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Kryptowährungen Börse Stuttgart startet Bitcoin-Handel per App

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Ambitionierte Pläne

Die Blocknox GmbH wurde von der Börse Stuttgart eigens als neue Unternehmenstochter etabliert, um die Münzen der Bison-Nutzer zu verwahren. Mit welchen Dienstleistern sie dafür zusammenarbeitet, will Spankowski nicht verraten. „Sicherheit geht vor.“

So müssen sich die Krypto-Investoren jedoch nicht selber darum kümmern, wie sie ihre Bitcoins speichern. Dies ist oft die größte Hürde für Neueinsteiger in der Kryptowelt, weil die Verwahrung sonst den sicheren Umgang mit Wallets, Private Keys und den Kontonummern in der Blockchain der jeweiligen Kryptowährung erfordert.

Man stehe auch im Austausch mit Versicherern, die perspektivisch Kundenansprüche übernehmen könnten, sollte es zu einem Hackerangriff auf die verwahrten Kryptowährungen  der Bison-App kommen, sagt Spankowski.

Denn während die Bitcoin-Blockchain sich weiterhin als angriffsresistent erweist, waren es stets Handelsplätze, auf denen Hackern es gelang, Kundeneinlagen zu entwenden. Spankowski versucht zu beruhigen: Alleine, die hohen Sicherheitsanforderungen umzusetzen, hätte die App-Entwickler zwei Monate länger beschäftigt als geplant.

Doch bei einer Trading-App auf dem Smartphone genügt es schon, das eigene Telefon zu verlieren – und der Zugriff auf das Krypto-Depot ist futsch. Wie bei jeder anderen Bitcoin-Geldbörse auf dem Smartphone auch. (Sofern sich die Nutzer keine Sicherheitswörter zur Wiederherstellung notiert haben.)

In so einem Fall könne das Bison-Support-Team helfen, sagt Spankowski.  Schließlich liegen die Kryptomünzen nicht direkt in der App des Smartphone-Nutzers.

Die Bison-App erlaubt es den Nutzern auch, ihre Münzen auf andere Krypto-Wallets zu übertragen. „Dafür fordern wir eine Zwei-Faktor-Autorisierung“, heißt es von Bison. Zunächst stößt der Nutzer mit seinem Passwort die Übertragung der Münzen in der App an. „Dann wird eine E-Mail mit einem Code verschickt, den der Nutzer in der App eingeben muss.“

Spankowski ist überzeugt, dass die App auf großes Interesse auf dem Markt treffen wird. Bis Ende 2019 will er die 100.000 Nutzer-Marke brechen. Möglich machen soll das nach dem Start in Deutschland auch die schnelle Expansion ins europäische Ausland.

Ein ambitionierter Plan, während die Branche gerade vom Krypto-Winter spricht: Weil die Währungen im vergangenen Jahr bis zu 90 Prozent an Wert verloren. Aktuell ist ein Bitcoin rund 3400 Dollar wert. Vor einem Jahr lag er noch bei rund 11.000 Dollar.

Doch Spankowski sieht es sogar als Vorteil, nicht zu Höchstkursen auf den Markt zu kommen: „Wären unsere Nutzer bei 20.000 Dollar pro Bitcoin eingestiegen und hätten gleich Geld verloren, wären sie womöglich von vornherein verunsichert.“

Außerdem zeige die eigene Marktforschung, dass weiter ein hohes Interesse an Kryptowährungen in Deutschland bestehe. Neben dem reinen Handel der Münzen könne künftig auch eine Bezahloption in die App integriert werden.

„Die Bison-App ist nur ein erster Schritt in der Digitalstrategie der Gruppe Börse Stuttgart“, sagt Spankowski. Künftig wolle man grundsätzlich neu denken, wie Vermögensanlagen digitalisiert werden können. Bitcoin und Co. sind der Testballon. Eine ICO-Plattform für Unternehmensbeteiligungen über die Blockchain soll folgen, sagt Spankowski, samt eines Handelsplatzes für diese digitalen Assets.

Bislang beackerten vor allem Start-ups den Markt für Kryptowährungen mit ihren digitalen Angeboten. Mit der Bison-App und der Börse Stuttgart hat sich nun ein gewichtiger Konkurrent auf dem deutschen Markt etabliert.

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