WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Investment Jetzt schon Facebook kaufen

Seite 2/3

Mitarbeiter-Aktien gesucht

Social Media an der Börse
TwitterKurz vor dem Börsengang waren die Investoren heiß auf den Kurznachrichtendienst: Die Nachfrage nach der Aktie war so hoch, dass Twitter den Ausgabepreis von erst mindestens 17 Dollar auf 26 Dollar hochschrauben konnte. Das sieben Jahre alte Unternehmen, das noch nie auch nur in die Nähe von schwarzen Zahlen gekommen ist, war damit schon vor dem Läuten der Börsenglocke in New York gut 14 Milliarden Dollar wert. Am Ende des ersten Handelstages stand die Aktie dann sogar bei 44,90 Dollar. Twitter konnte die Investoren bislang überzeugen, dass die Wachstumsaussichten gut sind und mit dem Anziehen der Werbeerlöse auch die Gewinne folgen werden. Aber es gibt keine Garantie, dass diese Rechnung aufgeht. Und wie lange hält die Geduld der Börsianer, wenn erst einmal Quartal für Quartal weiterhin rote Zahlen in der Bilanz auftauchen sollten? Schließlich wird Twitter jetzt nicht mehr wie in den ersten Jahren im Verborgenen agieren können, sondern unter voller Transparenz. Zudem weisen Skeptiker darauf hin, dass das Wachstum abflache und Twitter mit 230 Millionen Nutzern weltweit immer noch nicht bei der breiten Masse angekommen ist. Quelle: REUTERS
Facebook soll einen Börsengang der Superlative planen Quelle: dpa
Der Internet-Gutscheindienst Groupon gab zum Börsenstart Anfang November 35 Millionen Aktien zum Preis von 20 Dollar aus Quelle: REUTERS
LinkedIn startete im April 2011 mit massiven Kursaufschlägen Quelle: REUTERS
Spiele-Anbieter Zynga Quelle: dapd
US-Portal Yelp hat erste Unterlagen bei der Börsenaufsicht eingereicht Quelle: dapd
Yandex Quelle: REUTERS

Doch wie komme ich schon jetzt an Facebook-Anteile, noch vor dem Börsengang? Nur gut, dass im Internet Plattformen gibt, auf denen ehemalige Mitarbeiter und frühe Investoren sich von ihren Anteilen an Internet-Unternehmen trennen können. Secondmarket und Sharespost sind die beiden größten in den USA. Nachdem der Handel mit Facebook-Anteilen dort kurz vor Bekanntgabe der Börsenpläne am Mittwoch ausgesetzt worden war, ist er nun wieder möglich. Tatsächlich will sich ein Verkäufer auf Sharespost von seinen Anteilen trennen. Für 37 Dollar würde er sie mir geben. Für das gesamte Unternehmen würde das rund 87 Milliarden Dollar an Wert entsprechen. Käme es zum Börsenstart tatsächlich zu einer 100-Milliarden-Dollar-Bewertung hätte ich also schon 15 Prozent Gewinn gemacht.

Dumm nur: Käufer und Verkäufer müssten auf Sharespost 1500 Dollar Gebühren für einen Treuhänder zahlen, der das Geld annimmt und die Anteile weiterreicht. Mit meinen 1000 Euro, etwas mehr als 1300 Dollar, komme ich hier nicht weit.

Kein Wunder also, dass Sharespost mir nach meiner Anmeldung eine kurze Mail geschickt hatte: Aufgrund meines angegebenen Einkommens und Vermögens sei ich leider nicht berechtigt, Aktien über Sharespost zu handeln. Für außerbörsliche Käufe auf Portalen wie Sharespost oder Secondmarket sieht das US-Wertpapierrecht ein Mindestvermögen von einer Million Dollar vor oder wenigstens 200 000 Dollar Einkommen während der vergangenen zwei Jahre. Die Mindestsumme für einen Kauf oder Verkauf auf Sharespost liegt bei 25 000 Dollar. Allein komme ich so also nicht an Facebook-Anteile. Auch die Suche nach Mitstreitern auf meiner Facebook-Seite bringt keinen Erfolg. Meine Kontakte reagieren zurückhaltend. Ein Facebook-Freund schreibt, es würde ihm schon reichen, wenn er das Recht an seinen Daten zurückkaufen könnte. Er hat das große Potenzial wohl noch nicht erkannt.

Gut, dass es noch einen anderen Weg gibt. Er führt über Russland. Der russische Internet-Konzern Digital Sky Technologies, der Anfang 2011 gemeinsam mit Goldman Sachs Anteile gekauft hat, ist schon länger an Facebook beteiligt. Digital Sky Technologies hat sich 2010 ist in zwei Sparten aufgeteilt. Den größten Facebook-Anteil, 5,4 Prozent, hält die Sparte DST Global. Da sie nicht an der Börse notiert ist, kann ich mich hier nicht direkt einkaufen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die zweite Sparte mit dem Namen Mail.ru ist hingegen an der Londoner Börse notiert. Sie hält 2,3 Prozent der Facebook-Anteile, außerdem 1,4 Prozent am Online-Spieleanbieter Zynga (FarmVille) und 4,6 Prozent des Internet-Rabattunternehmens Groupon.

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%