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Krypto-Comeback Die Bitcoin-Rally ist zurück

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„Der Krypto-Markt steckt noch in den Kinderschuhen“

Sind einer neuen Kursrally also keine Grenzen gesetzt? So einfach ist es nicht. „Der Krypto-Markt steckt noch in den Kinderschuhen“, argumentiert John Spallanzani, Portfoliomanager bei Miller Value Partners in Baltimore. „Schwache Währungen werden nun entlarvt, die starken Währungen werden gedeihen.“

Nicht gebannt ist die Gefahr einer staatlichen Überregulierung. Zwar ist die Angst vor einem globalen Verbot des Krypto-Handels in den Hintergrund getreten: Das entsprechende G20-Treffen in Buenos Aires blieb ohne relevante Ergebnisse, wichtige Aufsichtsbehörden haben ihre Kritik merkbar gedämpft. Und doch könnten vor allem die USA einzelne Kryptowährungen hart treffen. Im Fokus steht die US-Aufsicht SEC.

Diese hat vor kurzem einen Politikschwenk vollzogen und stuft nun immer mehr Tokens, die bei sogenannten virtuellen Börsengängen (ICOs) herausgegeben werden, als Wertpapiere („securities“) ein. Diese Klassifizierung zieht strenge Pflichten nach sich, Anbietern, die diese nicht erfüllen, droht die Illegalität.

Wie Länder gegen Bitcoin & Co. vorgehen
Frankfurter Skyline im Sonnenuntergang Quelle: dpa
SüdkoreaEin ursprünglich angedachtes Verbot des Handel mit Cyber-Währungen und die Schließung aller Handelsplattformen in Südkorea sorgte Mitte Januar für das erste Schlingern im Bitcoin-Kurs. Dem Finanzminister des Landes zufolge sind diese radikalen Schritte aber vom Tisch. Seit Ende Januar dürfen anonym geführte Bankkonten nicht mehr für den Handel mit virtuellen Devisen genutzt werden, die Kontrollen sollen verschärft werden. Quelle: dpa
Finanzdistrikt Shanghai Quelle: dpa
Krypto-Börse Coincheck Quelle: dpa
USADie US-Börsenaufsicht setzte den Handel mit den Aktien mehrerer Firmen, die von dem Hype um Bitcoin & Co. profitieren wollen, nach teilweise vierstelligen prozentualen Kurssprüngen zeitweise aus. Insidern zufolge besteht sie außerdem darauf, dass börsennotierte Fonds (ETFs) nur dann "Blockchain" im Namen tragen dürfen, wenn die Unternehmen, an denen die ETFs Anteile halten, einen signifikanten Anteil ihres Geschäfts mit dieser Technologie machen. Ein US-Bundesrichter stufte Kryptowährungen in einer Entscheidung als Handelsware ein. Damit folgte er der Einstufung durch die Derivateaufsicht CFTC, die Termingeschäfte mit Rohöl, Weizen & Co. kontrolliert. Quelle: dpa
SchweizICOs müssen je nach Verwendungszweck verschiedene Anforderungen erfüllen. Wird das Kapital als Zahlungsmittel eingesetzt, müssen die Gesetze zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung erfüllt werden. Entsprechen die Vermögenswerte Anteilen an Unternehmen, wird das ICO ähnlich wie etwa ein Börsengang behandelt. Quelle: dpa

Der Ex-Chef der US-Aufsichtsbehörde CFTC, Gary Gensler, fordert nun, dass die SEC nicht nur Tokens unter die Lupe nehmen sollte, sondern auch die großen Kryptowährungen. Viele Coins operierten außerhalb der US-Gesetze: „Die SEC muss Klarheit schaffen.“ Zwar wurden Bitcoins als Rohstoff eingestuft, analog zu Gold. Bei Ethereum und Ripple liege der Fall aber anders, erklärte Gensler am Montag.

Da diese Coins zentral herausgegeben würden, von den Unternehmen Ripple Labs und Ethereum Foundation, ähnelten sie eher Aktien. Sollte die SEC dieser Auffassung folgen und die Coins von Ethereum und Ripple tatsächlich als Wertpapier einstufen, wären die Konsequenzen für Anbieter, Börsenbetreiber und Anleger gravierend. Klar scheint nur eins: Die Kurse dürften wieder deutlich fallen – und Bitcoin und Co. mit in die Tiefe reißen.

Die große Krypto-Depression, sie wäre dann wieder da.

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