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Investmentfonds Anlagefahrplan für die ganze Welt

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Glückspilz im Boom Australiens

Es ist schwer, Matthew Reynolds einen schlechten Satz über Australien zu entlocken. „Schauen Sie sich nur mal unsere volkswirtschaftlichen Daten an“, sagt der 41-jährige Leiter des australischen Fondsteams bei Colonial First State Global Asset Management in Sydney, „die sind einfach sehr attraktiv.“ 144 Milliarden Dollar weltweit verwaltet die größte australische Investmentgesellschaft und investiert auf einem heimischen Markt, dessen Wirtschaft seit 20 Jahren praktisch ohne Dellen wächst, der Finanzkrise zum Trotz. Die Arbeitslosenrate liegt bei fünf Prozent, die Regierung gibt nach Jahren fetter Budgetüberschüsse erst jetzt mehr aus, als sie einnimmt. 2013 will sie wieder eine übervolle Staatskasse vorweisen. Davon können andere Länder nur träumen.

Jeden Morgen um 7.30 Uhr besprechen Reynolds und sein 18-köpfiges Team in einem Wolkenkratzer mit Blick auf Sydneys Opernhaus die Wirtschaftslage: Was macht China? Wie steht es um das wichtigste Zugpferd, die Rohstoffindustrie? Australien ist das Energiekraftwerk für Asien. Der Kontinent buddelt aus seinem Boden Rohstoffe wie Kohle und Eisenerz, mit denen China und Indien ihr Wachstum befeuern. Längst zieht der Bergbau den Löwenanteil ausländischer Investitionen an.

Vergleich der Aktienindexe von Colonial First State und MSCI Australien (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Interessante Rohstoff-Fonds

Auch in den Fonds von Colonial First State spielen Rohstoffe eine Hauptrolle, allen voran die beiden Konzerngiganten Rio Tinto und BHP Billiton. Beide Unternehmen sind aus Reynolds Sicht attraktiv: Sie sind seit Langem am Markt etabliert, besitzen gute Infrastruktur und erfahrene Manager und spielen ihre Größenvorteile geschickt aus. So sichern sie sich hohe Margen im Geschäft mit Eisenerz. „Aus Investorensicht ist wichtig, dass diese Unternehmen sehr kostengünstig produzieren und ihre Produkte trotzdem noch relativ teuer verkaufen können“, sagt Reynolds.

Ebenfalls interessant sei der Öl- und Gasförderer Oil Search, der mit einem Megaprojekt zur Produktion von Flüssigerdgas in Papua Neuguinea gut vorankommt.

Gute Renditechancen bieten sich jedoch auch abseits der Bagger-und-Schaufel-Industrie. So gilt der australische Bankensektor im internationalen Vergleich als außergewöhnlich gut reguliert und wirft stabile Gewinne ab.

Vielversprechend ist die ins Asien-Pazifik-Gebiet expandierende Australia and New Zealand Banking Group. Die Aktie handelt momentan mit einem Abschlag zur Branche, was angesichts der Wachstumschancen aus Reynolds Sicht „nicht stimmig“ ist. Auch die Handelsgruppe Wesfarmers zählt zu den großen Werten in den Portfolios der Fondsmanager. Mit ihrer Supermarktkette Coles liefert sie sich gerade einen aggressiven Preiskampf, um Konkurrent Woolworths abzuschütteln. In der zweiten Jahreshälfte 2011 stieg der Coles-Umsatz um 14 Prozent.

Schließlich favorisiert Reynolds den Frachtspezialisten Asciano Group. Auf dem Inselkontinent Australien verdient das Unternehmen als Betreiber von Güterzügen und Frachthäfen sein Geld in einem strategisch wichtigen Geschäft. Trotz wetterbedingter Beeinträchtigungen habe der Konzern gute Zahlen vorgelegt und seinen Marktanteil auf 50 Prozent erhöht.

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