreitet ist die vergleichsweise teure Nachnahmezahlung, bei der der Kunde die Ware plus eine Gebühr beim Paketzusteller bezahlt. Zwei Prozent wählen diese Option beim Online-Einkauf. Mit dem Smartphone entschieden sich 17,6 Prozent für die Bezahlung bei Lieferung. Quelle: Presse
Das System Sofortüberweisung ist umstritten, weil beim Bezahlen mit diesem Dienstleister neben der Kontonummer auch die Online-Banking-Pin und die entsprechende Tan eingegeben werden müssen. Sofortüberweisung tätigt dann quasi die Online-Überweisung für den Kunden - mit dessen Daten. Eine solche Weitergabe der Pin und Tans verbieten viele Banken ihren Kunden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Firma Sofort AG versichert, dass mit den Daten kein Schindluder getrieben wird und die Kunden scheinen dem Unternehmen zu vertrauen. 3,6 Prozent der Transaktionen, die die Studie untersucht, wurden mit Sofortüberweisung bezahlt. Bei den Einkäufen, die mit dem Smartphone getätigt wurden, waren es 22,1 Prozent. Quelle: Screenshot
Mit Amazon Payments können User ihre Amazon-Kundenkonten auch bei Onlineshops nutzen, die nicht zu Amazon gehören und müssen keine Zahlungsdaten wie Kontonummer und Bankleitzahl offenlegen. Für Händler, die diesen Dienst anbieten, müssen allerdings eine Transaktionsgebühr an Amazon zahlen. Für Amazon-Kunden ist das Modell kostenlos. Dementsprechend nutzen 5,3 Prozent ihr Amazon-Konto beim Online-Einkaufsbummel, auch wenn sie gar nichts bei Amazon einkaufen. Quelle: Screenshot
Noch beliebter ist dagegen die schon aus dem Versandhandel bekannte Vorauszahlung. Der Kunde bestellt online, bezahlt und bekommt nach Eingang der Zahlung seine Ware geliefert. Bei 7,5 Prozent der Online-Einkäufe entscheiden sich die Kunden für die Vorauskasse. Von denjenigen, die per Smartphone einkaufen, haben 17,6 Prozent diese Bezahlmodell schon einmal benutzt. Quelle: dpa
Die gute alte Kreditkarte ist ein in fast allen Online-Shops akzeptiertes Zahlungsmodell. Dementsprechend greifen 12,4 Prozent auf diese Methode zurück: Kreditkartennummer hinterlegen, bestellen und die entsprechende Summe wird von Visa- Master- oder sonstiger Card abgezogen. Auch 37,7 Prozent der Smartphone-Shopper haben online schon mit Kreditkarte bezahlt. Quelle: dpa
Dagegen haben nur 32,4 Prozent derer, die mit ihrem Smartphone Einkaufen, ihr Häkchen bei der Option " Lastschrift" gesetzt. Bei den Online-Kunden, die vom stationären PC aus einkaufen, ist das Lastschriftverfahren dagegen beliebter als die Kreditkarte: 14,5 Prozent erlauben dem Shop, den entsprechenden Geldbetrag von ihrem Konto abzubuchen. Quelle: Fotolia
Auf Platz zwei der Bezahlmethoden im Netz steht die reichlich analoge Rechnung: 18 Prozent der Deutschen kaufen im Netz gern auf Rechnung. Bei den mobilen Einkäufen via Smartphone schafft es die Rechnung mit 32,8 Prozent auf Platz drei. Quelle: Fotolia
Ganz klarer Favorit der Online-Einkäufer ist der Bezahldienst der Ebay-Tochter Paypal. Knapp 70 Prozent der Konsumenten in Deutschland haben PayPal bereits zum Bezahlen im Internet genutzt. Insgesamt wurden 2012 mehr als 29 Prozent aller Online-Transaktionen in Deutschland über PayPal abgeschlossen. Auch mobil entschieden sich mehr als 44 Prozent für PayPal, um ihre Einkäufe über ihr Smartphone oder Tablet zu bezahlen. 28 Prozent der Studienteilnehmer gaben sogar an, schon einmal einen Kauf abgebrochen zu haben, weil PayPal nicht als Zahlungsmittel in einem Online-Shop angeboten wurde Quelle: Screenshot

Das umstrittene Internet-Geld Bitcoin hat demonstriert, wie instabil es sein kann: Der Kurs auf der wichtigsten Handelsplattform Mt.Gox erreichte am Mittwoch erst das nächste Rekordhoch bei 266 Dollar und stürzte dann binnen weniger Stunden um 60 Prozent auf 105 Dollar ab.

Mt.Gox erklärte über Facebook, das Handelssystem habe Aussetzer gehabt, weil es den Zufluss neuer Nutzer nicht verarbeiten konnte. Das habe bei den Bitcoin-Besitzern eine Panik-Reaktion ausgelöst. Die Zahl der Transaktionen habe sich innerhalb von 24 Stunden verdreifacht, erklärte Mt.Gox. Jeden Tag würden 20.000 neue Konten bei der Online-Börse eingerichtet. Nun sollen zusätzliche Server zugeschaltet werden.

Der Bitcoin-Kurs erholte sich in der Nacht zum Donnerstag bis auf rund 179 Dollar.

Kuriose Börsenpannen

Die dezentrale digitale Währung erlebte zuletzt einen massiven Ansturm von Interessenten. Vor einem Jahr hatte die "Hacker-Währung“ noch bei fünf Dollar notiert. Unter dem Eindruck der Euro-Krise stößt das lange Zeit belächelte Bitcoin-Konzept nun auf eine steigende Nachfrage. Skeptiker befürchten eine Spekulationsblase.

Die digitale Währung wird von den Nutzern selbst erstellt und soll unabhängig von Regierungen und Zentralbanken funktionieren. Die Gesamtmenge der seit 2009 kursierenden Bitcoins soll zugleich bei 21 Millionen eingefroren werden. Bisher wurde rund die Hälfte davon erstellt. Der Gesamtwert aller existierenden Bitcoins kletterte zuletzt erstmals über eine Milliarde US-Dollar.

Das Bitcoin-Projekt erzeugt das digitale Zahlungsmittel mit der Abkürzung BTC mit einer zeit- und rechenaufwendigen Verschlüsselungstechnik, die jedes Kopieren unmöglich macht. Die Währung wird vor allem für Transaktionen im Internet verwendet.

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