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Investmentfonds Anlagefahrplan für die ganze Welt

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Der Kämpfer aus Japan

Wohl nirgendwo auf der Welt haben Aktienanleger so konsistent Geld verloren wie in Japan. Über zwei Jahrzehnte nach dem Hoch vom Dezember 1989 liegt der Leitindex Nikkei immer noch fast drei Viertel im Minus. Da fällt es schwer, dem Optimismus von Shogo Maeda zu vertrauen. „Der Markt ist unterbewertet und sollte daher nach oben gehen“, sagt der 54-Jährige kühn. Seit knapp sechs Jahren managt Maeda den Schroder ISF Japanese Equity. Sein Fonds hat besser abgeschnitten als japanische Aktienindizes. Der Fondsmanager war sein Geld also wert. Absolut sind die Anteile aber nur noch halb so viel wert wie vor fünf Jahren. Doch nun sieht Maeda die Chance für eine Aufholjagd. „Die Luft aus der Blase der Achtzigerjahre ist endlich draußen, ab jetzt ist Japan ein normaler Markt“, sagt er.

Das Steigerungspotenzial sei hoch, weil Gewinne und Kurse durch die Katastrophe in Japan im Vorjahr stark gelitten hätten. Die Erholung der US-Konjunktur und die unerwartete Yen-Schwäche würden die Gewinne treiben und die Kurse deshalb nach oben ziehen. Die populärsten Gegenargumente – Japans stagnierender Binnenmarkt, die hohe Staatsverschuldung und die schrumpfende Bevölkerung – wischt Maeda vom Tisch: „Wer früher Nokia kaufte, hat sich auch nicht um Finnland gekümmert!“ Viele Konzerne seien voll auf das Ausland ausgerichtet. Der Gewinn der vier größten Industriegruppen stamme nur noch zu 42 Prozent aus dem Inland.

Vergleich der Aktienindexe von Schroders und MSCI Japan (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Kaufen, wo andere verkaufen

Maeda ist wohl einer der erfahrensten Japan-Aktienkenner. Der Absolvent der US-Universität Columbia hat die meiste Zeit seiner Karriere bei Goldman Sachs und dort mit dem Management asiatischer und japanischer Aktienportfolios verbracht. „Ich kaufe gerne günstig ein“, sagt er. Das gelte sowohl für sein teures Hobby – das Sammeln von antiken Samurai-Schwertern – als auch für den Aktienkauf. Ein Team aus acht Analysten hilft ihm bei der Suche nach aussichtsreichen Titeln für seinen Fonds, der derzeit rund 80 Titel hält. Allerdings gibt sich Maeda verblüffend illusionslos: „Fondsmanager sind bei Gewinnprognosen genauso treffsicher wie die Schlagmänner beim Baseball, nämlich zu 30 Prozent.“ Er kauft nur, wenn die Masse des Marktes dem Unternehmen weniger zutraut als sein eigenes Team.

Rohstoffkonzerne an der Börse
Mine von Vale Quelle: Presse
Mine von Rio Tinto Quelle: rtr
Mine von BHP Billiton Quelle: Presse
Mine von Anglo American Quelle: rtr
Silberbarren von Glemncore Quelle: rtr
Chinesischer Minenarbeiter Quelle: rtr

Maeda führt eine Liste von Kandidaten, die von wenigstens 80 oder mehr Prozent der Analysten negativ, also mit „Halten“ oder „Verkaufen“, bewertet werden. Bei denen prüft er, wann diese reif für eine Wende sind. Er traut derzeit Autoaktien viel zu, weil sich ihr wichtigster Absatzmarkt Nordamerika kräftig erholt. Honda ist aktuell der zweitschwerste Wert im Portfolio; auch Nissan sei vielversprechend. Bei Finanztiteln handelt Maeda gegen den Trend. „Wir halten die Megabanken Sumitomo Mitsui und Mitsubishi UFJ, weil ihre Gewinnbewertung auf nie gesehene Werte gesunken ist.“ Alle Welt habe wegen der Schuldenkrise Angst, doch Japans Banken besäßen nur wenige europäische Staatsanleihen.

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