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Kehrtwende bei Cannabis-Investments Anleger können weiter Marihuana-Aktien handeln

Ein Mann hält in einem Gewächshaus in Israel eine Hanfpflanze. Hier wird Cannabis für medizinische Zwecke produziert. Quelle: dpa

Ein neues Gesetz in Luxemburg sorgt für die Kehrtwende auch in Deutschland: Das Verbot für Cannabis-Investments ist weitgehend vom Tisch. Möglich macht es die Freigabe von medizinischem Marihuana im Großherzogtum.

Deutsche Anleger, die den nordamerikanischen Cannabis-Markt als aussichtsreiches Segment ausgemacht hatten, waren enttäuscht: Ende Juni war bekannt geworden, dass die luxemburgische Börsenaufsicht (CSSF) den Handel mit kanadischen und US-Wertpapieren rund ums Geschäft mit Marihuana verbieten wollte.

Und weil solche Titel von der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream in Luxemburg verwaltet werden, hätte auch hierzulande kaum noch ein Geldinstitut entsprechende Aufträge ausführen können. Clearstream ist Europas größte Abwicklungs- und Verwahrgesellschaft für Wertpapiergeschäfte und einer der größten Kapitalmarktdienstleister weltweit. Wer bereits investiert war, hätte bis zum 28. September 2018 verkaufen müssen.

Doch nun folgt die Kehrtwende: Ein neues Gesetz in Luxemburg macht es möglich. Denn dieses legalisiert den medizinischen Einsatz von Cannabis in Luxemburg. Für deutsche Finanzdienstleister und Anleger bedeutet das: Diese Änderung lockert die ursprünglich strengen Kriterien und so auch das Handelsverbot. Grund für das Ende Juni ausgesprochene Verbot waren die damals noch strengeren rechtlichen Vorgaben des luxemburgischen Staates, die den Besitz und Konsum von Cannabis-Produkten unter Strafe stellten. Selbst die medizinische Anwendung von Marihuana war, anders als hierzulande, in Luxemburg verboten. Das hat sich nun geändert.

Vor wenigen Tagen hat Clearstream deshalb aktualisierte Listen veröffentlicht. Nur noch rund 60 der ursprünglich 147 Wertpapiere bleiben vom Handel ausgeschlossen. Mit den übrigen Aktien und Finanzprodukten dürfen Anleger nun weiterhin handeln.

Vor allem die Großen der Branche werden verfügbar bleiben

Besonders bemerkenswert: Zu den für deutsche Anleger weiterhin zugänglichen Aktien zählen die Marktführer in der nordamerikanischen Marihuana-Produktion wie Aurora Cannabis (ISIN CA05156X1087/WKN A12GS7, Marktkapitalisierung: 4,21 Milliarden Euro), Canopy Growth (ISIN CA1380351009/WKN A140QA, Marktkapitalisierung: 4,96 Milliarden Euro) oder GW Pharmaceuticals (ISIN GB0030544687/ WKN 693692, Marktkapitalisierung: 2,63 Milliarden Euro).
In diesem jungen, aufstrebenden Markt sind Einzelinvestments allerdings riskant. Denn die florierende Branche hat noch keine Konsolidierung erlebt. Außerdem ist die Legalisierung von Marihuana hoch umstritten. Daher können einzelne Gesellschaften an ihren Standorten stark unter Druck geraten, wenn ihnen Behörden etwa notwenigen Genehmigungen versagen oder Beschränkungen für ihr Geschäft auferlegen.

Marihuana-ETF ebenfalls wieder handelbar

Wachstumspotenzial sehen Experten im nordamerikanischen Cannabis-Markt dennoch. Die Schätzungen für die kommenden Jahre schwanken stark zwischen einem Plus von etwa 40 bis zu mehreren Hundert Prozent. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, in welchem Maße die Liberalisierung in den einzelnen Bundessaaten der USA voranschreitet.

Aktiv gemanagte Aktienfonds mit Schwerpunkt Marihuana sind allerdings nicht verfügbar. Eine Option, relativ breit gestreut in den kanadischen und US-amerikanischen Cannabis-Sektor zu investieren, bietet der Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF (ISIN CA44054J1012/WKN A2DTQB) - übrigens der einzige Indexfonds, der sich mit dem Thema beschäftigt. Auch dieses Finanzprodukt darf nach der aktualisierten Clearstream-Liste wieder gehandelt werden.

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