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Investmentfonds Anlagefahrplan für die ganze Welt

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New Yorker Dame bürgt für Qualität

Die Fähigkeit, sich der Masse entziehen zu können, hat auch die 44-jährige Fondsmanagerin kultiviert. Minuszeichen machen Lauren Romeo nicht nervös – im Gegenteil. Wenn die Kurse an der Wall Street fallen, nutzt Romeo die Gunst der Stunde. „Jeder Tag, an dem die Märkte nach unten gehen, eröffnet uns neue Chancen“, sagt Romeo. So wie im vergangenen Jahr, als von April an wegen des Debakels um die Erhöhung des US-Schuldenlimits und die darauf folgende Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA die Kurse an den Börsen nach unten stürzten. Werte seien abgestraft worden, obwohl sich ihre Qualität nicht verschlechtert habe, so Romeo. „Da haben viele zuerst geschossen und danach Fragen gestellt. Wir haben gekauft.“ Im vergangenen Jahr hat die Fondsmanagerin 22 neue Aktien in ihr Portfolio aufgenommen, darunter den Medizinhersteller Bio-Rad Laboratories oder den Mikroskophersteller FEI. Bei beiden rechnet Romeo mit guten Renditen, weil sie Spitzenprodukte herstellten. Bio-Rad für den wachsenden Medizinmarkt und FEI in der Spezialchip-Entwicklung.

Romeo, Fondsmanagerin bei der New Yorker Investmentgesellschaft Royce & Associates, einer Tochter von Legg Mason Global Asset Management, tickt anders als die schnelllebig orientierte Wall Street: Sie investiert langfristig, pickt sich kleine, mittelständische US-Unternehmen mit soliden Bilanzen, starkem Cash-Flow und hoher dauerhafter Kapitalverzinsung heraus. Ihr Legg Mason Royce Smaller Companies Fund hat den breiten US-Aktienmarkt und spezielle Nebenwerteindizes über drei Jahre geschlagen. In Romeos 500 Millionen Dollar schwerem Portfolio stecken rund 100 Nebenwerte, die jeweils weniger als fünf Milliarden Dollar Börsenwert haben: Industriewerte, aber auch Minen wie Allied Nevada Gold oder Pan American Silver.

Vergleich der Aktienindexe von Legg Mason Royce und MSCI USA (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Investoren brauchen Geduld

In den USA gebe es durchaus gesunden industriellen Mittelstand, sagt Romeo. Lincoln Electric etwa, ein 100 Jahre alter Maschinenbauer aus Cleveland, sei weltweit führender Hersteller von schweißtechnischen Produkten für den Stahlhochbau, für den Kraftwerk- und Chemieanlagenbau. „Mehr als 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Lincoln im Ausland“, sagt Romeo. „Die Firma profitiert vom Aufbau der Infrastruktur in den Schwellenländern.“ Gute Chancen sieht sie auch bei Graftech International, ebenfalls ein US-Traditionsunternehmen. Der Wettbewerber der deutschen SGL Carbon stellt Grafitelektroden für die Stahl- und Aluminiumproduktion her. Das Unternehmen gehöre zu den fünf Top-Spielern in diesem spezialisierten Markt.

Mindestens drei Jahre Geduld sollten Investoren mitbringen, die in die von insgesamt 34 Managern geführten Royce-Fonds investieren. „Wir schauen, wie sich Unternehmen und ihr Geschäft in den nächsten zwei, drei Jahren entwickeln“, sagt Romeo. „Pflanzen und Ernten nennen wir unsere Strategie.“

Neue Chancen sieht die Fondsmanagerin im Technologie- und Energiesektor und investiert deshalb in Aktien des US-Petrochemieunternehmens Westlake Chemical, in das kanadische Tech-Unternehmen Trican Well Services, das Druckpumpmaschinen für das sogenannte Fracking herstellt, ein Verfahren zur Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten.

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