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Immobilienriese in der Krise Evergrande-Aktie legt kräftig zu – doch die Unsicherheit bleibt

Der chinesische Konzern Evergrande hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden Dollar. Quelle: REUTERS

Die Lage beim chinesischen Immobilienriesen ist angespannt. Zwar erholt sich der Kurs des Unternehmens. Doch Investoren warten weiterhin gebannt auf Nachrichten, ob fällige Zinszahlungen geleistet werden können.

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Der schwer angeschlagene chinesische Immobilienkonzern Evergrande hat am Donnerstag trotz anhaltender Ängste vor Zahlungsausfällen an der Hongkonger Börse kräftig zugelegt. Die Evergrande-Aktie beendete den Handel mit einem Plus von rund 17 Prozent auf 2,66 Hong-Kong-Dollar. Zeitweise waren die Papiere sogar um über 30 Prozent gestiegen.

Laut Beobachtern reagierten Anleger auf eine Ankündigung vom Vortag, wonach sich der Konzern etwas Luft verschaffen konnte. Evergrande hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sich das Unternehmen mit Gläubigern über Zinszahlungen für eine im südchinesischen Shenzhen gehandelte Anleihe geeinigt habe, die am Donnerstag fällig wurden. Die Hongkonger Börse war am Mittwoch wegen eines Feiertags geschlossen.

Der chinesische Konzern hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden Dollar. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall. Der Konzern muss Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht zu bezahlen. Zudem schuldet Evergrande Kleinanlegern, darunter vielen Mitarbeitern, mehrere Milliarden Dollar.



Für anhaltende Verunsicherung sorgte, dass das Unternehmen noch immer keine Angaben zu einer weiteren in US-Dollar gehandelten Offshore-Anleihe gemacht hat. Nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg musste Evergrande hierfür am Donnerstag eine Zinszahlung von 83,5 Millionen US-Dollar (rund 71 Mio. Euro) leisten. Eine weitere Zinszahlung von 47,5 Millionen Dollar ist am 29. September fällig. Für beide Zahlungen gilt laut Bloomberg eine Nachfrist von 30 Tagen, was Evergrande weitere Zeit verschaffen könnte.

Wie chinesische Staatsmedien berichteten, versuchte Evergrande-Chef Xu Jiayin in einer Sondersitzung am Mittwochabend erneut Ängste zu zerstreuen. Es habe oberste Priorität, Kunden von Vermögensanlageprodukten auszuzahlen, sagte der Vorstandsvorsitzende demnach. Auch müsse alles dafür getan werden, den Bau von nicht fertiggestellten Wohnungen wieder aufzunehmen und die Interessen der Eigentümer zu schützen.

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Ein wichtiger Aktionär von Evergrande kündigte an, nicht länger an seiner Beteiligung festhalten zu wollen. Die Chinese Estates Holdings, der zweitgrößte Aktionär von Evergrande, teilte mit, dass Anteile im Wert von 32 Millionen Dollar bereits verkauft worden seien. Später wolle man sich komplett von den Anteilen trennen.

Mehr zum Thema: Der mit 300 Milliarden Dollar verschuldete Immobilienkonzern Evergrande steht am Abgrund. Noch ist die mögliche Pleite vor allem ein innerchinesisches Problem. Doch es könnte weiteren Druck auf die Märkte geben, weil in Chinas überhitztem Immobiliensektor weitere Beben drohen.

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