Kuka Roboter Dreiecksbeziehung bei Kuka

Der Hausgerätehersteller Midea will den Roboterhersteller Kuka dominieren. Die anderen Großaktionäre müssten dafür allerdings kooperieren.

Die chinesische Midea-Gruppe will größter Anteilseigner beim Roboterhersteller Kuka werden. Quelle: dpa

Paul Fang, Chef des chinesischen Hausgeräteherstellers Midea, präsentierte sich als freundlicher Investor. Größere Veränderungen seien bei Kuka nicht geplant, ließ Fang wissen, nachdem er am Mittwoch ein Übernahmeangebot für den Roboterhersteller ankündigte. Kuka solle weiter unabhängig von Augsburg aus agieren. Manager wie Beschäftigte sollen ihre Jobs behalten, teilten die Chinesen mit.

Midea wolle lediglich helfen, den Marktanteil von Kuka in China auszubauen und als größter Aktionär dann an den Profiten partizipieren. Ob Midea seine Pläne wie gewünscht umsetzen kann, hängt davon ab, wie sich die anderen Anteilseigner nun positionieren. 

Der Roboterhersteller aus Augsburg hat insgesamt drei Großaktionäre. Rund 25 Prozent der Aktien besitzt aktuell der Maschinenbauer Voith. Er hält damit eine Sperrminorität und könnte wesentliche Änderungen der Kuka-Strategie torpedieren. Das wäre etwa dann erwartbar, wenn Mideas Pläne mit Kuka denen von Voith zuwiderlaufen.

Übernahmen chinesischer Firmen in Deutschland

Zehn Prozent gehören einem Unternehmen des  hessischen Milliardärs Friedhelm Loh. Voith-Chef Hubert Lienhard und auch Loh sitzen im Kuka-Aufsichtsrat und können hier auf die Kuka-Geschäfte Einfluss ausüben. Insidern zufolge hätten sie hier bislang noch nicht erkennen lassen, ob sie selbst eine strategische Allianz mit Kuka anstreben. Zumindest im Fall von Voith scheint dies jedoch wahrscheinlich. Im Umfeld des Unternehmens heißt es, der Papiermaschinenhersteller habe "großes Interesse an einer Zusammenarbeit" mit Kuka, weil er gerne mehr Hightech hätte. Ein Viertel der Kuka-Aktien sollten nur der Anfang sein. 

Doch weitere Zukäufe dürften für Voith kaum sinnvoll sein, weil die Heidenheimer dafür aktuell sehr viel Geld investieren müsste. Midea hatte den Kuka-Kurs durch seine Aktienkäufe in den vergangenen Monaten schon ordentlich in die Höhe getrieben und hat nun noch einmal eines drauf gesetzt: 115 Euro bieten sie den Investoren für eine Aktie  – das sind 30 Prozent mehr als die Aktie vor der Offerte  an der Börse kostete.

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