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Internet-Aktien Viel besser als Facebook

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Amazon und Ebay: Kaufhäuser der Welt

Amazon-Internetseite Quelle: dpa

Beispiel Amazon: Der Online-Discounter brauchte dank aggressiver Expansionsstrategie zwar lange Jahre, bevor er die Gewinnzone erreichte. 1997 startete das Unternehmen mit umgerechnet 28 Millionen Euro Verlust. 2011 erzielte Amazon einen Gewinn von 454 Millionen Euro – und die Zahlen überraschen immer wieder positiv trotz massiver Investitionen in die Wachstumsstrategie. Dafür bezahlen Amazon-Kunden anders als bei Facebook mit barer Münze, wenn sie die Handelsplattform für ihren Einkauf nutzen. Die Kalifornier sind inzwischen derart breit aufgestellt, dass nicht mehr nur die traditionellen Buchhändler und Elektrohandelsketten vor der Marktmacht Amazons zittern, sondern sogar große Supermarkt- und Kaufhausketten wie Wal Mart in den USA.

Unternehmensgründer und -chef Jeff Bezos hat inzwischen dafür gesorgt, dass selbst Kleidung und Kosmetik auf Amazon bestellt werden können. Sein neuester Coup: Amazon hat sich der Nachrichteagentur Bloomberg zufolge die Rechte der vier großen Musikverlage in den USA gesichert, um einen Cloud-Dienst für Musik zu starten. Schon Anfang Juli könnte es losgehen. Auch bei den begehrten Smartphone-Apps will Amazon mitverdienen und bietet die kleinen Smartphone-Programme für das Google-Betriebssystem Android online zum Kauf an. Die Plattform soll noch in diesem Sommer auf Deutschland übertragen werden.

Riskante Wetten und solide Internet-Investments

Leider ist die Amazon-Aktie seit März im steilen Aufwärtstrend und damit schon wieder recht teuer. Langfristig orientierte Anleger könnten bei Kursrückschlägen dennoch zulangen. Die könnte es geben, wenn sich die Konjunkturaussichten in den USA und Europa sich weiter eintrüben.

Der Online-Auktionshändler Ebay ist auch einer dieser unumstrittenen Marktführer im Internet-Segment, bei dem ordentlich die Kassen klingeln. Den Nettogewinn von 2,1 Millionen Euro im Jahr des Börsengangs 1998 – nur drei Jahre nach der Gründung - konnte das Unternehmen auf 2,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr steigern. Im gleichen Zeitraum hat der Aktienkurs um mehr als das vierzigfache zugelegt. Da stört es wenig, dass der Konzern heute vor allem mit der Online-Bezahl-Tochter Paypal sein Geld verdient und der Gewinnanteil aus dem Auktionsgeschäft bröckelt.

Google billig, Facebook teuer 
Bei den wichtigsten Kennzahlen hinkt der Börsen-Newcomer der Konkurrenz hinterher, einzig das Wachstum der vergangenen Jahre kann bisher überzeugen. Doch Facebook wuchs von niedrigem Niveau aus, weiter oben wird die Luft dünner. 
UnternehmenKurs Börsenwert U.-wert1 Umsatz 2012U.-wert zu
Umsatz 2012 
Umsatzplus
'09 bis '13 (p.a.) 
Amazon220,95 $99,3 Mrd. $93,6 Mrd. $63,4 Mrd. $

1,5

35 %
Apple583,09 $525,2 Mrd. $415,1 Mrd. $162,4 Mrd. $3,240 %
Ebay39,57 $51,1 Mrd. $47,3 Mrd. $14,0 Mrd. $3,417 %
Google604,03 $196,6 Mrd. $151,8 Mrd. $45,5 Mrd. $3,324 %
Facebook38,003 $106,34 Mrd. $95,4 Mrd. $5,0 Mrd. $19,1
71 %
UnternehmenGewinn
(netto 2012)

KGV

2012/13 

Gewinnplus p.a.
'09 bis '13
Marge
(netto 2012)
Op. Cashflow 2011Börsenwert zu Cashflow 2011 Chance/ Risiko2
Amazon0,6 Mrd. $

184,5/84,4

17 %

0,9 %

3,9 Mrd. $

25

6/6
Apple43,8 Mrd. $

12,0/10,5

58 %

27,0 %

37,5 Mrd. $146/5
Ebay2,5 Mrd. $20,4/17,513 %17,8 %3,3 Mrd. $155/5
Google12,5 Mrd. $

15,7/13,2

24 %

26,6 %

14,6 Mrd. $136/4
Facebook1,0 Mrd. $

106,3/59,4

95 %

25,5 %

1,5 Mrd. $

68,4

5/7
grün = relativ günstige Bewertungskennziffer, rot = relativ hohe Bewertungskennziffer; 1 Börsenwert minus Nettoliquidität; 2 1 = niedrig, 10 = hoch; 3 Emissionspreis am oberen Ende der Spanne; 4 Bewertung bei 38 Dollar je Aktie inklusive ausstehender Aktienoptionen und noch auszugebender Aktien für die Übernahme von Instagram; 5 Börsenwert minus aktuelle Nettoliquidität minus 6,8 Milliarden Dollar Einnahmen aus dem IPO (Zufluss, der Facebook zusteht bei Vollzuteilung inklusive Mehrzuteilung); Zahlen von 2012 an: Analystenschätzungen; Zahlen teilweise gerundet; Quelle: Bloomberg, Value Line, JP Morgan, eigene Berechnunge; Stand 10. Mai 2012

Für Aktionäre hat die Erfolgsstory allerdings einen Haken: Seit ihrem historischen Finanzkrisentief bei zehn Dollar im Jahr 2009 geht es mit dem Kurs praktisch nur aufwärts – und dieser Trend hat sich seit Jahresbeginn nochmals beschleunigt. Aktuell notiert die Ebay-Aktie bei knapp 42 Dollar. Sollte die US-Konjunktur nicht nachhaltig in Schwung kommen, kann es zu deutlichen Rückschlägen kommen. Andererseits ist die Aktie gemessen an den Gewinnschätzungen für 2012 noch nicht überteuert. Wer einsteigt sollte also immer einen Stop-Loss-Kurs setzen und regelmäßig nachziehen.

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