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Krösus, Kauz und klamme Milliardäre Das sind Deutschlands Dividenden-Könige

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Nichts zu verbergen

Die errechneten Dividenden der Top 50 erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn von den Quandts bis zur Familie Wacker, die den Presslufthammer-Primus Wacker Neuson in München ihr Eigen nennt, ist eines identisch: Wo die Einkommenselite um die Veröffentlichung ihrer Erträge herumkommen kann, tut sie das.

Was genau die Superreichen verdienen, publizieren nur wenige so detailliert wie Lutz Helmig. Der gelernte Gefäßchirurg pendelt zwischen dem osthessischen Grebenhain und dem italienischen Ligurien. In seiner Beteiligungsgesellschaft Aton veröffentlicht der 67-Jährige, der 2005 die von ihm gegründeten Helios-Kliniken für 1,5 Milliarden Euro an den Medizintechnikkonzern Fresenius verkaufte, wie viel er aus seinen Investments für sich herausholt. „Ich frage mich, was haben Leute wie ich eigentlich zu verbergen“, begründet Hellmig seine Offenheit. Also informierte er auf zuletzt 143 eng bedruckten Seiten detailliert über Wohl und Weh seiner 15 Investments, vom Privatjetbetreiber DC Aviation bis zu High-Tech-Betrieben in seiner osthessischen Heimat. Die brachten ihm in der Summe 30 Millionen Euro und Platz 32 unter den deutschen Dividendenkönigen.

Die verlässlichsten Dividendenaktien
15. Platz: Axel SpringerBranche: MedienAnzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 7Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 15,7 ProzentDividendenrendite 2014 (geschätzt): 3,8 ProzentAusschüttungsquote (im Median der letzten fünf Jahre ): 60,3 ProzentQuelle: FactSet, DZ BANK, Reuters Quelle: dpa
414. Platz: Generali DeutschlandBranche: VersicherungAnzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren : 7Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 11,5 ProzentDividendenrendite 2014 (geschätzt): 4,6 ProzentAusschüttungsquote (im Median der letzten fünf Jahre): 58,2 Prozent Quelle: dpa
13. Platz: GrenkeleasingBranche: LeasingAnzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 8,1 ProzentDividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,3 ProzentAusschüttungsquote (im Median der letzten fünf Jahre): 26,5 Prozent Quelle: AP
12. Platz: HenkelBranche: KonsumgüterAnzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 10,0 ProzentDividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,6 ProzentAusschüttungsquote (im Median der letzten fünf Jahre): 25,9 Prozent Quelle: dpa
11. Platz: SAP Branche: SoftwareAnzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 12,9 ProzentDividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,8 ProzentAusschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 30,3 Prozent Quelle: AP
10. Platz: Software AGBranche: SoftwareAnzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 6,1 ProzentDividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,9 ProzentAusschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 22,4 Prozent Quelle: dpa
9. Platz: OHB SystemBranche: RaumfahrtAnzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,9 ProzentDividendenrendite 2014 (geschätzt): 2,9 ProzentAusschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 38,0 Prozent Quelle: dapd

Ähnlich offen agieren nur wenige Coupon-Champions, etwa die Jacobs Holding der gleichnamigen Kaffeedynastie oder Wolfgang und Michael Herz. Die beiden Brüder dokumentieren den Erfolg ihrer Anteile am Einzelhändler Tchibo oder an der Nivea-Mutter Beiersdorf auf der Internet-Seite ihrer Holding Maxinvest. Mit knapp 50 Millionen Euro Einnahmen beschließen die zwei die obere Hälfte der WirtschaftsWoche-Top-50.

Ihre Geschwister Günter und Daniela geben sich deutlich zugeknöpfter mit ihrer – angeblich nach einem der familieneigenen Rennpferde benannten – Mayfair-Holding. Die verwaltet im Palais Mayfair an der Hamburger Binnenalster Anteile etwa am norwegischen Zertifizierungskonzern DNV GL oder an den Vapiano-Restaurants.

Top 20: Dividendenkönige

Wie diese Herz-Hälfte verbirgt das Gros des deutschen Geldadels seine Einnahmen und deren Quellen nach Kräften. Denn anders als in Schweden, wo alle Besserverdiener Einkommen, Vermögen und die darauf gezahlten Steuern im Taxerings-kalender veröffentlichen müssen, muss in Deutschland kein Bürger seine Finanzen offenlegen. Zur Tarnung beliebt sind private oder gemeinnützige Stiftungen, anonyme Fonds oder Family Offices, die als Vermögensholdings fungieren und nicht selten fantasievolle Namen tragen.

Aktien-Adel verdient mehr

Wie das geht, zeigt die Industriedynastie Reimann, finanziell zu Kräften gekommen durch die ererbten Anteile am Putzmittelriesen Reckitt Benckiser (Sagrotan, Kukident, Durex Kondome). Ihre Mitglieder sind bereits 2006 nach Österreich, Italien und in die Schweiz ausgewandert und verlegten den Sitz ihrer Familienholding Joh. A. Benckiser (JAB) von Ludwigshafen laut Presseberichten nach Luxemburg.
Zu ihrem Imperium zählt rund ein Dutzend Beteiligungen vom Luxuskonzern Labelux (Hauptschuhmarke Jimmy Choo) bis zum Kosmetikhersteller Coty. Alle zusammen verdienten genug, damit sich die Reimanns im Frühjahr für angeblich acht Milliarden Euro das weltgrößte Kaffeeimperium zusammenkaufen konnten – aus den Kaffeehausketten Peet’s und Caribou sowie den Röstern DE Master Blenders (Senseo, Douwe Egberts) und Mondelez (Jacobs, Tassimo).

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