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Kryptowährung Anklage gegen drei Beschuldigte im Onecoin-Anlagebetrug

Vor wenigen Jahren tauchte eine europäische Kryptoversion namens Onecoin auf - und wurde für Anleger zum Alptraum. Nun rückt ein Strafprozess in greifbare Nähe.

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Die Staatsanwaltschaft Bielefeld habe eine Anklage gegen drei Beschuldigte eingereicht, die in einen Anlagebetrug verwickelt sein sollen. Quelle: dpa

Bei der Aufarbeitung des milliardenschweren Onecoin-Anlagebetrugs rückt ein erster Strafprozess in Deutschland in greifbare Nähe. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld habe eine Anklage gegen drei Beschuldigte eingereicht, teilte das Landgericht Münster mit. Ob die Anklage zugelassen wird, ist noch offen. Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet.

Onecoin war eine frei erfundene Kryptowährung einer Unternehmerin aus Bulgarien, die in Süddeutschland aufwuchs. Von 2015 an versprach sie rosige Aussichten für das Konkurrenzprodukt zum Bitcoin und sammelte viel Geld ein, laut US-Ermittlern sollen es insgesamt vier Milliarden US-Dollar (3,35 Mrd Euro) sein. Bei Auftritten vor großen Menschenmengen wurde sie als neue „Krypto-Queen“ bejubelt. 2017 tauchte sie unter.

Die im selben Jahr begonnenen Ermittlungen der Bielefelder Staatsanwaltschaft betrafen den Betrug, der sich in Deutschland abgespielt haben soll - es geht um Onecoin-Geschäftspartner hierzulande.

Zwei Personen wird vorgeworfen, Zahlungsdienste ohne Erlaubnis betrieben und mehr als 300 Millionen Euro von Anlegern unter anderem auf die Kaimaninseln überwiesen zu haben.

Einer weiteren Person legen die Ankläger vorsätzliche Geldwäsche und Mithilfe bei den Auslandsüberweisungen zur Last. Dabei soll der Beschuldigte billigend in Kauf genommen haben, dass das angebliche Kryptogeld im Zentrum eines gewerbsmäßigen Betrugs gestanden habe.

Der Anwalt des dritten Beschuldigten teilte mit, er werde die Nichteröffnung des Hauptverfahrens mangels hinreichenden Tatverdachts beantragen. Die Gesetzeslage sei anfällig für Irrtümer und komplex, dies dürfe nicht zulasten seines Mandanten gehen, sagte Anwalt Michael Heuchemer.

Sein Mandant habe bei Onecoin erst mitgemacht, „nachdem das Konzept bereits mehr als anderthalb Jahre etabliert war; er glaubte genauso wie damals maßgebliche Teile der Finanzwelt an die Seriosität des Unterfangens“. Seine Kontakte habe er recht schnell wieder eingestellt.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte 2017 Konten sperren lassen, die in Deutschland für Onecoin-Transaktionen genutzt worden waren. Insgesamt hatte ein für Onecoin tätiges Finanzinstitut laut Bafin zwischen Dezember 2015 und Dezember 2016 rund 360 Millionen Euro angenommen. Als die Konten gesperrt wurden, waren noch 29 Millionen Euro darauf.

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