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Investmentbanker Die glücklichsten und traurigsten Zocker aller Zeiten

Sie schieben Milliardenbeträge hin und her und am Ende sind sie reich oder bitterarm: Investmentbanker. Haben sie Erfolg, werden sie gefeiert, verlieren sie ihre Wetten, bringen sie oft das Finanzsystem ins Wanken.

Die erfolgreichsten Trades - Platz 5: Jesse LivermoreEr war der Crash-Prophet des 20. Jahrhunderts. Jesse Livermore hat sowohl die Börsenpanik von 1907 als auch den Schwarzen Freitag von 1929 vorhergesagt – und darauf gewettet. Die erste Krise brachte ihm damals drei Millionen Dollar ein (heutzutage umgerechnet 70 Millionen Dollar), die zweite Krise spülte sogar 100 Millionen Dollar auf sein Konto, was heutzutage sage und schreibe 1,2 Milliarden Dollar entsprechen würde. Livermore selbst war allerdings kein gelernter Börsianer. Er hat auf eigene Faust investiert und ist für viele Spekulanten bis heute ein Vorbild. Quelle: imago images
Platz 4: Andy KriegerDer Optionshandel hat Andy Krieger reich gemacht. Als Händler der Bankers Trust Company wettete Krieger 1987 gegen den Neuseeländischen Dollar. Er war der Ansicht, dass der „Kiwi“ überbewertet sei. Seine Wette ging auf und bescherte dem Geldhaus Einnahmen in Höhe von 300 Millionen Dollar. Krieger selbst erhielt dafür von der Bank einen Bonus in Höhe von drei Millionen Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 3: George SorosSeine Wetten gegen das britische Pfund haben das Ansehen der Bank of England zerstört. Star-Investor George Soros hat 1992 mit riesigen Geldsummen gegen das Pfund gewettet. Wie Krieger fünf Jahre zuvor beim Neuseeländischen Dollar war auch Soros beim Pfund davon überzeugt, dass die Währung überbewertet sei. Nach mehreren Versuchen, das Pfund zu stabilisieren, musste die Bank of England letztlich klein beigeben. Die englische Währung verlor gegenüber dem Dollar 25 Prozent, Soros verdiente etwa eine Milliarde Dollar. Quelle: dpa
Platz 2: Michael HasenstabMit der Krise Geld verdienen – Michael Hasenstab von Templeton Global Bond Fund hat 2011 gezeigt, wie das geht. Entgegen der allgemeinen Stimmung kaufte Hasenstab irische Staatsanleihen in Milliardenhöhe. Die Position machte rund acht Prozent des gesamten Portfolios des Templeton Global Bond Fund aus. Mit der irischen Zustimmung zu den Troika-Bedingungen machte sich das Investment bezahlt. Denn nur so konnte die Pleite von Irland abgewehrt werden. Hasenstab erzielte mit dieser Anlagestrategie einen Gewinn von rund 2,5 Milliarden Dollar. Quelle: dapd
Platz 1: John PaulsonDie Subprime-Krise hat die Weltwirtschaft bedrohlich ins Wanken gebracht. Banken gingen pleite, Menschen mussten ihre Häuser aufgeben – nur einer hatte während der Krise gut lachen. John Paulson. Der Amerikaner wettete als einer der ersten gegen den Hypothekenmarkt, was ihm letztlich einen unbeschreiblichen Gewinn von 15 Milliarden Dollar bescherte. 2007 verdiente Paulson umgerechnet zehn Millionen Dollar pro Tag. Das war in etwa genauso viel wie J.K. Rowling, Oprah Winfrey und Tiger Woods verdient haben – zusammen. Quelle: REUTERS
Die schlechtesten Trades - Platz 5: Nick LeesonWegen ihm ist die Barings Bank, die bis dahin älteste Investmentbank Englands, pleitegegangen. Nick Leeson hat 1995 mit Call-Optionen auf den Nikkei sage und schreibe 1,4 Milliarden Dollar verbrannt. Zum Verhängnis wurde ihm ein Erdbeben in Kobe, das den Kurs des Nikkei fallen ließ. Um die Verluste wieder wettzumachen, setzte Leeson im Anschluss auf eine schnelle Erholung des japanischen Leitindex, die allerdings nicht eintrat. Nach einer Flucht über Brunei, Bangkok und Abu Dhabi wurde Leeson in Frankfurt am Main festgenommen und nach Singapur ausgeliefert, wo er seine Geschäfte tätigte. Dort wurde er wegen Urkundenfälschung und Betrug zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Quelle: REUTERS
Platz 4: John MeriwetherEine wagemutige Wette auf russische Staatsanleihen hat das Long Term Capital Management an den Rand der Pleite gebracht. Zu verantworten hatte diese Wette der Manager und Mitgründer des Fonds John Meriwether. Mit einem Hebel von 100 (!) pumpte er Geld in die Anleihen des postsowjetischen Staates. Zwischenzeitlich beliefen sich die Verluste des Fonds auf 4,8 Milliarden Dollar. Danach schritt die Fed ein, da befürchtet wurde, dass das internationale Finanzsystem zusammenbrechen könne. Am Ende betrug das Minus rund 1,9 Milliarden Dollar. Quelle: Handelsblatt Online
Platz 3: Sean QuinnEinst war Sean Quinn der Chef des irischen Industriekonglomerats Quinn Group. In der Hoffnung das dicke Geschäft zu machen, hatte Quinn Geld von seiner eigenen Firma abgezogen und in die Anglo Irish Bank geleitet. Nach mehreren Tranchen waren rund 25 Prozent der Bank in Quinns Besitz. Die Finanzkrise, von der Irland besonders betroffen war, machte alle Pläne zunichte. Die Bank musste vom Staat gerettet werden, Quinn verlor 4,2 Milliarden Dollar und seine Zahlungsfähigkeit. Quelle: dpa
Platz 2: Brian HunterGas ist ein explosiver und gefährlicher Rohstoff – auch für Investmentbanker. Brian Hunter von Amaranth Advisors wettete nach Hurrikan Katrina auf steigende Gaspreise und lag damit richtig. Als die Preise später wieder fielen, verpasste Hunter seine Strategie anzupassen. Am Ende verlor Hunter rund 6,5 Milliarden Dollar und Amaranth ging pleite. Quelle: dpa
Platz 1: Jérôme KervielNiemand hat mit Trades so viel Geld verloren wie Jérôme Kerviel von der Société Générale. Rund 7,1 Milliarden Dollar soll der Investmentbanker mit riskanten Finanzgeschäften verloren haben. Die französische Großbank hat sich in der Folge versucht von der Verantwortung zu befreien. Sie stellte Kerviel als Alleintäter da. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhousCoopers hat dieser Darstellung widersprochen. Genützt hat es Kerviel wenig. Er wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, davon zwei Jahre auf Bewährung, sowie zu einer irrsinnigen Rückzahlung von rund 4,9 Milliarden Euro. Die Société Générale hingegen musste lediglich vier Millionen Euro Strafe für die Verletzung der Aufsichtspflicht bezahlen. Quelle: AP
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