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Kapitalmarkt Deutsche Börse sieht keinen Anlass für Verbot von Leerverkäufen

Absicherungsgeschäfte mittels gedeckter Leerverkäufe seien ein wichtiges Instrument am Kapitalmarkt, argumentiert ein Deutsche-Börse-Vorstand.

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In einem Bärenmarkt können Leerverkäufer profitieren. Quelle: Bloomberg

In der Debatte um Wetten auf Kursverluste hat sich die Deutsche Börse erneut gegen ein Verbot von Leerverkäufen ausgesprochen. „Es gibt aus unserer Sicht keinen Anlass und keine ökonomisch fundierte Begründung, ein Verbot für gedeckte Leerverkäufe für den deutschen Kapitalmarkt einzuführen“, sagte Deutsche-Börse-Vorstand Thomas Book. „Die Märkte und die Preisbildung funktionieren sehr gut.“

Nach dem Ausverkauf an den Börsen hatte unter anderem Frankreich Wetten auf Kursverluste verboten. Nicht nur die Deutsche Börse befürchtet nun, dass auch Deutschland und andere Staaten diesem Beispiel folgen könnten. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin und die europäische Wertpapieraufsicht ESMA sahen dafür bislang keinen Anlass.

„Absicherungsgeschäfte mittels gedeckter Leerverkäufe sind ein wichtiges und wertvolles Instrument am Kapitalmarkt“, argumentierte Book. Anlagegesellschaften nutzen es zum Beispiel, um ihre Erträge zu stabilisieren. Gedeckte Leerverbote trügen dazu bei, dass auch bei Turbulenzen am Aktienmarkt ausreichend Liquidität vorhanden sei. „Durch die Einführung von Leerverkaufsverboten würde dem deutschen Finanzplatz ein nachhaltiger Schaden zugefügt, weil Vertrauen in erheblichem Umfang verspielt wird.“

Mit Leerverkäufen wetten Anleger auf einen Kursverfall einer Aktie. Dabei verkaufen sie Wertpapiere, die sie sich zuvor gegen eine Gebühr leihen. Sinkt der Preis bis zum Rückgabe-Datum, können sie sich billiger mit den Titeln eindecken und streichen die Differenz ein. Steigt der Kurs dagegen, droht den Leerverkäufern Verlust.

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