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Hausse und kein Ende Dax schießt durch die Decke

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Immer weniger Titel

Diese Indizes haben 2013 am meisten zugelegt
ATXDer Australien Traded Index (ATX) bildet die 20 größten börsennotierten Unternehmen Österreichs ab. In den ersten drei Quartalen hat der Leitindex ein Plus von sechs Prozent verbucht. Die dazugehörige Wiener Börse ist 1771 gegründet worden und gehört damit zu den ältesten Handelsplätzen der Welt. Heute beherbergt sie neben dem klassischen Wertpapierhandel auch die Strombörse EXAA sowie die CEGH Gas Exchange. Quelle: dpa
Euro-Stoxx-50Noch mehr zulegen konnte der Euro-Stoxx 50, der die 50 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone beinhaltet. Zehn Prozent legte das europäische Börsenbarometer seit Beginn des Jahres zu. Wenn sich die europäische Wirtschaftslage weiterhin stabilisiert und das Vertrauen der Anleger steigt, ist bis zum Jahresende noch mehr drin. Quelle: dapd
DAXDer deutsche Leitindex DAX belegt im internationalen Vergleich Rang sieben. Im Verlauf der ersten drei Quartale des Jahres konnte der deutsche Aktienindex 13 Prozent zulegen. Für das vierte Quartal sind Analysten ebenfalls optimistisch. Die meisten von ihnen sehen lediglich die Gefahr zwischenzeitlicher Rücksetzer an den Börsen. „Wir gehen davon aus, dass wir die Jahreshöchststände noch nicht gesehen haben“, schreiben etwa die Marktspezialisten der Landesbank Baden-Württemberg. Quelle: dpa
Dow JonesDie lockere Geldpolitik der Fed hat sich für den amerikanischen Aktienindex Dow Jones rentiert. Nachdem klar war, dass die US-Notenbank weiterhin monatlich Immobilienpapiere und Anleihen im Wert von 85 Milliarden Dollar kaufen wird, ging es für den Index nach oben. Allgemein stieg der Wert des Dow Jones' in den ersten neun Monaten des Jahres um 15 Prozent. Quelle: AP
SMIDer Schweizer Leitindex "Swiss Market Index" (SMI) zieht sogar am amerikanischen Dow Jones vorbei. Der SMI legte bis September um 16 Prozent zu. Grund dafür dürften die starken Kursgewinne von UBS und Credit Suisse sein, die im Index enthalten sind. Quelle: AP
Nikkei 225Die wirtschaftlichen Reformpläne in China haben zu Wochenbeginn für gute Stimmung an den Aktienmärkten in Fernost gesorgt. Die internationalen Märkte wird es freuen, weil der ohnehin schon erfolgreiche japanische Index Nikkei 225 dadurch noch mehr zulegen könnte. Bis September 2013 legte der Index um 40 Prozent zu. Quelle: AP
GSE-All-Share-IndexNoch stärker legte der GSE-All-Share-Index an der Börse in Ghana zu. Im internationalen Vergleich erreicht die Börse in Accra mit einem Plus von 44 Prozent den dritten Rang - vor Europa, Deutschland, den USA und der Schweiz. Der Grund für den starken Zuwachs ist das gute Rohstoffgeschäft der Minengesellschaften, die den Index dominieren. Quelle: dpa

-- Bei Nebenwerten gab es besonders starke Kursrückgänge in den vergangenen Wochen; der deutsche Index für mittelgroße Werte, MDax, hat von seinem Hoch Ende Februar bereits 1000 Punkte verloren, er lief in den letzten drei Wochen damit deutlich schlechter als der Dax.

-- Die Schwäche vieler kleiner Aktien führt dazu, dass sich der Anteil der Aktien insgesamt, die noch steigende Kurse aufweisen, gegenüber jenen mit fallenden Kursen seit Beginn des Jahres drastisch verschlechtert hat. Wenn immer weniger Titel eine Hausse tragen, droht Gefahr. "In den USA gab es seit März ein regelrechtes Blutbad bei den kleinen Nebenwerten", bemerkt Gayed, "das blieb aber von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt, weil viele nur auf die bekannten Indizes S & P 500 und Dow Jones schauen."

Auch sind Aktien im Durchschnitt nicht mehr billig. Der Börsenwert der Dax-Aktien entspricht dem 13-Fachen der von Analysten für die kommenden zwölf Monate erwarteten Nettogewinne der 30 Konzerne. "Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt zwar nicht weit über dem Durchschnitt der letzten zwölf Jahre von 11,6", sagt Zimmermann; aber die Gewinnschätzungen, besonders für das erste Halbjahr 2015, seien zu optimistisch: "Sie dürften im Laufe des Jahres noch sichtbar nach unten korrigiert werden. Die Weltwirtschaft wird 2014 und 2015 nicht stark genug wachsen, um die derzeit angenommenen zweistelligen Zuwachsraten der Unternehmensgewinne zu ermöglichen", sagt Zimmermann.

So rechnen Analysten für das erste Quartal 2015 im Schnitt mit einem Gewinnplus von 20 Prozent, was die Gewinne nahe an ihren historischen Bestwert von 2007 brächte. Berechnet man das KGV nicht auf Basis (unrealistisch hoher) Gewinnschätzungen, sondern anhand der bereits verbuchten Gewinne, trübt sich das Bild ein: Aktien sind demnach bereits sehr teuer. So liegt das KGV des Dax auf Basis der Gewinne von 2013 schon bei 18,3. Noch plastischer zeigt die hohe Bewertung das Shiller-KGV, eine Kennziffer, die der Nobelpreisträger und Yale-Professor Robert Shiller ersann: Beim Shiller-KGV dividiert man den Börsenwert der Unternehmen durch deren gemittelte, inflationsbereinigte Gewinne der letzten zehn Jahre. So werden saisonale Schwankungen und Fehlprognosen der Analysten eliminiert. Das Shiller-KGV des S & P 500 liegt bei knapp 26, der langjährige Durchschnitt (seit 1920) ist 16,9. Das Shiller-KGV war allerdings auch schon einmal bei 45. Doch das war 1999, kurz vor dem Jahrtausend-Crash. Dennoch: "So ein Bewertungsniveau ist crashanfällig", meint Zimmermann, "eine hohe Bewertung alleine ist zwar selten ein Crash-Grund, sie legt aber die Basis dafür."

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