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Internetlegende Marc Andreessen "Unternehmen droht beim frühen IPO die Todesspirale"

Marc Andreessen ist nicht nur eine Internet-Ikone, sondern auch ein gefragter Risikokapitalgeber. Jetzt warnt er: Startups müssten länger mit dem Börsengang warten - auch wenn das Anlegern und Sparern schade.

Schriftzug Alibaba Quelle: REUTERS

Die Bewertung von Technologiefirmen beim Börsengang steigt zusehends. Twitter startete im November 2013 mit einem Wert von 14,2 Milliarden Dollar, Facebook erreichte beim Initial Public Offering (IPO) im Mai 2012 eine Kapitalisierung von rund 100 Milliarden Dollar. Nach Aussagen von Marc Andreessen hat die zunehmend hohe Unternehmensbewertung beim Börsengang systembedingte und strukturelle Gründe. Für kleinere, wachstumsstarke Firmen sei ein IPO heute schlicht zu riskant. „Das Ergebnis ist der faktische Tod des IPOs“, sagte er in einem Interview mit der US-Website vox.com.

In den Neunzigerjahren hatte Andreessen den seinerzeit führenden Webbrowser-Anbieter Netscape gegründet und an die Börse gebracht. In den Folgejahren gründete er weitere Internetfirmen, heute ist er einer der prominentesten Risikokapitalgeber für junge Internetfirmen.

Anders als in den Neunzigerjahren setzen sich heute wachstumsstarke Unternehmen erst dem Auf und Ab der Börse aus, wenn sie schon bedeutend mehr Gewicht auf die Waage bringen. „Seinerzeit schaffte Microsoft den Börsengang mit einer Bewertung von nur einer Milliarde Dollar. Das bot die Aussicht, den Wert am Aktienmarkt um das 1000-fache zu steigern“, sagt Andreessen. „Die Unternehmen wuchsen in erster Linie am Aktienmarkt.“

Börsenkandidaten und ihr Geschäftsmodell

Damals wäre der Markt noch viel ruhiger gewesen. Anstelle der damals als Langfristinvestoren dominierenden Publikumsfonds wären es heute vor allem Hedgefonds, die investierten. Diese engagierten sich nur sehr kurzfristig und hätten auch zu einer dramatischen Zunahme der Wetten auf fallende Kurse geführt. „Als börsennotiertes Unternehmen wird man so zum Federball zwischen sich bekriegenden Wetten auf steigende und fallende Kurse“, so Andreessen.

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