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Investmentfonds Anlagefahrplan für die ganze Welt

Die erfolgreichsten Fondsmanager aus fünf Kontinenten über die neuen Trends an ihren Märkten, ihre Anlagestrategie im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und ihre Top-Aktien.

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Sechs Fondsexperten aus der ganzen Welt sprechen über die unterschiedlichen Möglichkeiten und Trends an ihren Märkten. Quelle: Illustration: Martin Haake

Auf der Südhalbkugel der Erde ist die Euro-Schuldenkrise ganz weit weg. In Australien boomt die Wirtschaft, beflügelt auch von dem starken Wachstum in Asien und hohen Rohstoffpreisen, die dem Exportland stabile Einnahmen bescheren. In Afrika kämpfen die Menschen mit anderen Problemen als den Schulden im Euro-Land, sie streben selbst nach Wohlstand. Fortschritte lassen sich hier schon an den höheren Wachstumsraten ablesen, mit denen die Volkswirtschaften – ausgehend von niedrigen Niveaus – zulegen. Auch die USA melden sich mit hoffnungsvollen Konjunkturdaten zurück. Der größte Aktienmarkt weltweit ist ein Paradies für Fondsmanager, die nach vielversprechenden Aktien suchen oder sich auf Technologieaktien konzentrieren.

Spezialistenwissen für Anleger

Die WirtschaftsWoche hat sechs renommierte Experten an den wichtigste Börsenstandorten auf fünf Kontinenten befragt: zwei in den USA, einen in Asien, Australien und Afrika und einen Europäer. Jeder ihrer Heimatmärkte bietet ganz eigene Chancen. Guten Fondsmanagern gelingt es auch im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, Unternehmen zu finden, die Gewinne machen und deren Erfolg sich dann in der Kursentwicklung niederschlägt.

Mit den von diesen Managern gelenkten Fonds für Afrika, Australien und Japan können Anleger in Regionen investieren, bei denen die Auswahl von Einzelwerten mitunter schwierig ist. Die US-Manager bieten mit ihrer Konzentration auf Technologie- und kleinere Nebenwerte ebenfalls Spezialistenwissen. Alternativ können Anleger aber auch vielfach in Börsenindizes investieren. Indexfonds sind deutlich billiger als die Produkte, bei denen Fondsmanager die Auswahl übernehmen – wenn auch nicht immer erfolgreicher.

Attraktive Mischungen für jeden Markt
Mit erfolgreichen Aktienfonds für die fünf Kontinente strukturieren Anleger ein Depot sinnvoll. Alternative: Sie kaufen gleich alle Erdteile über einen Welt-Fonds.
FondsnameISINPerformance über 3 Jahre1 Strategie
USA

Franklin Technology

LU010939283623,5 % Spezialisiert auf Technologieaktien, zu 90 Prozent USA.

Legg Mason Royce Smaller Comp.

IE003439043919,1 % Kleinere US-Aktien, die die Fondsmanagerin für günstig hält.
ETFlab MSCI USADE000ETFL268neuBesteht aus großen US-Aktien, analog dem Index von MSCI.
Japan

Schroder ISF Japanese Equity 

LU010623987313,1 % Mischung großer japanischer Titel von erfahrenem Manager.
db-x-trackers MSCI Japan2LU02742097403,4 % Derivate-Nachbau des Index mit 315 japanischen Aktien.
Lyxor ETF Japan Topix2FR00102455146,0 %Derivate-Nachbau des Index mit 1672 japanischen Aktien.
Australien

First State Asia Pacific

GB003018389023,2 %Expertise des Australien-Managers mit Asien-Beimischung.
Fidelity Funds AustraliaLU004857453624,0 %Spezialisierter Australien-Mix mit aktivem Management.
CS ETF on MSCI Australia2IE00B5V70487neuFinanztitel, Konsum und Rohstoffe dominieren den Index.
Afrika

Coronation Africa

IE00B2RGH03424,3 %Deckt Afrika in Gänze ab, Südafrika dominiert aktuell.
iShares MSCI South Africa USD2IE00B52XQP8325,2 %Die 40 nach Marktkapitalisierung größten Südafrika-Aktien.
Lyxor ETF Pan Africa A2FR001063646412,1 %Index mit je zehn Aktien aus Nord-, Südafrika, Subsahara.
Europa

Allianz RCM Europe Equity Growth

LU025688198727,7 %Große und kleinere wachstumsstarke Europa-Unternehmen.
MainFirst Top European IdeasLU030886402323,0 %Aktiv gemanagtes Portfolio meist größerer Unternehmen.
ETFlab MSCI Europe2DE000ETFL08613,2 %449 Aktien aus 16 europäischen Ländern im Indexnachbau.
Welt
FvS Aktien GlobalLU009733370111,5 %Gute Risikobegrenzung, überwiegend Großunternehmen.
M&G Global BasicsGB003093267620,8 %Mix der besten Aktientrends inklusive Schwellenmärkte.
Sauren Global OpportunitiesLU010628091916,7 %Bewährter Dachfonds mit gutem Trendgespür.
iShares MSCI World ETF2DE000A0HGZR115,0 %Aktien aus 24 Industrieländern, etwa zur Hälfte US-Titel.
Experten der rot markierten Fonds werden im Text vorgestellt; 1 in Prozent pro Jahr; 2 Exchange Traded Funds (ETF) sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Aktienindex durch Kauf der Aktien oder durch Derivate nachbauen;  Stand: 17. April 2012; Quellen: Morningstar, eigene Recherchen

Ein Grieche im Valley

In John Paul Scandalios Eckbüro in der Nähe des Flughafens von San Francisco türmen sich neben den unvermeidlichen Doppel-Monitoren die Papierberge. Als eine Art Ruhepol hat der Fondsmanager hinter sich ein Foto von seiner Frau und seinen Kindern platziert – und einen farbenprächtigen Bildband von Nisyros. Von der kleinen griechischen Insel im Ägäischen Meer stammt seine Familie. Seine Großeltern wanderten in die USA aus. Im Büro wird Scandalios deshalb geneckt: „Ach, das sind also deine Leute, die mit den Milliardenschulden in Europa.“ Scandalios Bruder ist überzeugt, dass die Drachme wieder eingeführt wird. Der Fondsmanager selbst ist zurückhaltender: „Es kommen auch bessere Zeiten.“

Mitten im Epizentrum der Technologiebranche

Mit dieser allgemeinen Unaufgeregtheit führt er auch den Technologiefonds von Franklin Templeton. Scandalios, der den Fonds mit einem derzeitigen Wert von 634 Millionen Dollar seit 2003 leitet, hat sich frühzeitig mit Werten eingedeckt, die heute fast jeder Investor gern in seinem Portfolio hätte: Apple, Google, Amazon und Oracle. Dabei kommt ihm zugute, dass er und sein Team von 13 Analysten mitten im Epizentrum der Technologiebranche sitzen. „Meine Kollegen und ich arbeiten hier nicht nur, sondern wir wohnen hier, haben unsere Kinder in der Schule und Nachbarn und Bekannte in den Silicon-Valley-Unternehmen.“ Scandalios selbst ist in dem Valley-Städtchen Atherton aufgewachsen und am Jesuiten-College Bellarmine Prep in San Jose ausgebildet worden. Er kennt viele der Silicon-Valley-Größen. Und um sein Spezialgebiet – die Halbleiterbranche – kümmert sich der Chef persönlich.

Apple, die er 2003 zu 30 Dollar ins Portfolio aufnahm, wurden von einer Analystin empfohlen, die die Expansion ins Musikgeschäft interessant fand. Heute steht der Kurs bei 600 Dollar, und Scandalios ist davon überzeugt, dass Apple weiter wachsen wird. „Sie stehen beim iPad und iPhone doch erst am Anfang“, sagt er. Die Dividende, die Apple in Kürze zahlt, werde das Unternehmen für viele Investoren noch attraktiver machen. Scandalios genießt den Umbruch in der Branche. „Ich habe in all den Jahren noch nie so viele Umwälzungen gesehen, die gleichzeitig geschehen.“

Beispielsweise durch das sogenannte „Big Data“, bei dem massenhaft Daten verwaltet und ausgewertet werden müssen. Sein Fonds hat groß in den Datenspeicherspezialisten EMC investiert. Umwälzend auch der Trend zum „Cloud Computing“ und „Software as a Service“, bei dem Softwareprogramme direkt aus dem Internet betrieben werden. Scandalios setzt hier auf Werte wie Salesforce.

Vergleich der Aktienindexe von Franklin Technology und MSCI USA (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Gegen den Strom schwimmen

Skeptisch ist er bei Social Media. Momentan hat er keine Werte im Portfolio. „Meine Neffen und Nichten atmen Facebook, Twitter und Zynga förmlich“, sagt Scandalios. Aber er selber und seine Analysten stellten bei Gesprächen fest, dass sich die Newcomer, anders als Google, noch unschlüssig über ihre Geschäftsmodelle sind.

Auf seinem Schreibtisch hat Scandalios an diesem Dienstagnachmittag gerade eine frische Expertise über Facebook, das am Tag zuvor Analysten über seinen für Mai erwarteten Börsengang gebrieft hat. Der Autor der Studie hält einen Börsenwert von über 100 Milliarden Dollar für realistisch. „Wir werden das im Auge behalten“, sagt Scandalios. Druck, einen Modewert aufzunehmen, verspüre er nicht. Gegen den Strom zu schwimmen aber müsse man „aushalten und vor allem gut begründen können“. Bisher ist ihm das gelungen.

New Yorker Dame bürgt für Qualität

Die Fähigkeit, sich der Masse entziehen zu können, hat auch die 44-jährige Fondsmanagerin kultiviert. Minuszeichen machen Lauren Romeo nicht nervös – im Gegenteil. Wenn die Kurse an der Wall Street fallen, nutzt Romeo die Gunst der Stunde. „Jeder Tag, an dem die Märkte nach unten gehen, eröffnet uns neue Chancen“, sagt Romeo. So wie im vergangenen Jahr, als von April an wegen des Debakels um die Erhöhung des US-Schuldenlimits und die darauf folgende Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA die Kurse an den Börsen nach unten stürzten. Werte seien abgestraft worden, obwohl sich ihre Qualität nicht verschlechtert habe, so Romeo. „Da haben viele zuerst geschossen und danach Fragen gestellt. Wir haben gekauft.“ Im vergangenen Jahr hat die Fondsmanagerin 22 neue Aktien in ihr Portfolio aufgenommen, darunter den Medizinhersteller Bio-Rad Laboratories oder den Mikroskophersteller FEI. Bei beiden rechnet Romeo mit guten Renditen, weil sie Spitzenprodukte herstellten. Bio-Rad für den wachsenden Medizinmarkt und FEI in der Spezialchip-Entwicklung.

Romeo, Fondsmanagerin bei der New Yorker Investmentgesellschaft Royce & Associates, einer Tochter von Legg Mason Global Asset Management, tickt anders als die schnelllebig orientierte Wall Street: Sie investiert langfristig, pickt sich kleine, mittelständische US-Unternehmen mit soliden Bilanzen, starkem Cash-Flow und hoher dauerhafter Kapitalverzinsung heraus. Ihr Legg Mason Royce Smaller Companies Fund hat den breiten US-Aktienmarkt und spezielle Nebenwerteindizes über drei Jahre geschlagen. In Romeos 500 Millionen Dollar schwerem Portfolio stecken rund 100 Nebenwerte, die jeweils weniger als fünf Milliarden Dollar Börsenwert haben: Industriewerte, aber auch Minen wie Allied Nevada Gold oder Pan American Silver.

Vergleich der Aktienindexe von Legg Mason Royce und MSCI USA (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Investoren brauchen Geduld

In den USA gebe es durchaus gesunden industriellen Mittelstand, sagt Romeo. Lincoln Electric etwa, ein 100 Jahre alter Maschinenbauer aus Cleveland, sei weltweit führender Hersteller von schweißtechnischen Produkten für den Stahlhochbau, für den Kraftwerk- und Chemieanlagenbau. „Mehr als 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Lincoln im Ausland“, sagt Romeo. „Die Firma profitiert vom Aufbau der Infrastruktur in den Schwellenländern.“ Gute Chancen sieht sie auch bei Graftech International, ebenfalls ein US-Traditionsunternehmen. Der Wettbewerber der deutschen SGL Carbon stellt Grafitelektroden für die Stahl- und Aluminiumproduktion her. Das Unternehmen gehöre zu den fünf Top-Spielern in diesem spezialisierten Markt.

Mindestens drei Jahre Geduld sollten Investoren mitbringen, die in die von insgesamt 34 Managern geführten Royce-Fonds investieren. „Wir schauen, wie sich Unternehmen und ihr Geschäft in den nächsten zwei, drei Jahren entwickeln“, sagt Romeo. „Pflanzen und Ernten nennen wir unsere Strategie.“

Neue Chancen sieht die Fondsmanagerin im Technologie- und Energiesektor und investiert deshalb in Aktien des US-Petrochemieunternehmens Westlake Chemical, in das kanadische Tech-Unternehmen Trican Well Services, das Druckpumpmaschinen für das sogenannte Fracking herstellt, ein Verfahren zur Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten.

Der Kämpfer aus Japan

Wohl nirgendwo auf der Welt haben Aktienanleger so konsistent Geld verloren wie in Japan. Über zwei Jahrzehnte nach dem Hoch vom Dezember 1989 liegt der Leitindex Nikkei immer noch fast drei Viertel im Minus. Da fällt es schwer, dem Optimismus von Shogo Maeda zu vertrauen. „Der Markt ist unterbewertet und sollte daher nach oben gehen“, sagt der 54-Jährige kühn. Seit knapp sechs Jahren managt Maeda den Schroder ISF Japanese Equity. Sein Fonds hat besser abgeschnitten als japanische Aktienindizes. Der Fondsmanager war sein Geld also wert. Absolut sind die Anteile aber nur noch halb so viel wert wie vor fünf Jahren. Doch nun sieht Maeda die Chance für eine Aufholjagd. „Die Luft aus der Blase der Achtzigerjahre ist endlich draußen, ab jetzt ist Japan ein normaler Markt“, sagt er.

Das Steigerungspotenzial sei hoch, weil Gewinne und Kurse durch die Katastrophe in Japan im Vorjahr stark gelitten hätten. Die Erholung der US-Konjunktur und die unerwartete Yen-Schwäche würden die Gewinne treiben und die Kurse deshalb nach oben ziehen. Die populärsten Gegenargumente – Japans stagnierender Binnenmarkt, die hohe Staatsverschuldung und die schrumpfende Bevölkerung – wischt Maeda vom Tisch: „Wer früher Nokia kaufte, hat sich auch nicht um Finnland gekümmert!“ Viele Konzerne seien voll auf das Ausland ausgerichtet. Der Gewinn der vier größten Industriegruppen stamme nur noch zu 42 Prozent aus dem Inland.

Vergleich der Aktienindexe von Schroders und MSCI Japan (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Kaufen, wo andere verkaufen

Maeda ist wohl einer der erfahrensten Japan-Aktienkenner. Der Absolvent der US-Universität Columbia hat die meiste Zeit seiner Karriere bei Goldman Sachs und dort mit dem Management asiatischer und japanischer Aktienportfolios verbracht. „Ich kaufe gerne günstig ein“, sagt er. Das gelte sowohl für sein teures Hobby – das Sammeln von antiken Samurai-Schwertern – als auch für den Aktienkauf. Ein Team aus acht Analysten hilft ihm bei der Suche nach aussichtsreichen Titeln für seinen Fonds, der derzeit rund 80 Titel hält. Allerdings gibt sich Maeda verblüffend illusionslos: „Fondsmanager sind bei Gewinnprognosen genauso treffsicher wie die Schlagmänner beim Baseball, nämlich zu 30 Prozent.“ Er kauft nur, wenn die Masse des Marktes dem Unternehmen weniger zutraut als sein eigenes Team.

Rohstoffkonzerne an der Börse
Mine von Vale Quelle: Presse
Mine von Rio Tinto Quelle: rtr
Mine von BHP Billiton Quelle: Presse
Mine von Anglo American Quelle: rtr
Silberbarren von Glemncore Quelle: rtr
Chinesischer Minenarbeiter Quelle: rtr

Maeda führt eine Liste von Kandidaten, die von wenigstens 80 oder mehr Prozent der Analysten negativ, also mit „Halten“ oder „Verkaufen“, bewertet werden. Bei denen prüft er, wann diese reif für eine Wende sind. Er traut derzeit Autoaktien viel zu, weil sich ihr wichtigster Absatzmarkt Nordamerika kräftig erholt. Honda ist aktuell der zweitschwerste Wert im Portfolio; auch Nissan sei vielversprechend. Bei Finanztiteln handelt Maeda gegen den Trend. „Wir halten die Megabanken Sumitomo Mitsui und Mitsubishi UFJ, weil ihre Gewinnbewertung auf nie gesehene Werte gesunken ist.“ Alle Welt habe wegen der Schuldenkrise Angst, doch Japans Banken besäßen nur wenige europäische Staatsanleihen.

Glückspilz im Boom Australiens

Es ist schwer, Matthew Reynolds einen schlechten Satz über Australien zu entlocken. „Schauen Sie sich nur mal unsere volkswirtschaftlichen Daten an“, sagt der 41-jährige Leiter des australischen Fondsteams bei Colonial First State Global Asset Management in Sydney, „die sind einfach sehr attraktiv.“ 144 Milliarden Dollar weltweit verwaltet die größte australische Investmentgesellschaft und investiert auf einem heimischen Markt, dessen Wirtschaft seit 20 Jahren praktisch ohne Dellen wächst, der Finanzkrise zum Trotz. Die Arbeitslosenrate liegt bei fünf Prozent, die Regierung gibt nach Jahren fetter Budgetüberschüsse erst jetzt mehr aus, als sie einnimmt. 2013 will sie wieder eine übervolle Staatskasse vorweisen. Davon können andere Länder nur träumen.

Jeden Morgen um 7.30 Uhr besprechen Reynolds und sein 18-köpfiges Team in einem Wolkenkratzer mit Blick auf Sydneys Opernhaus die Wirtschaftslage: Was macht China? Wie steht es um das wichtigste Zugpferd, die Rohstoffindustrie? Australien ist das Energiekraftwerk für Asien. Der Kontinent buddelt aus seinem Boden Rohstoffe wie Kohle und Eisenerz, mit denen China und Indien ihr Wachstum befeuern. Längst zieht der Bergbau den Löwenanteil ausländischer Investitionen an.

Vergleich der Aktienindexe von Colonial First State und MSCI Australien (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Interessante Rohstoff-Fonds

Auch in den Fonds von Colonial First State spielen Rohstoffe eine Hauptrolle, allen voran die beiden Konzerngiganten Rio Tinto und BHP Billiton. Beide Unternehmen sind aus Reynolds Sicht attraktiv: Sie sind seit Langem am Markt etabliert, besitzen gute Infrastruktur und erfahrene Manager und spielen ihre Größenvorteile geschickt aus. So sichern sie sich hohe Margen im Geschäft mit Eisenerz. „Aus Investorensicht ist wichtig, dass diese Unternehmen sehr kostengünstig produzieren und ihre Produkte trotzdem noch relativ teuer verkaufen können“, sagt Reynolds.

Ebenfalls interessant sei der Öl- und Gasförderer Oil Search, der mit einem Megaprojekt zur Produktion von Flüssigerdgas in Papua Neuguinea gut vorankommt.

Gute Renditechancen bieten sich jedoch auch abseits der Bagger-und-Schaufel-Industrie. So gilt der australische Bankensektor im internationalen Vergleich als außergewöhnlich gut reguliert und wirft stabile Gewinne ab.

Vielversprechend ist die ins Asien-Pazifik-Gebiet expandierende Australia and New Zealand Banking Group. Die Aktie handelt momentan mit einem Abschlag zur Branche, was angesichts der Wachstumschancen aus Reynolds Sicht „nicht stimmig“ ist. Auch die Handelsgruppe Wesfarmers zählt zu den großen Werten in den Portfolios der Fondsmanager. Mit ihrer Supermarktkette Coles liefert sie sich gerade einen aggressiven Preiskampf, um Konkurrent Woolworths abzuschütteln. In der zweiten Jahreshälfte 2011 stieg der Coles-Umsatz um 14 Prozent.

Schließlich favorisiert Reynolds den Frachtspezialisten Asciano Group. Auf dem Inselkontinent Australien verdient das Unternehmen als Betreiber von Güterzügen und Frachthäfen sein Geld in einem strategisch wichtigen Geschäft. Trotz wetterbedingter Beeinträchtigungen habe der Konzern gute Zahlen vorgelegt und seinen Marktanteil auf 50 Prozent erhöht.

Viel Hektik in Südafrika

Von einem Riesenstaat mit klaren Regeln wie den USA oder Australien kann Peter Leger nur träumen. Er ist zuständig für den Afrikafonds bei der größten südafrikanischen Fondsgesellschaft Coronation, die umgerechnet 28 Milliarden Euro verwaltet. Leger wirkt immer leicht gehetzt, er ist für 54 afrikanische Staaten zuständig. An Feiertagen spannt er aus, aber der Blackberry ist auch in Johannesburg immer auf Empfang, um zumindest ein, „lass uns morgen telefonieren“ abzuschicken. Das Fachmagazin „African Investor“ zeichnete ihn 2010 als besten Afrikafondsmanager aus. 2011 wurde dann allerdings ein sehr schwieriges Jahr. Anleger flohen aus den Aktien, nachdem die Revolutionen des arabischen Frühlings in Tunesien begonnen hatten. Noch ist nicht abzusehen, wie es etwa in Ägypten politisch weitergeht. „Dort wird auch die Währungsentwicklung ein Risiko für Investments bleiben. Wenn der Demokratisierungsprozess funktioniert, entwickelt er sich mittelfristig aber zum kraftvollen Markttreiber“, sagt Leger. In Tansania und Simbabwe drückten Korruption, Steuererhöhungen und ungeklärte Eigentumsfragen die Stimmung.

Vergleich der Aktienindexe von Coronation und Daxglobal Afrika (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Das Tor zum afrikanischen Kontinent

Generell wird Afrika, weil Aktien dort als nicht zu teuer und die Staaten als wachstumsstark gelten, wieder als heiße Börsenstory gehandelt. Bis 2017, so schätzen die Experten von HSBC, werden sieben afrikanische Staaten zu den zehn wachstumsstärksten Volkswirtschaften weltweit gehören. Aber das Ausgangsniveau ist niedrig.

Diese Aktien haben die Superinvestoren im Depot
Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway, Orakel von Omaha, Investmentguru Nummer 1 Warren Buffett ist der drittreichste Mann der Welt. Sein Vermögen wird auf rund 50 Milliarden Dollar geschätzt. Das Erfolgsrezept des US-Investors: Buffett investiert in Unternehmen, die er für unterbewertet hält. Und er kauft nur, was er auch versteht. Selbstbewusstsein, Talent und Gespür kommen hinzu. Zuletzt hat er seinen Anteil an IBM und Wells Fargo aufgestockt. Top-Aktien im Portfolio von Warren Buffett:1. Coca-Cola:Wert der Aktien: 15,6 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 21 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 4. American Express:Wert der Aktien: 8,8 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 11,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 2. Wells Fargo:Wert der Aktien: 13,7 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 18,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 4,2 Prozent 5. Procter & Gamble:Wert der Aktien: 3,7 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 4,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 18,6 Prozent 3. IBM:Wert der Aktien: 13,0 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 17,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 3,5 Prozent 6. Wal Mart:Wert der Aktien: 3,3 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 4,4 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent Quelle: SEC, stockpickr.com; Stand: 3.9.2012
Thomas Boone Pickens, Chef der Private Equity Firma BP Capital Management T. Boone Pickens war einer der ersten unabhängigen Ölinvestoren, die ihre Firma durch Übernahmen statt durch durch Entdeckung neuer Förderstätten wachsen ließ. Besonders in den 80er Jahren war er damit sehr erfolgreich. 1997 gründete er die Investmentfirma BP Capital Management. Seiner Branche ist auch bei seiner Anlagestrategie treu geblieben. Top-Aktien im Portfolio von T. Boone Pickens:1. Transocean LTD:Wert der Aktien: 10,2 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 7,8 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 4,3 Prozent 4. Southwestern Energy Company:Wert der Aktien: 8,4 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 6,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 2. Pioneer Natural Resources:Wert der Aktien: 8,9 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 6,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 5. Devon Energy:Wert der Aktien: 7,2 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 5,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 34,2 Prozent 3. McMoRan Exploration:Wert der Aktien: 8,6 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 6,6 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 6. EnCana:Wert der Aktien: 7,1 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 5,4 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 63,5 Prozent Quelle: Reuters
Carl Icahn, amerikanischer Großinvestor Der Multimilliardär ist nicht überall wohlgelitten. Er kauft Anteile von Unternehmen und versucht dann, seine Interessen knallhart durchzusetzen. Mancher bezeichnet ihn als Firmenjäger oder Plünderer. Der Regisseur Oliver Stone soll ihn als Vorbild für die Figur des Gordon Gekko in dem Film „Wall Street“ gewählt haben. Sein Vermögen wird auf zehn Milliarden Dollar geschätzt. Top-Aktien im Portfolio von Carl Icahn:1. Icahn Enterprises:Wert der Aktien: 3,7 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 35,7 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 0,5 Prozent 4. Forest Laboratories:Wert der Aktien: 0,92 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 8,8 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 2. CVR Energy:Wert der Aktien: 1,8 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 18,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 465,8 Prozent 5. FederalMogul:Wert der Aktien: 0,84 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 8,0 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 3. Chesapeake Energy:Wert der Aktien: 0,93 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 8,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 6. Amylin Pharmaceuticals:Wert der Aktien: 0,41 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 3,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent
Jim Simons, US-amerikanischer Hedgefonds-Manager Simons ist Mathematiker, unterrichtete einige Jahre in Harvard und knackte Codes während des Vietnamkrieges für das Institute for Defense Analyses (IDA). 1978 beendete er seine Karriere in der Wissenschaft und wechselte in die Finanzindustrie. 1982 gründete er Renaissance Technologies Operations, einen später äußerst erfolgreichen Hedgefonds mit einem Vermögen von zeitweise über 10 Milliarden Dollar. 2011 landete Simons auf Platz 30 der Liste der reichsten Amerikaner, sein Vermögen wurde auf 10,6 Milliarden Dollar geschätzt. Top-Aktien im Portfolio von Renaissance Technologies Operations1. Apple Inc. Anzahl der Aktien: 1,1 Millionen Anteil im Portfolio: 1,7 Prozent 2. Philip Morris International Inc.Anzahl der Aktien: 6,3 Millionen Anteil im Portfolio: 1,7 Prozent 3. Lorillard Inc.Anzahl der Aktien: 2,9 Millionen Anteil im Portfolio: 1,4 Prozent 4. McDonald's CorporationAnzahl der Aktien: 3,1 Millionen Anteil im Portfolio: 1,2 Prozent 5. Eli Lilly and CompanyAnzahl der Aktien: 7,1 Millionen Anteil im Portfolio: 1,1 Prozent Quelle: ap
George Soros, Soros Fund Management, US-Amerikanischer Investor und Fonds-Manager Der berühmt-berüchtigte Devisenspekulant und Hedgefonds-Manager machte mit seiner Wette gegen das britische Pfund Anfang der 90er von sich Reden. Seitdem ist er „der Mann, der die Bank von England knackte“. Auch gegen den Euro soll er gewettet haben. Im August 2010 versprach Soros, etwa 7 Mrd. US-Dollar seines Vermögens zu Gunsten der Kampagne „The Giving Pledge“ zu spenden. Top-Aktien im Portfolio von George Soros:1. Wal Mart:Wert der Aktien: 0,34 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 4,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 4. Westport Innovations:Wert der Aktien: 0,15 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,2 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 40,0 Prozent 2. Adecoagro:Wert der Aktien: 0,23 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 3,4 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 5. NetApp:Wert der Aktien: 0,14 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 3. General Electric:Wert der Aktien: 0,18 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,6 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 585,1 Prozent 6. SPDR Gold Trust (ETF):Wert der Aktien: 0,14 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,0 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 176,8 Prozent Quelle: dapd
John A. Paulson, Gründer und Präsident der Paulson & Co. Investmentgesellschaft Der Hedge-Fonds-Manager bewies ein gutes Gespür, indem er frühzeitig auf den Zusammenbruch des US-Hypothekenmarktes wettete und damit Milliarden verdiente. Top-Aktien im Portfolio von John Paulson:1. SPDR Gold Trust (ETF):Wert der Aktien: 3,4 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 28,3 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 26,2 Prozent 4. JP Morgan Chase:Wert der Aktien: 0,14 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 1,2 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 2. HCA Holdings:Wert der Aktien: 0,24 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,0 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 5. Quest Software:Wert der Aktien: 0,14 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 1,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 146,4 Prozent 3. EquinixWert der Aktien: 0,18 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 1,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 6. Sara Lee:Wert der Aktien: 0,09 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 0,7 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 21.070,1 Prozent Quelle: dpa
Bruce Berkowitz, Fairholme Fund. Der Gründer und Portfoliomanager von Fairholme Fund kauft gerne Aktien, die günstig zu haben sind. Man könnte auch sagen: Aktien, die von anderen verschmäht werden. Auffällig ist, dass er aktuell voll auf Bankaktien setzt – nicht ungefährlich. Top-Aktien im Portfolio von Bruce Berkowitz:1. American International Group:Wert der Aktien: 2,8 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 41,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 3,8 Prozent 4. CIT Group:Wert der Aktien: 0,50 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 7,3 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 24,1 Prozent 2. Sears Holding:Wert der Aktien: 1,0 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 14,6 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 0,1 Prozent 5. MBIA:Wert der Aktien: 0,49 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 7,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 1,9 Prozent 3. Bank of America:Wert der Aktien: 0,83 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 12,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 1,1 Prozent 6. The St. Joe Company:Wert der Aktien: 0,40 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 5,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 0,7 Prozent Quelle: dapd

Fündig wird Leger vor allem in Südafrika, dessen Wirtschaft als Tor zum afrikanischen Kontinent gilt. In seinem Fonds machen Titel vom Kap wie der Telekomriese MTN, der Internet- und Bezahlfernsehanbieter Naspers und das Chemieunternehmen Sasol rund ein Drittel des Fondsvermögens aus. Mit 20 Prozent sind Unternehmen aus Nigeria vertreten, dem mit 142 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten afrikanischen Land. Leger hält die Bierbrauer Nigerian Breweries, Guinness Nigeria sowie die Banken Stanbic IBTC und Guaranty Trust. Auch der ursprünglich in Südafrika beheimatete und heute in London sitzende Gigant SAB Miller ist ein Fondsmitglied. Er braut erfolgreich Bier, für das der Rohstoff aus der in Afrika angebauten Maniokpflanze kommt und für das nicht mehr der Hopfen aus der deutschen Holledau teuer importiert werden muss. „Weil lokale Bauern profitieren, ist Maniokbier ein sinnvolles Produkt“, sagt Leger. Generell aber dämpft er den Afrika-Optimismus. „Man kauft Aktien, weil man sie zu einem guten Preis bekommen kann und nicht etwa deswegen, weil eine große Story lockt.“ Ein Engagement in Afrika sei nur langfristig sinnvoll.

Der Gewinner in Europa

Europa hat weder nennenswerte Rohstoffvorkommen noch Internet-Giganten, dafür aber eine Schuldenkrise und ein Wachstumsproblem. Das klingt alles danach, als ob Thorsten Winkelmann einpacken könne. Tut er aber nicht. Der Chef des Europa-Aktienteams für Wachstumsaktien bei Allianz Global Investors in Frankfurt ist in dem Umfeld sehr erfolgreich: Mit 27 Prozent plus pro Jahr seit drei Jahren ließ sein Allianz RCM Europe Equity Growth-Fonds nicht nur alle europäischen, sondern auch viele Aktienfonds aus anderen Kontinenten hinter sich. Winkelmann findet im angeblich so schwachen Europa genug Unternehmen, bei denen er den Daumen hebt, wenn er ihre Schlagkraft im globalen Wettbewerb prüft. „Ihr typisches Merkmal ist, dass sie eine starke Position in ihrem Markt haben und dadurch Wettbewerbern den Markteintritt schwer machen.“ Das Kalkül: Weil sie Kunden Preise in einem gewissen Ausmaß vorgeben können, bleiben ihre Gewinne kalkulierbar. Zyklische Schwankungen im Heimatmarkt fangen sie durch Exporte ab.

Oder sie sind – wie das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk – immun gegen das Auf und Ab in der Volkswirtschaft. Die Dänen sind eines von 58 Unternehmen im Fonds. Schon jetzt haben sie einen Marktanteil bei Insulinprodukten von 51 Prozent weltweit. Weil immer mehr Menschen Diabetiker werden, wächst der Markt, den die forschungsstarken Dänen mit neuen Produkten bedienen.

Auch die Technologiebranche müsse sich in Europa keineswegs verstecken. Winkelmann glaubt, dass der deutsche Softwarekonzern SAP mit der neuen Hana-Technologie im Datenbankgeschäft dem US-Riesen Oracle Marktanteile abjagen wird. Der schwedische Spezialist für Messtechnik, Hexagon, wächst mit Software zur dreidimensionalen Darstellung von Bauplänen, aber auch durch den Service für Großprojekte: „Wenn heute hochkomplexe Gebäude entstehen, benötigen Eigentümer verlässliche Informationen darüber, wo welche Schraube sitzt und welche Materialien verarbeitet wurden, dafür liefert Hexagon die Software“, sagt Winkelmann.

Vergleich der Aktienindexe von Allianz Global Investors und MSCI Europa (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Die Stärken der Europäer

Winkelmann dürfte in die in London gelisteten Rohstoffriesen wie BHP Billiton investieren. Er profitiert aber lieber indirekt vom Boom im Bergbaugeschäft: „Australische Minen haben jahrzehntelang wenig in ihre Infrastruktur investiert“, sagt er. Viele Patente im Bergbau hält das finnische Unternehmen Outotech, das seine Gewinne in den kommenden fünf Jahren jährlich um zehn Prozent steigern will. Weitere Fondsaktien sind die französische Ingenico (EC-Kartenterminals) und die britische Serco, die Eisenbahnen, Schulen und Krankenhäuser betreibt und selbst die Luftraumüberwachung in einigen Ländern übernommen hat.

Börse



„Europäer sind sowohl stark darin, Marktnischen zu besetzen, als auch darin, marktführende Positionen auszubauen“, sagt Winkelmann. Solange dies so bleibt, werden Investoren weltweit den alten Kontinent noch nicht links liegen lassen – trotz ebenfalls verlockender Chancen auf anderen Kontinenten.

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