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Internationale Aktienmärkte Den Börsen droht der Ausverkauf

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Der Ölpreis verfällt

Doch um einen Ausverkauf an den internationalen Aktienmärkten noch zu verhindern, müsste die Fed zusammen mit der Europäischen Zentralbank (EZB), der Bank of England und der Bank of Japan mehr als 200 Milliarden Dollar Nettoliquidität in die Märkte pumpen – aber Quartal für Quartal. Diese Summe ermittelt hat Matt King. Der Chef der globalen Kreditstrategie bei der US-Großbank Citigroup in London hat untersucht, wie die bisherigen Liquiditätsspritzen der Notenbanken auf die Finanzmärkte ausstrahlten. Nur die Aussicht auf eine Verlängerung oder Neuauflage von QE wird nicht reichen. Auch die Dosierung müsste entsprechend erhöht werden mit Blick auf die jetzt auch in den USA stark rückläufigen Inflationserwartungen, zu denen auch der Einbruch des Ölpreises beiträgt.

Welchen Staaten der niedrige Ölpreis besonders schadet
Erdölförderung Quelle: dpa
Ölförderung in Saudi-Arabien Quelle: REUTERS
Ölförderung in Russland Quelle: REUTERS
Oman Ölpreis Quelle: Richard Bartz - eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons
Öl-Leitung im Niger-Delta Quelle: dpa
Ölförderpumpe in Bahrain Quelle: AP
Venezuela Ölförderung Quelle: REUTERS

Ölpreis sticht Junk-Bond-Blase an

Paradox: Dank des Schieferölbooms erreichte die US-Ölproduktion unlängst das höchste Niveau seit fast drei Jahrzehnten. Die durch das Fracking ausgelöste Energierevolution in den USA galt als integraler Bestandteil der Wachstumshoffnungen für die US-Wirtschaft. Doch das zusätzliche US-Ölangebot gepaart mit einem global eher verhaltenen Wachstum der Ölnachfrage haben den Preis der US-Referenzsorte WTI inzwischen auf 80 Dollar pro Fass gedrückt. An dieser Marke drohen nun die ersten Produzenten in die Verlustzone zu geraten. Das Mekka der US-Ölindustrie liegt in Houston im US-Bundesstaat Texas. Unternehmen von dort haben ihre Investitionen in die Erschließung und Ausbeutung der Schiefervorkommen massiv über die Ausgabe von Junk Bonds finanziert. Der Anteil von Emittenten aus der US-Ölindustrie am Gesamtvolumen des US-Junk-Bond-Marktes hat sich seit Ende 2007 von unter zehn auf zuletzt 15 Prozent erhöht. Der Ölpreisverfall könnte die gesamte Junk-Bond-Blase platzen lassen. Houston, wir haben ein Problem!

Börse



Deshalb war der jüngste Kurseinbruch an den Aktienmärkten wohl auch keine normale Korrektur mehr in einem intakten Aufwärtstrend, sondern der Auftakt einer Aktienbaisse. Dazu passt auch die jüngste „Big Money“-Umfrage des US-Anlegermagazins und „WirtschaftsWoche“-Kooperationspartners „Barron’s“ unter Großanlegern. Von ihnen outeten sich 84 Prozent als „bullish“ gegenüber großkapitalisierten US-Aktien. Dagegen senkten 91 Prozent den Daumen bei US-Staatsanleihen. Die Werte lassen Aktienleerverkäufer aufhorchen. Die eigentliche Abwärtsbewegung am US-Aktienmarkt dürfte demnach überhaupt noch nicht angefangen haben und entsprechend die Flucht in den US-Staatsanleihenmarkt weiter anhalten.

Randnotiz: Bei Gold waren 76 Prozent der Befragten „bearish“ eingestellt. Ein auffälliger Kontrast im Vergleich zu den 69 Prozent, die sich im Oktober 2012, also kurz vor dem großen Einbruch des Unzenpreises, als Goldbullen bezeichneten.

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