WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Wiwo Web Push

Interview mit Klaus Kaldemorgen (Teil 1) "Rückschlagpotenzial ist deutlich gestiegen"

Seite 2/3

"Ich bin doch auch ein Risiko"

Die Deutschen entdecken die Aktie neu
RekordjagdDer deutsche Aktienmarkt ist in diesem Jahr von einem Rekordhoch zum nächsten marschiert. Ein Ende der langen Rekordrally ist aus Sicht vieler Bankhäuser aber noch lange nicht in Sicht. Die Deutsche Bank traut dem Dax im Jahr 2014 einen Anstieg bis auf 11.000 Punkte zu. Auch die deutschen Privatanleger blicken voller Optimismus ins neue Jahr. Zählten in der Vergangenheit vor allem das Sparbuch und Tagesgeldkonto zu den favorisierten Anlageinstrumenten, endeckten die Deutschen in der aktuellen Börsen-Hausse völlig neue Investments für sich. Dies zeigt das Ergebnis des aktuellen Anlegerbarometers von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider. Wir zeigen, wo die Deutschen am liebsten investieren und wie der deutsche Anleger die kommenden Börsenmonate einschätzt. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
BörsenentwicklungDie Aussichten für die Aktienmarktentwicklung in den nächsten sechs Monaten haben sich nach Ansicht der Deutschen deutlich verbessert. Aktuell glauben wieder mehr Anleger an steigende Börsenkurse (36 Prozent) als an fallende (23 Prozent). Die Gruppe der Optimisten setzt sich dabei zusammen aus zwei Prozent, die von stark steigenden Notierungen ausgehen und 34 Prozent, die an leicht steigende Aktienmärkte glauben. Quelle: dpa
Positive GrundstimmungStark fallende Kurse erwarten lediglich fünf Prozent (Vorquartal: vier Prozent) und leicht fallende Aktienmärkte 18 Prozent (letztes Quartal: 25 Prozent) Diese positive Grundeinschätzung deckt sich mit der Einschätzung der Experten von Union Investment: „Die Zentralbanken verfolgen immer noch eine Politik des billigen Geldes. Das internationale Wirtschaftswachstum verleiht den Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind." Quelle: REUTERS
Konjunkturelle EntwicklungDas Vertrauen in die Wirtschaftskraft in Deutschland nimmt weiter zu. Gingen im vorigen Quartal 13 Prozent der Befragten von einem wirtschaftlichen Aufschwung aus, sind es aktuell 21 Prozent. Das ist der höchste Wert in diesem Jahr und dreimal so viel wie im dritten Quartal 2012, dem Höhepunkt der europäischen Staatsschuldenkrise. Quelle: dpa
Größere ZuversichtNur noch knapp ein Viertel (24 Prozent) glaubt an eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in den nächsten sechs Monaten. Bei der letzten Befragung waren es 29 Prozent und im dritten Quartal 2012 immerhin 45 Prozent. Quelle: dpa
LeitzinsentwicklungIn den kommenden sechs Monaten erwartet die Mehrheit der Anleger (62 Prozent) konstant bleibende Zinsen (Vorquartal: 64 Prozent). Mit einer fallenden Zinsentwicklung rechnet knapp jeder Fünfte (19 Prozent). Das sind vier Prozentpunkte mehr gegenüber dem dritten Quartal 2013. Quelle: dpa
Die beliebtesten InvestmentsIn dem jetzigen Umfeld historisch niedriger Zinsen verwundert es somit kaum, dass ausschließlich Aktien und Investmentfonds in der Gunst der Anleger steigen. Hielten im dritten Quartal dieses Jahres 26 Prozent Aktien für attraktiv sind es aktuell 30 Prozent, was der höchste Wert seit Beginn der Fragestellung im ersten Quartal 2010 ist. Quelle: dpa

Würden Sie sagen, der Fonds eignet sich als alleiniges Investment?
Um Gottes Willen. Ich bin doch auch ein Risiko und kann daneben liegen. Es ist daher keine schlechte Idee zum Beispiel die Portfolios mehrerer Vermögensverwalter zu kombinieren.

Machen dieser Fonds Sinn, wenn Eltern für ihre Kinder investieren wollen?
Wenn jemand sehr  jung ist, können Sparpläne auf Aktien sinnvoller sein. Damit kann man langfristig höhere Renditen erzielen und Schwankungen kann man in diesem Fall aussitzen.

Sie glauben also noch an Aktien?
Aktien sind die spannendste Anlageklasse überhaupt und ohne sie kann Geldanlage nicht erfolgreich sein. Das zeigt ja auch der Concept Kaldemorgen. Als wir diesen Fonds aufgelegt hatten, gab es bei festverzinslichen Werten noch außerordentlich attraktive Renditen bei Unternehmensanleihen und zum Teil in der Peripherie Europas. Mittlerweile sind diese Renditen aber auf ein Niveau gefallen, welches keine vernünftige Entlohnung für das Zinsänderungs- und Kreditrisiko bietet. Aktien stellen deshalb zurzeit die attraktivere Anlagealternative dar. Das heißt allerdings nicht, dass sie dadurch risikoloser geworden sind. Es ist nun mein Job dieses Marktrisiko der Aktienanlage auf lange, aber auch kürzere Sicht zu steuern. Ich möchte auf keinen Fall das Rückschlagrisiko am Aktienmarkt herunterspielen, welches durch die starken Kurssteigerungen etwa beim Dax in jüngster Zeit deutlich gestiegen ist.

So kommen Aktien-Anleger durch das Zinstal

Sie sind also für Aktien trotz der jüngsten Kursgewinne optimistischer als für Anleihen. Wo sehen Sie denn den deutschen Aktienmarkt zum Jahresende?
Schätzungen auf Zwölf-Monats-Sicht gehen derzeit von 9.800 bis 10.400 Punkten aus. Dass wir eine Jahresendrally bekommen, ist also durchaus möglich. Als Vermögensverwalter beginne ich aber auch hier zu rechnen –  fünf bis sechs Prozent Gewinn auf Sicht von einem Jahr bei einer durchschnittlichen Volatilität von 15 im Dax sind taktisch gesehen nicht attraktiv.

Anleger sollten also aus Aktien rausgehen?
Das habe ich so nicht gesagt. Sehen Sie, es gibt die kurzfristig taktische und die langfristig strategische Sicht. Die meisten Deutschen berücksichtigen Aktien in ihrem Portfolio grundsätzlich zu wenig. Nur fünf Prozent des Geldvermögens ist  hierzulande in diese Anlageklasse investiert. Das ist ein strukturelles Problem, das man angehen muss, wenn man mit seinem Geld Rendite erzielen will. Dennoch ist es taktisch gesehen nach der Hausse kein guter Zeitpunkt, um jetzt in den Dax einzusteigen.

Gibt es bei Ihrem Fonds konkrete Vorgaben in punkto Performance und Risiko?
Wir wollen in den schwarzen Zahlen bleiben und auch in schwierigen Marktphasen maximal einstellige Verluste schreiben. Als Ergebnis streben wir hohe einstellige Renditen an. Aber dafür gibt es natürlich keine Garantie. Es ist wie bei allen Total-Return-Fonds lediglich ein Ziel.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%