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Internet-Aktien Viel besser als Facebook

Die Facebook-Aktie erholt sich zwar, ist aber immer noch teuer und hochriskant. Wer also in Internet-Giganten investieren will, sollte sich lieber die echten Schwergewichte ansehen.

Die Gewinner des Facebook-Börsengangs
Peter Thiel ist bekannt für seine verrückten Investmentideen. Quelle: REUTERS
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Quelle: dapd
Dustin Moskovitz Quelle: dapd
Facebook-Managerin Sheryl Sandberg Quelle: REUTERS
Napster-Gründer Sean Parker Quelle: AP
Internet-Invester Yuri Milner Quelle:
Accel Partners & James BreyerZusammen mit der Investmentfirma Accel Partners war James Breyer (r.) einer der ersten Geldgeber Facebooks: 12,7 Millionen Dollar investierten die Partner 2005 in das soziale Netzwerk. Mit 201,34 Millionen Aktien hat sich dieses Investment auf jeden Fall gelohnt. Zum Börsengang planen die Geldgeber jetzt 38,2 Millionen Aktien davon zu verkaufen – und würden damit 1,34 Milliarden Dollar einstreichen. Quelle: dapd

Aus der einstigen Hoffnungsbranche mit schwindelerregenden Wachstumsraten und fragwürdigen Geschäftsmodellen haben sich längst wahre Global Player mit Milliardenumsätzen und –gewinnen entwickelt. Dazu gehört auch der noch junge Marktführer unter den sozialen Netzwerken: Facebook. Aber seit dem Börsengang haben Anleger der ersten Stunde fast ein Drittel ihre Investments eingebüßt. Die schärfsten Kritiker des Unternehmens sehen sich nun bestätigt – auch wenn sich die Aktie inzwischen etwas erholt hat. Die Unternehmensbewertung zum Börsengang jenseits der 100 Milliarden Dollar hat sich bereits jetzt als Luftschloss erwiesen.

Als Facebook am 18. Mai 2012 an der US-Technologiebörse mit einem Ausgabepreis von 38 Dollar startete, war den meisten Anlegern offenbar schon klar, dass die Bewertung des Internet-Aufsteigers wohl allzu ehrgeizig war. Für die Aktie ging es in den drei Wochen nach dem Börsenstart auf 25,52 Dollar runter - fast genau ein Drittel weniger als zum Ausgabekurs.

Offenbar setzte sich an der Börse die Erkenntnis durch, dass die 900 Millionen Facebook-Nutzer dem Unternehmen kaum Umsatz bringen. Vielmehr ist es die Attraktivität der Community für die Werbebranche, die Facebook langfristig Potenzial verleiht. Schließlich sind auch die Vorlieben und Freundeskreise in den Nutzerprofilen enthalten – ideal für zielgruppengenaue Marketingmaßnahmen. Die hübsche Börsenstory hat aber leider einen gewaltigen Haken: Noch weiß niemand, wie sich Unternehmenschef Mark Zuckerberg – nach wie vor Alleinherrscher bei Facebook – die Einbindung von Werbung genau vorstellt und welche Ertragschancen sich daraus ergeben. Zudem besteht die Gefahr, dass immer mehr Nutzer der Plattform fernbleiben, wenn sie sich von Werbung belästigt fühlen. Ob das künftige Geschäftsmodell aufgeht, steht also in den Sternen.

Inzwischen hat die Facebook-Aktie dennoch die erste Trendumkehr geschafft. Angesichts der kurzen Zeit der Börsennotierung hat das allerdings nur begrenzte Aussagekraft. Immerhin konnten Aktionäre, die zu 38 Dollar je Aktie zuschlugen und das Papier trotz Kursrutsch gehalten haben, ihre Verluste inzwischen auf rund 17 Prozent reduzieren. Aktuell notiert Facebook an der Nasdaq mit 31,80 Dollar. Aktionäre können nur hoffen, dass bald wieder gute Nachrichten aus dem Unternehmen kommen.

Wer mit den Internet-Riesen wirklich Geld verdienen will und etwas Stabilität bevorzugt, sollte sich lieber bei den anderen Big Playern der Branche umsehen. Bei Ihnen hat sich der Erfolg des Geschäftsmodells längst gezeigt, oft profitieren sie dennoch von den hohen Wachstumsraten im Internet und den schwindenden Marktanteilen der klassischen Anbieter außerhalb der digitalen Welt.

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