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Krise von Proven Oil Canada eskaliert Ölbarone in Not

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Illustre Investorengruppe

Die Harry Helwerda-Connection: Der unabhängige Proven-Oil-Gutachter und seine Geschäfte (zum Vergrößern bitte anklicken)

Die Geschäfte der Helwerdas mit der Conserve-Oil-Connection laufen wie geschmiert. Als CEO von Bridge Gap tritt kein Geringerer als Harrys Sohn Jordan Helwerda in Erscheinung – auch er war im Übrigen bis 2013 für die Conserve Oil Corporation tätig. Komplettiert wird der Gesellschafterkreis unter anderem von der 880749 Alberta Limited. Hinter dem merkwürdigen Namen verbirgt sich eine Firma, deren Geschäfte laut Handelsregister zwei Söhne von Großpleitier Jürgen Hanne führen. Hanne schädigte bereits Tausende Anleger mit einer 1,5 Milliarden Mark schweren Immobilienfonds-Pleite Ende der Neunzigerjahre – und zuvor mit Ölfonds, die frappierend an die jetzigen Konstrukte von Proven Oil erinnern.

Weichen nun auch die Ölmanager nach dem Crash auf Immobilien aus – wie einst Hanne? Auf Nachfrage teilen sie mit, dass alles ganz anders sei. Conserve-Oil-Chef Crombie sei bereits 2013 als Präsident von Bridge Gap zurückgetreten. Dass er weiter Chef eines Anteilseigners von Bridge Gap ist, bestreiten sie nicht. Conserve Oils Vizechef Yoshiki Nakamura aber sei nie Direktor bei Bridge Gap gewesen, nur Berater.

Wie passen all diese Verquickungen zu Helwerdas Unabhängigkeit? „Sproules Rolle als unabhängiger Gutachter für Conserve ist nicht berührt“, teilt er auf Nachfrage mit. Die aktuellen Schwierigkeiten des Kunden könne Sproule nicht kommentieren. Helwerda betont: „Ich war niemals direkt in die Beurteilung von Conserve Oils Öl- und Gasvermögen eingebunden.“ Er habe die Berichte lediglich gegengezeichnet. Zu seinem Werbeauftritt in Frankfurt sagt der Ingenieur, dass die Präsentation fast 60 Folien lang gewesen sei und er an anderer Stelle darauf hingewiesen habe, dass „jedes Investment Risiken beinhaltet“.

Diese bekommen die nach Firmenangaben mittlerweile 14 000 Anleger von Proven Oil gerade schmerzhaft zu spüren. Dass es zu Schwierigkeiten kommen musste, war absehbar. Die WirtschaftsWoche hatte mehrfach vor dem Abkassiermodell gewarnt (1-2/2013, 5/2013, 29/2013). Das Berliner Emissionshaus hat acht geschlossene Fonds aufgelegt, die Anleger wurden dabei Mitunternehmer in einer GmbH & Co. KG. Jedes dieser acht Unternehmen gründete eine kanadische Tochtergesellschaft, die vor Ort investiert – sechs in Öl- und Gasquellen, eine ausschließlich in Gasquellen und eine in ein Holzverstromungskraftwerk. Zwölf Prozent Auszahlung pro Jahr wurden den meisten Anlegern in Aussicht gestellt.

Doch es kam offensichtlich zu einer akuten Geldknappheit. Unter anderem „zur Sicherung der Auszahlungen“, wie es in einer Anlegerinformation hieß, warb Proven Oil deshalb im Juli 2013 um Zustimmung für ein Rettungskonzept. Mit einer großen Umstrukturierung wollte Proven Oil das Schlimmste verhindern. Die kanadischen Investitionsgesellschaften von sechs der acht Fonds wurden zu einer großen Master-Investitionsgesellschaft zusammengelegt. Die neue Strategie: Kleine Quellen sollten verkauft, die Konzentration sollte auf wenige Kerngebiete gerichtet werden.

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