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Kanada-Fonds Die abenteuerlichen Argumente der Ölbarone

Seite 5/5

Die POC-Argumente im Faktencheck - Punkt 11 und 12

Harry Helwerda

11 – Verbindungen zu Dr. Jürgen Hanne

Behauptung Proven Oil: Schlussendlich möchten wir noch auf die zentrale These des Autors – Dr. Jürgen Hanne sei in wie auch immer gearteter Weise mit POC und/oder COC verbunden – bzw. dessen Versuch diese Verbindung über die Tätigkeit von dessen Söhnen innerhalb der COC herzustellen, eingehen. Tatsächlich hat vor 14 Jahren die eingangs dieses Schreibens dargelegte Verbindung zu Herrn Hainzl bestanden. Und tatsächlich sind die beiden Herren Sebastian Hanne und Alexander Gramatzki auch aus dieser Zeit bekannt. Aber selbstverständlich ist nicht diese Verbindung, sondern allein deren in den Bereichen landdepartment sowie Erschließung von Öl- und Gasquellen unbestreitbare und im Übrigen auch vielfach gefragte Kompetenz ausschlaggebend für die Mitarbeit innerhalb der COC. Wie diese Ausführungen in ihrer Gesamtheit erkennen lassen, ist die „Wirtschaftswoche“ mit einem erheblichen Aufwand darum bemüht, zu belegen, dass Proven Oil Canada und die Conserve Oil Corporation ihren Tätigkeiten nicht ordnungsgemäß nachgehen bzw. sich dazu Personen bedienen, deren Reputation zweifelhaft ist. Dazu werden, wie beispielsweise bei dem Verweis auf Dr. Jürgen Hanne, teilweise geschäftliche Beziehungen aus der Vergangenheit bemüht oder aber dessen Verfehlungen auf seine Söhne, ungeachtet deren Reputation, geschäftlichem Erfolg und untadeligem Ruf, übertragen – ein Vorgang, der auf unangenehme Weise einer Art „Sippenhaft“ gleich kommt.

Im Artikel werden eine Vielzahl von Indizien genannt, die eine Verbindung von Jürgen Hanne zur Conserve Oil Corporation nahe legen. Die Söhne von Herrn Hanne werden dabei von uns keineswegs in Sippenhaft genommen. Die von uns erstellte Grafik zeigt unter anderem den Verkaufsweg eines Grundstücks von der Calgary Ventures Inc. über den Zwischenhändler Archie Timmerman bis zum Fonds. Tatsächlich sind für die Calgary Ventures Inc. im kanadischen Handelsregister Sebastian Hanne und Alexander Gramatzki (geb. Hanne) als „Director“ eingetragen. Die von uns engagierte kanadische Rechtsanwaltskanzlei hat die Unterlagen für den Verkauf der vier Grundstücke von der Calgary Ventures Inc. an Zwischenhändler Archie Timmerman aus dem Title Register (Grundbuchregister) gefischt. Für mindestens eines der Grundstücke unterzeichnete nicht etwa einer der Hanne-Juniors als Director das Dokument, sondern Papa Jürgen Hanne selbst – als „President“ der Calgary Ventures Inc.

12 – Rückforderungen an Anleger

Behauptung Proven Oil: Anleger müssen nicht fürchten, dass sie die bisher erhaltenen Ausschüttungen zurückzahlen müssen. „Bei den POC-Fonds haften die Anleger den Gläubigern des Fonds nur mit der im Handelsregister eingetragenen Haftsumme iHv 0,1 % der Pflichteinlage. Ein Anleger mit einer erbrachten Pflichteinlage von EUR 100.000 haftet Gläubigern der Fondsgesellschaft also nur mit maximal EUR 100, wenn er zuvor seine gesamte bereits geleistete Pflichteinlage entnommen hat und dies nicht durch Gewinne gedeckt war. Dies bleibt in der Antwort von Herrn Lang unberücksichtigt.

Auch hier wird es wieder sehr juristisch. Es gibt einen Unterschied zwischen dem so genannten Außenverhältnis und dem Innenverhältnis. Das Außenverhältnis besagt vereinfacht ausgedrückt, in welcher Höhe die Kommanditgesellschafter des Fonds den Gläubigern des Fonds persönlich haften. Hier ist in der Tat die im Handelsregister eingetragene Haftsumme von 0,1 Prozent entscheidend. Juristisch ist allerdings strittig, ob eine so niedrige Haftsumme überhaupt zulässig ist.

Das Innenverhältnis wiederum besagt, in welcher Höhe die Kommanditgesellschafter in das Unternehmen selbst Geld reinstecken müssen, wenn dieses in Schieflage gerät. Eine Nachschusspflicht hat Proven Oil ausgeschlossen. Im Innenverhältnis gilt allerdings, dass Auszahlungen aus dem Kommanditkapital (auch als „Pflichteinlage“ bezeichnet) zurückgefordert werden können, bis die volle Höhe der Pflichteinlage wieder erreicht ist. Hier sind wir wieder bei Punkt vier: Auszahlungen sind eben nicht gleich Ausschüttungen. Damit drohen Anlegern potenziell Rückzahlungen der bisher erhaltenen Gelder.

So ganz geheuer sind Proven Oil die auf der Website verbreiteten Angaben offenbar selbst nicht. Für den Fall, dass Anleger sich darauf verlassen und am Ende doch geschädigt werden, distanziert sich Proven Oil im Impressum schon mal von den eigenen Inhalten. Dort steht neben weiteren Ausschlüssen:

In Arbeit
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Sämtliche Hinweise auf Kapitalanlagen, Beteiligungsmöglichkeiten und konkrete Angebote sind lediglich allgemeine Informationen. Die POC GmbH übernimmt keine Gewähr.
Dasselbe gilt für alle Angaben zu wirtschaftlichen und steuerlichen Ergebnissen, Investitions-, Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsrechnungen. Diese haben nur beispielhaften Charakter. Alle Wert- oder Ertragsprognosen sind Einschätzungen, die auf Vergangenheitswerten beruhen. Aus ihnen können keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen oder Verlustrisiken gezogen werden. Insbesondere Marktentwicklungen, sowie konjunkturelle und politische Veränderungen und Änderungen der steuerlichen und rechtlichen Bedingungen können Einfluss nehmen.“
Wir sind nicht aufgerufen, Proven Oil in Sachen PR etwas anzuraten. Aber vielleicht wäre es nicht das Schlechteste, einfach die testierten Bilanzen der Objektgesellschaften komplett offen zu legen. Dann kann sich jeder, der möchte, selbst ein schlüssiges Bild machen.

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