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Helsinki Capital Partners Konzentriert auf die Superstars – Wie ein Fonds 20 Prozent Jahresertrag einfährt

Ein finnischer Analyst verzichtet auf ein breit gestreutes Depot und setzt auf wenige „Superstar-Unternehmen“. Der Erfolg gibt ihm recht.

Die globale Aktienmarktrally in den vergangenen Jahren wurde von einer Handvoll Technologieunternehmen ausgelöst. Quelle: Reuters

HelsinkiWer wird der nächste Superstar an den Aktienmärkten? Jene, die das am besten antizipieren, können damit eine Menge Geld verdienen – und auf ein breit gestreutes Depot verzichten. Auf eine solche Strategie setzen die Analysten von Helsinki Capital Partners (HCP) mit ihrem Fonds Focus. Dieser ist 50 Millionen Euro schwer und hat in den vergangenen fünf Jahren einen sagenhaften durchschnittlichen Ertrag von 20 Prozent jährlich eingefahren. Damit übertraf er 99 Prozent aller vergleichbaren Fonds.

Ernst Grönblom, der den Fonds bei Helsinki Capital Partners verwaltet, war einer der ersten, der nur auf eine geringe Anzahl von Unternehmen setzte. Er erkannte, dass der größte Teil des Shareholder-Value, also dem Marktwert des Eigenkapitals, von nur einer kleinen Gruppe verschiedener Titel bestimmt wird. „Der Markt unterschätzt und missversteht systematisch die Stärke des Winner-Take-All-Phänomens“, sagt Grönblom.

Die globale Aktienmarktrally in den vergangenen Jahren wurde von einer Handvoll Technologieunternehmen wie Apple und Amazon angetrieben. Neue Technologien haben es den weltweit größten Unternehmen ermöglicht, Umsatz und Gewinn massiv zu steigern. Grönblom, der zuvor als Rechtsanwalt und Berater gearbeitet hat, versucht, „Superstar-Unternehmen“ frühzeitig zu identifizieren. Sein HCP-Fonds besteht aus gerade einmal zwölf Positionen.

„Wenn Sie überhaupt Alpha generieren wollen, müssen Sie es mit einem sehr, sehr konzentrierten Portfolio tun“, sagt er. Alpha meint die Überschussrendite gegenüber dem Markt. Dies ist jener Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung zu erklären ist, sondern auf der Auswahl von Aktien innerhalb dieses Marktes beruht.

Grönbloms größte Position ist Amazon, in die er bereits im Jahr 2004 investiert hatte. „Das Unternehmen wird zwar nicht mehr in dem Ausmaß weiter wachsen, weil es nun so extrem groß ist“, sagt der Finne. Doch werde Amazon in den nächsten fünf bis zehn Jahren trotzdem noch größer werden als der Marktdurchschnitt.

Der Fonds hält auch Titel am chinesischen Internetriesen Alibaba, von dem chinesischen Suchmaschinenanbieter Baidu und Facebook. Eines der jüngsten Investments des Fonds ist die Online-Kreditbörse LendingTree, deren Aktien Grönblom Anfang des Jahres gekauft hatte. „Das Unternehmen ist Vermittler oder Makler“, sagt Grönblom. „Und das ist es, was diese zweiseitigen Märkte interessant macht: Es entstehen Netzwerkeffekte.“

Die habe es zwar schon immer gegeben, aber in digitalen Unternehmen seien sie stärker als normal. Das schaffe besagte Winner-Take-All-Situationen. Situationen also, bei denen Grönblom besonders hellhörig wird.

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