WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

„Kein Abschreibungsbedarf“ Fresenius-Chef Sturm: Übernahmen stärken unser Geschäft

Exklusiv
Fresenius-Chef Stephan Sturm. Quelle: REUTERS

Der Chef des Gesundheitsunternehmens Fresenius, Stephan Sturm, sieht keine Notwendigkeit für Goodwill-Abwertungen im Unternehmen.

Obwohl der Aktienkurs von Fresenius nach der geplatzte Übernahme des US-Arzneimittelherstellers Akorn binnen weniger Monate von knapp 70 auf zeitweise unter 40 Euro abgesackt war, sieht Fresenius-Chef Stephan Sturm das Vertrauen in sein Unternehmen nicht erschüttert. Von Investorenseite habe er „viel Zuspruch erhalten, die nicht werthaltige Akorn-Übernahme dann auch nicht abzuschließen“, sagte er im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Fresenius hatte Anfang Oktober 2018 die Absage der 4,75 Milliarden Dollar schweren Übernahme vor einem US-Gericht erkämpfen müssen. Akorn habe Fresenius bei wichtigen Daten getäuscht, so die Argumentation. Zweifel an der Werthaltigkeit früherer Übernahmen, die zu milliardenschweren Positionen an sogenanntem Goodwill, der Zuschläge auf das Vermögen der erworbene Zukäufe widerspiegelt, sieht Sturm nicht. Er kenne „keinen Investor, der bei uns eine Goodwill-Abwertung erwartet“, sagte er dem Magazin.

In seiner Bilanz hatte Fresenius zuletzt einen Goodwill über 25,7 Milliarden Euro bilanziert. Die von vielen Experten als kritisch gesehen Praxis, auf diese Milliarden keine Abschreibungen vorzunehmen, verteidigte Sturm gegenüber der WirtschaftsWoche: „Unsere Planungsrechnungen belegen die Werthaltigkeit des bilanzierten Goodwills. Deren Plausibilität prüfen und bestätigen die Wirtschaftsprüfer im Rahmen des jährlichen Impairment-Tests“.

In diesem Jahr hatten unter anderem General Electric und Kraft Heinz mit hohen, milliardenschweren Goodwill-Abschreibungen die Märkte geschockt. Laut einer Untersuchung, die die WirtschaftsWoche jährlich mit der Universität St. Gallen erstellt, sind die Goodwill-Positionen im Dax auf einem Rekordhoch. Demnach bilanzierten die 30 Unternehmen dort mehr als 277 Milliarden Euro an Zuschlägen, die bei Übernahmen gezahlt worden sind.

Sie lesen eine Exklusivmeldung aus der aktuellen WirtschaftsWoche. Mit dem WiWo-Digitalpass erhalten Sie die Ausgabe bereits am Donnerstagabend in der App oder als eMagazin. Alle Abo-Varianten finden Sie auf unserer Info-Seite.

Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%