WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Höhere Renditen Nobelstiftung setzt auf Hedge-Fonds

Zum ersten Mal seit 1949 wurde das Preisgeld für den Nobelpreis gesenkt. Während sie bislang 1,2 Millionen Euro erhielten, werden es in diesem Jahr nur 930.000 Euro sein, berichtet das Handelsblatt. Die Nobelstiftung leidet unter der Finanzkrise.

Die Nobelstiftung setzt auf Hedge-Fonds. Quelle: dpa

Eine veränderte Anlagestrategie greift deshalb nun bei der Nobelstiftung: Derzeit investiere die Stiftung 47 Prozent des Kapitals in Aktien, wie es in dem Bericht heißt. 33 Prozent sind in Hedge-Fonds und Investmentfirmen angelegt; die Hedgefonds machen davon 14 Prozent aus. Der Rest des investierten Kapitals verteile sich auf Anleihen. In Zukunft soll noch mehr Kapital in die Hedge-Fonds investiert werden. Diese waren in den vergangen Jahren mit einer Rendite von drei Prozent deutlich ertragsreicher als alle übrigen Anlagen. Ziel sei es die Gesamtrendite auf drei bis fünf Prozent zu steigern - so wie es in früheren Jahren der Fall gewesen ist.

Die Millionen der Nobelpreisträger
Es gibt aus Sicht der Schweden einige gute Gründe, nicht zur Euro-Zone zu gehören. Einer davon ist der Nobelpreis. Kaum auszudenken, wie prosaisch es sich anhören würde, wenn die Königliche Akademie der Wissenschaften bekannt gäbe, das Preisgeld läge bei knapp einer Million Euro. Zehn Millionen Kronen, das klingt. Aber was machen Nobelpreisträger eigentlich mit dem Geldsegen? Quelle: dpa
Zwar spricht man auch unter Forschern, Literaten und Friedensaktivisten ungern über das eigene Bankkonto. Doch die Summe, die die Schweden den Laureaten überweisen, ist für die meisten Preisträger mindestens ebenso bedeutsam wie der ideelle Wert der Auszeichnung. Die Literaturnobelpreisträgerin von 2004, Elfriede Jelinek, beantwortete die Frage, was die Auszeichnung für sie bedeute, ganz eindeutig: finanzielle Unabhängigkeit. Quelle: AP
Tatsächlich ist es so, dass viele Nobelpreisträger zwar gute Jobs an Unis haben, aber durchaus keine Großverdiener sind. Und gerade die renommiertesten Forschungsinstitute - etwa das MIT nahe Boston, die Rockefeller Uni in New York oder in Deutschland die Uni München - liegen in Gegenden mit extrem hohen Lebenshaltungskosten. Wolfgang Ketterle, deutscher Physik-Nobelpreisträger von 2001, kennt das Problem. Er lebt und forscht in Cambridge, Massachusetts, einem der teuersten Pflaster Nordamerikas. "Ich habe das Nobelpreisgeld verwendet, um ein Haus zu kaufen und die Ausbildung der Kinder zu finanzieren", so Ketterle im Gespräch mit Handelsblatt.com. Der Professor hat deren drei, und an guten Unis in Nordamerika kosten allein die Studiengebühren schon mal gerne 30.000 Dollar pro Jahr. Quelle: AP
Richard Roberts (hier als 2. von links bei der diesjährigen Verleihung der Ig-Nobelpreise), der dem so genannten Gen-Splicing auf die Spur gekommen war und dafür 1993 den Nobelpreis erhielt, nutzte das Geld, um vor seinem Haus ein Croquet-Feld mit englischem Rasen anzulegen. Dass er auch aufgrund dieser entschieden britischen Upper-Class-Variante der Geldverwendung von Königin Elizabeth 2008 zum Ritter geschlagen wurde, ist aber nur ein Gerücht. Quelle: rtr
Paul Nurse (l.), Nobelpreisträger für Medizin 2001, steckte einen Teil seiner Kronen in eine Anschaffung, die die Königin eher nicht so amüsiert hätte. Nurse kaufte sich ein großes, schnelles und sehr teures Motorrad. Inzwischen ist er Präsident der Rockefeller University in New York und kann sich mit seinem Lohn dort wahrscheinlich auch das Benzin für sein Bike leisten. Quelle: AP
Franco Modigliani, Ökonomie-Preisträger von 1985, zog es dagegen aufs Wasser. Kein Problem, mit dem Geldsegen aus Stockholm konnte er sich gleich ein ganzes Segelboot kaufen. Quelle: dpa
Als besonders vorausschauend erwies sich Albert Einstein im Umgang mit seinem Nobel-Preisgeld. Er vermachte die gesamte Summe in einem Scheidungsvertrag seiner Ex-Frau Mileva Maric und den beiden gemeinsamen Söhnen. Klingt nach pflichtbewusstem Vater, ansonsten aber eher weniger außergewöhnlich, finden Sie? Falsch. Denn den Vertrag setzte Einstein im Jahr 1919 auf - den Nobelpreis erhielt er aber erst 1921. Quelle: AP

Durch Finanz-und Schuldenkrise ist die Rendite seit 2007 jährlich gesunken und mittlerweile auf 0,6 Prozent geschrumpft. Nach Angaben des Handelsblatt landeten die Aktien-Anlagen mit einem Minus von 2,4 Prozent sogar im roten Bereich. Ende des Jahres verwaltete die Stiftung mit 340 Millionen Euro fast ein Fünftel weniger als noch vor vier Jahren. Nun folgt der Wechsel in der Anlagestrategie. Die 1.300 geladenen Gäste im Stockholmer Rathaus werden bei der diesjährigen Feier für die Nobelpreisträger am Montagabend nichts davon merken. Das Fest wird opulent wie immer sein.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%