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"Kill Switch" für Pannen US-Börsen bekommen Notausschalter

Die US-Börsen sollen in Reaktion auf jüngste Pannen wie an der Nasdaq einen Notausschalter für die sofortige Aussetzung des Handels installieren.

Die SEC zieht Konsequenzen aus diversen Börsenpannen an der Nasdaq in letzter Zeit. Quelle: REUTERS

Die US-Börsenaufsicht SEC erklärte am Donnerstagabend, ein solcher "Kill Switch" sei ein Teil der Reformen, mit denen die Handelsplätze auf den stundenlangen Handelsausfall an der Nasdaq am 22. August reagieren würden.

Zuvor hatte sich die SEC-Vorsitzende Mary Jo White mit den Chefs der größten Börsenplätze getroffen, um Lehren aus der Panne zu ziehen. Die Chefs sagten beim Verlassen des Treffens, sie hätten nun 60 Tage Zeit, um ihre "Hausaufgaben" zu erledigen.

Pannen beeinflussen immer wieder das Marktgeschehen. An der US-Technologiebörse Nasdaq hatte es erst am 5. September erneut eine Panne gegeben; für sechs Minuten fiel das System aus. Knapp zwei Wochen zuvor, am 22. August, hatte es bereits eine dreistündige Zwangspause gegeben. Insgesamt 3200 Aktien waren betroffen, darunter Google, Facebook oder Apple. Laut Nasdaq war der Auslöser der Schwierigkeiten eine Panne bei Arca, dem vollelektronischen Aktienmarkt der New York Stock Exchange (Nyse). Dies hätte zum Zusammenbruch eines zentralen Sicherungssystems geführt. Zuvor habe es Verbindungsprobleme zwischen dem Securities Information Processor (SIP) der Nasdaq und Arca gegeben. SIP ermittelt die Aktienpreise und überträgt sie an den Markt. Der Börsenbetreiber räumte ein, dass die Zwangspause für die Marktteilnehmer inakzeptabel sei. Das SIP-System solle nun widerstandsfähiger gemacht werden.

Kuriose Börsenpannen


Im April legten zum Beispiel Software-Probleme die Derivate-Börse CBOE aus Chicago für einen halben Tag lahm. Im Sommer 2012 sorgte der US-Aktienhändler Knight Capital für Schlagzeilen. Knight-Rechner hatten damals unbeabsichtigt den Markt mit Orders geflutet und für Chaos gesorgt. Dem Unternehmen entstand ein Verlust von 440 Millionen Dollar. Das Handelshaus stand dadurch vor dem Kollaps, musste von mehreren Investoren gerettet werden.

In Erinnerung ist an der Wall Street zudem noch der sogenannte Flash Crash aus dem Jahr 2010. Damals fiel der Kurs des Standardwerte-Index Dow Jones binnen Minuten um rund 1000 Punkte. Hier lösten Computerprogramme von Hochfrequenz-Händlern eine Verkaufskaskade aus.

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