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Hausse und kein Ende Dax schießt durch die Decke

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Insider gehen von Bord

Die verschreckten Drachenbanken
In China wächst die Furcht vor einer Krise im Bankensektor. Nachdem mehrfach im Finanzsystem die Liquidität knapp geworden ist, leihen sich die Institute nur noch ungern gegenseitig Geld. Die Interbankenrate, der Zinssatz für Geldgeschäfte zwischen Banken, ist von unter vier Prozent auf über fünf Prozent hochgeschossen. Quelle: rtr
Immer wieder geraten einzelne Institute in Verruf, dass sie von anderen Banken kein Geld mehr geliehen bekommen. So musste ein mittelgroßes Institut, die Everbright-Bank, sich gegen das Gerücht wehren, ihr gehe das Geld aus. Die Kurse der chinesischen Banktitel purzelten in den Keller. Obendrein hat Chinas Zentralbank in ihrer ersten Stellungnahme seit Ausbruch der Wirren die Hoffnung auf Hilfe zerschlagen. Quelle: rtr
Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)Unter Chinas Großbanken stand die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) 2012 mit einer Bilanzsumme von umgerechnet 2,1 Billionen Euro an erster Stelle der Geldinstitute. Quelle: rtr
Kunden verlassen eine Filiale der ICBC Quelle: REUTERS
China Construction Bank (CCB)Die China Construction Bank (CCB) kam auf eine Bilanzsumme von 1,7 Billionen Euro und ist damit das zweitgrößte Institut Chinas. Quelle: rtr
Laut Finanzexperten stiegen die Zinsen auf das Niveau, das an den eingefrorenen Interbankenmarkt vor der Lehman-Pleite 2008 erinnert. Die chinesische Zentralbank will nicht einspringen. Sie ist offenbar entschlossen, die Banken zu zwingen, ihre Schuldenlast selbst zu reduzieren. Quelle: rtr
Zum Vergleich: Die Deutsche Bank wies für 2012 eine Bilanzsumme von rund zwei Billionen Euro aus. Quelle: rtr

Beunruhigende Signale senden auch die Unternehmensinsider, also Vorstände und Aufsichtsräte der Konzerne. Insider wissen in der Regel schneller und besser über Dinge wie Auftragseingang, Kostenentwicklung oder Zinskonditionen Bescheid als außenstehende Analysten, Volkswirte und Anleger. Zwar ist die Zahl der Vorstände und Aufsichtsräte, die privat Aktien der von ihnen geleiteten Unternehmen verkaufen, fast immer höher als die der Käufer. Denn viele Chefs bekommen Aktienoptionen als Vergütungsbestandteil, die sie in Aktien wandeln und verkaufen. Solchen Verkäufen müssen keine schlechten Nachrichten aus den Unternehmen zugrunde liegen.

Dennoch war das Verhältnis von Verkäufern zu Käufern bei US-Unternehmen in den letzten 20 Jahren nur zwei Mal höher als im April 2014: Anfang 2007 und Anfang 2011 - also jeweils ein paar Monate vor einem Kurseinbruch. Das Warnsignal wird noch deutlicher, wenn man die Insiderverkäufe um die Verkäufe aus ausgeübten Aktienoptionen bereinigt, wie es Nejat Seyhun, Finanzprofessor von der University of Michigan, kürzlich getan hat. Seyhun studiert das Handelsgebaren der US-Unternehmensinsider seit Jahrzehnten, er sagt: "Um Optionen bereinigt, waren die Insiderverkäufe seit 25 Jahren nicht mehr so hoch. Zuletzt hatten wir sechs Mal mehr Verkäufer als Käufer, normalerweise liegt das Verhältnis bei drei."

Börse



In Europa bietet sich das gleiche Bild: "Wenn der Markt eine Weile lang stark gestiegen ist, ist es zwar normal, dass die Insider vermehrt Aktien verkaufen; sie verhalten sich traditionell antizyklisch", sagt Patrick Hable, Gründer von 2IQ-Research, der aus London die Insider-Deals europäischer Unternehmenslenker untersucht. "Im Moment ist das Verhältnis von Käufern zu Verkäufern aber extrem niedrig. Auf 100 Verkäufer kommen nur 13 Käufer. Anfang 2014 waren es noch 40 Käufer. Alles unter 20 ist ein Alarmzeichen", warnt Hable.

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