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Maik Käbisch "Jetzt kommt die Gier"

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"Es herrscht zu viel Sorglosigkeit"

Dax in Rekordlaune

Herrscht zu viel Sorglosigkeit?

Ja. Die Märkte schwanken nur wenig, die Volatilität ist ziemlich weit unten. Vermögensverwaltung ist auch das Managen von Angst und Gier, und ich habe den Eindruck, bei einigen kommt die Gier jetzt auf. Zum Jahresanfang sagte jeder noch, er sei froh, wenn er sein Vermögen erhalte. Jetzt sehen wir in vielen Portfolien wieder Strukturen, wie sie vor der Finanzkrise beliebt waren - angeblich sichere zehn Prozent Zins etwa, aber dafür 50 Prozent Verlustrisiko, wenn die Kurse fallen. Bei Aktien selbst sind die Umsätze übrigens extrem niedrig.

Das bedeutet?

Nur wenige sehen einen Grund, jetzt noch zuzukaufen. Und wenn die Börse einbricht, dürfte es rasant schnell nach unten gehen.

Sind Aktien teuer?

In Arbeit
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Historisch schon. Bei der Bewertung würde ich aber nicht nur auf vergangene Kurs-Gewinn-Verhältnisse schauen, sondern auch einen aktuellen Vergleich zu anderen Vermögensklassen ziehen. Und verglichen mit Anleihen und Immobilien aber auch mit exotischen Anlagen wie Oldtimern oder Wein, sind Aktien nach wie vor billig. Bundesanleihen haben ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 50, und dass sich Spanien oder Italien auf Dauer über Staatsanleihen so günstig refinanzieren können wie beispielsweise die USA, glaube ich auch nicht. Jedenfalls hätte das nichts mit dem realen Umfeld zu tun. Am Rentenmarkt stehen uns sicher noch sehr schwierige Zeiten bevor.

Also brauchen Anleger auf längere Sicht Aktien?

Absolut. Das Idealszenario wäre ein Kursrückschlag über den Sommer und der Wiedereinstieg zu günstigeren Kursen im Herbst. In den nächsten zwei, drei Jahren sind dann durchaus noch zweistellige Kurszuwächse drin.

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