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Klage vermeiden Ratingagentur S&P könnte 1,5 Milliarden Dollar zahlen

Die US-Regierung hatte Standard & Poor's aufgrund der optimistischen Ratings vor der Finanzkrise 2008 verklagt. Nun verhandelt S&P mit den US-Behörden über einen Vergleich in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar.

Die Ratingagentur will Klagen durch eine Milliardenzahlung beilegen. Quelle: dpa

Das wird teuer für Standard & Poor's (S&P). Die Ratingagentur will Klagen der US-Regierung und mehrerer Bundesstaaten durch eine saftige Zahlung beilegen. Das Unternehmen soll 1,5 Milliarden Dollar zahlen.

Die Regierung in Washington wirft S&P in ihrer im Februar 2013 eingereichten Klage vor, riskante Wertpapiere vor Ausbruch der Finanzkrise lange mit zu guten Bonitätsnoten versehen habe, weil sie selbst davon profitierte.

Ratingagenturen wie S&P waren im Zuge der Finanzkrise 2008 in Verruf geraten. Denn ihre Marktmacht war groß. Zusammen mit Moody's und Fitch beherrscht S&P fast 95 Prozent des Marktes. Und natürlich haben alle Agenturen ökonomische Interessen, dahinter stecken Investoren wie Warren Buffett, der knapp zwölf Prozent an Moody's hält.

Abseits der Realität

Den Agenturen wurde vorgeworfen, riskanten Papieren, die als Auslöser der Krise galten, zu gut bewertet zu haben. Erst als die Krise begann und die Papiere kurz vor dem Ausfallen standen, wurden die Bonitätsnoten schlechter. Die Arbeit der Ratingagenturen wurde als intransparent kritisiert, Beobachter rätselten, wie die Noten überhaupt zustande kommen.

Die großen drei Ratingagenturen

Viel geändert hat sich seit dem nicht. Im Gegenteil, seit die Wirtschaft wieder brummt, ist es ruhig geworden um die Bonitätswächter. Auch die Beachtung für geänderte Länderratings ist deutlich geringer geworden, seit dem sich auch die meisten ehemaligen Krisenkandidaten wieder refinanzieren können.

Als einen Grund dafür nennen Experten die ultraexpansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und deren Haftungszusage. Seit EZB-Chef Draghi seine "Whatever-it-takes"-Rede gehalten habe, sei die Aufmerksamkeit für Ratings deutlich gesunken.

Immer wieder wurde über eine europäische Ratingagentur gesprochen, um das Monopol der Amerikaner zu durchbrechen. Doch bisher sind die Auflagen dafür zu hoch. Mit dem europäischen Ableger der chinesischen Agentur Dagong gibt es zwar einen Neuling im Markt.

Das ist zwar ein positives Zeichen, doch richtig etablieren konnte sich Dagong bisher nicht. Das liegt unter anderem daran, dass Institutionen wie die EZB bisher nur auf Ratings der etablierten Agenturen vertrauen. Neulinge haben keine Chance, wenn die Zentralbank die Qualität von Anleihen beurteilen will.

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