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London 2012 Wie die Börse von Olympia profitiert

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Nicht alle Sportartikelhersteller überzeugen

Puma Quelle: dpa

Weniger gut fällt die Bewertung von Konkurrent Puma aus: acht Mal „Kaufen“, 16 Mal „Halten“ und fünf Mal „Verkaufen“. Neutral urteilten zuletzt unter anderem die Deutsch Bank (Kursziel: 225 Euro) und Equinet (250 Euro). Bei einem aktuellen Kurs von 210 Euro lockt damit aber immer noch ein sattes Kursplus. Dass mit Blick auf die Puma-Aktie keine rechter Optimismus aufkommen will, hat einen Grund: Der Konzern wird ausgerechnet im Sportjahr 2012 seine Ziele verpassen. Nur wenige Wochen nach dem Schlusspfiff der EM sorgt die Nummer drei in der Branche für eine böse Überraschung. Der Gewinn werde 2012 deutlich hinter die 230,1 Millionen Euro aus dem Vorjahr zurückfallen, teilte Puma vergangene Woche überraschend mit. Grund dafür ist, dass Puma nach einem schlechten Jahresbeginn sein Sparprogramm für die Kehrtwende nun beschleunigt und ausbaut und dafür 2012 einmalig bis zu 100 Millionen Euro aufwenden will. Auch der Umsatz werde nicht mehr so stark wachsen wie gedacht.

Grund ist das schwache Geschäft in Europa - in der Krise sitzt vielen Verbrauchern das Geld nicht mehr so locker. Experten sehen aber auch hausgemachte Probleme. Puma habe zu wenige Innovationen auf den Markt gebracht, kritisiert Analyst Andreas Riemann von der Commerzbank. Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse ergänzt: „Puma hat immer sehr auf die Modeschiene gesetzt und ist damit auch lange Zeit gut gefahren.“ Doch darüber sei der eigentliche Kern der Marke – der Sport – vernachlässigt worden.

Deutsche Fahnenträger seit der Wiedervereinigung

Das sieht selbst Puma so. Der Vorstandsvorsitzende Franz Koch hatte bereits im Februar eingeräumt: „Es ist uns nicht verborgen geblieben, dass Puma schon mal ‚heißere‘ Tage hatte“. Um das zu ändern, will Koch die Wurzeln des Unternehmens im Sport besser pflegen und wieder stärker zwischen funktionalen Sportprodukten sowie modischer Kleidung und Schuhen unterscheiden. Analysten muss er von dieser neuen alten Strategie aber erst noch überzeugen.

Börse



Das sieht es bei US-Konkurrent Nike deutlich besser aus: Bloomberg zählt 13 Kaufempfehlungen und elf neutrale Bewertungen. Den Daumen hat in den vergangenen zwölf Monaten kein Analyst gesenkt. Und das, obwohl Nike mit den jüngsten Quartalszahlen enttäuschte. Der Sportartikelhersteller musste wegen gestiegener Kosten im vierten Geschäftsquartal erstmals seit 2009 einen Gewinnrückgang hinnehmen und verfehlte die Analystenschätzungen deutlich.

Mit Material von Reuters und dpa.

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