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Intelligent investieren

Vorsicht vor Börsenprognosen, es gibt Besseres

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Großartige Unternehmen sind berechenbar

Wenn man sich mit einem Unternehmen auskennt, wird man vor allem in der Lage sein, seinen Wert – verstanden als Summe aller künftigen Unternehmensgewinne, abgezinst auf die Gegenwart – mit hinreichender Gewissheit zu ermitteln. Zwar nicht auf die Nachkommastelle genau, aber immerhin doch in einer gewissen Bandbreite.

Und wenn man das kann, dann lassen sich gut begründete Investitionsentscheidungen treffen: Der Anleger investiert, wenn der Wert des Unternehmens deutlich über dem Preis – also über seinem Börsenwert - liegt. Wenn der Wert zu nahe am oder gar unter dem Preis liegt, investiert er nicht. Er übt sich in Geduld, wartet bis der Preis stimmt und hält weiter Ausschau nach attraktiven Gelegenheiten.

Ein solches Vorgehen ist bei Investitionsentscheidungen, die sich auf Makro-Prognosen stützen, im Regelfall nicht möglich. Zum Beispiel lässt sich für den Aktienmarkt insgesamt oder die Wechselkurse von Währungen der Wert nur sehr schwer oder gar nicht ermitteln. Wenn man aber nicht mit hinreichender Gewissheit sagen kann, was der Wert des, sagen wir, US-Dollar-Euro-Wechselkurses ist, wie will man dann eine sinnvolle Investitionsentscheidung treffen? Die Antwort, die auf diese Frage passt, unte-streicht noch einmal die Ratio „Mikro statt Makro“.

Und was ist mit Zukunftseinschätzungen zu den großen Veränderungen im „Big Picture“? Hierzu zählen zum Beispiel Umbrüche in der weltweiten Geld- und Kreditarchitektur. Zweifelsohne hätten sie das Potenzial, die Kaufkraft der Währungen nachhaltig zu beschädigen, die weltweite Produktions- und Beschäftigungsstruktur aus den Angeln zu heben und letztlich auch den Wert der Geschäftsmodelle vieler Unternehmen nachhaltig zu beeinträchtigen. So bedeutsam sie auch sein mögen: Es lässt sich nicht vorab sagen, ob sie sich leichter prognostizieren lassen als das Auf und Ab der Börsen und Konjunkturen. Weil sie aber „Game Changer“ sein können, zahlt es sich vermutlich für den Investor aus, die Möglichkeit großer Veränderungen im „Big Picture“ im Blick zu haben.

Der Investor, der auf „Mikro statt Makro“ setzt, kann dem Unwissenheitsproblem vermutlich am besten die Stirn bieten, indem er langfristig in großartige Unternehmen investiert – und an ihnen festhält, durch Hausse und Baisse, durch Boom und Bust hindurch. Großartige Unternehmen sind in der Lage, für lange Zeit hohe Eigenkapitalrenditen zu erwirtschaften, den Gewinn pro Aktie zu steigern und durch wirtschaftlich und monetär schwierige Phasen durchstehen. Stimmt das Geschäftsmodell, wird sich das langfristig im Aktienkurs zeigen, ungeachtet kurzfristiger Kursrückschläge und -einbrüche.

Das jedenfalls zeigen die Ergebnisse der erfolgreichsten Investoren unmissverständlich. Und solange es keine bessere Strategie gibt, macht es da nicht Sinn, dem Vorgehen der wirklich Erfolgreichen zu folgen?

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