WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Logistikkonzern Ceva will mit Börsengang Schulden tilgen

Am 4. Mai will der Logistikkonzern an die Schweizer Börse gehen. Das Unternehmen will so 1,2 Milliarden Franken einnehmen.

CEO Xavier Urbain und CFO Peter Waller erklären den geplanten Börsengang. Quelle: Reuters

ZürichIn der Schweiz läuft der bisher größte Börsengang des Jahres an. Der Logistikkonzern Ceva will am 4. Mai an die Schweizer Börse SIX gehen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Mit dem angepeilten Erlös von brutto 1,2 Milliarden Franken will die gegenwärtig vom Finanzinvestor Apollo kontrollierte Gesellschaft vor allem die hohen Schulden abbauen und damit neue Aufträge ergattern. „Gegenwärtig hemmen uns die Schulden“, erklärte Finanzchef Peter Waller auf einer Pressekonferenz. „Wir werden zu gewissen Ausschreibungen erst gar nicht eingeladen.“ Das Unternehmen mit über 56.000 Mitarbeitern zählt bereits Ikea, Amazon oder Volkswagen zu seinen Kunden.

Als Güterspediteur und Betreiber von Lagerhäusern ist Ceva in ähnlichen Bereichen wie Kühne+Nagel, Panalpina oder die Deutsche Post tätig. Die Schweizer Firma hat eine jahrelangen Sanierung einschließlich einer Umwandlung von Schulden in Eigenkapital und eines Managementwechsels hinter sich. 2017 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Umsatz von sieben Milliarden Dollar einen Verlust von 197 Millionen Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) steigerte die Firma auf 280 Millionen Dollar. Hohen Zinskosten belasteten weiterhin das Ergebnis.

Im Rahmen des von den Banken Credit Suisse und Morgan Stanley organisierten Börsengangs werden den Anlegern Aktien in einer Spanne von zwischen 27,50 und 52,50 Franken angeboten. Damit kommt das Unternehmen auf einen Börsenwert von bis zu 1,8 Milliarden Franken. Gemessen am operativen Ergebnis des ebenfalls an der SIX gelisteten Kühne+Nagel wird Ceva rund ein Drittel tiefer bewertet als der größere Rivale.

Ein Anleger erklärte, am unteren Ende der Spanne sei der Preis angesichts des Abschlags zu anderen Branchenvertretern attraktiv. Eine mit der Transaktion vertraute Person sagte, nach den kürzlich geplatzten Börsengängen von Gategroup und Swissport an der SIX sowie Varo Energy in Amsterdam seien die Investoren verunsichert. Die Firmen machten die schwankenden Finanzmärkte für das Scheitern verantwortlich. „Mit der breiten Preisspanne wird den volatilen Märkten Tribut gezollt“, erklärte ein zweiter Experte mit Blick auf Ceva.

„Nicht unbedingt“, sagte dazu Finanzchef Waller. Ein Sprecher erklärte, die breite Spanne sei eine rechnerische Folge der hohen Verschuldung des Unternehmens. Im Rahmen des Börsengangs will die französische Containerschifffahrts-Firma CMA-CGM bei Ceva einsteigen und sich rund ein Viertel der Anteile sichern. Der Rest der Anteile verteilt sich nach dem Börsengang auf die Altaktionäre, zu denen neben Apollo auch die Vermögensverwalter Franklin Templeton und Capital Group gehören, sowie die neuen Publikumsaktionäre.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%