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Minenkooperation Rio Tinto und BHP graben gemeinsam nach Kupfer

Kupfer ist heiß begehrt, die Preise für den Rohstoff gehen durch die Decke. Grund genug für Kupferdiebe, der deutschen Bahn die Kabel zu klauen und für Bergbaukonzerne, die Fördermenge zu erhöhen.

Rohstoffkonzerne an der Börse
Mine von Vale Quelle: Presse
Mine von Rio Tinto Quelle: rtr
Mine von BHP Billiton Quelle: Presse
Mine von Anglo American Quelle: rtr
Silberbarren von Glemncore Quelle: rtr
Chinesischer Minenarbeiter Quelle: rtr

Seit rund vier Jahren schießt der Kupferpreis nahezu unaufhaltsam nach oben. 2008 kostete die Tonne Kupfer noch um die 4000 Dollar, derzeit steht der Preis bei 8.500 Dollar pro Tonne. Experten gehen davon aus, dass es bis Ende 2012 noch um weitere 1000 Dollar aufwärts geht. Dementsprechend gut geht es Unternehmen, die Kupfer verarbeiten. So präsentierte beispielsweise der Hamburger Konzern Aurubis bombastische Zahlen. Europas größter Kupferproduzent hatte im ersten Geschäftsquartal einen operativen Gewinn von 86 Millionen Euro bei einem Umsatz von 3,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Allerdings rechnet das Unternehmen nicht damit, dass es auch genauso weiter geht. Das Ergebnis aus den Monaten Oktober bis Dezember werde sich so wohl nicht fortsetzen, teilte Aurubis mit. Zufriedenstellend soll 2012 ausfallen, aber wohl nicht überraschend gut. Dabei ist das Material heiß begehrt: Kupfer steckt in jedem Kabel, in jedem Haus und in jedem Auto. Insbesondere die Nachfrage der Schwellenländer boomt. Je besser sich die Länder entwickeln, je mehr sie bauen und produzieren, desto mehr Kupfer brauchen sie – das treibt den Preis. 2011 stieg der sogar auf über 10.000 Dollar pro Tonne an – China sei Dank. Kupfer gilt deshalb auch als Wirtschaftsbarometer.

Bei Dieben beliebt

Entwicklung des Kupferpreis

Außer den Chinesen sind auch Rohstoffdiebe sehr interessiert. So beklagt beispielsweise die Deutsche Bahn steigende Diebstahlzahlen: Je höher der Preis für das Metall, desto mehr Diebstähle gibt es. Allein im ersten Halbjahr 2011 gab es einen Anstieg von 50 Prozent. Organisierte Banden nahmen Material im Wert von mehr als zehn Millionen Euro mit. Dementsprechend gab es im vergangenen Jahr rohstoffdiebstahlbedingt 8000 Verspätungen. Wird das Kupfer aus den Kabeln entfernt, entfällt auch das Signal und die strecke wird so lange gesperrt, bis das Kabel wieder repariert ist. Das Phänomen tritt europaweit auf – und europaweit versuchen die Bahngesellschaften dem mit Kameraüberwachung wieder Herr zu werden.

Vielleicht hilft ihnen ja die jüngste Kooperation zweier Großkonzerne, die den Kupferpreis drücken könnte. Die Rohstoffriesen BHP Billiton und Rio Tinto wollen gemeinsam die Kupfermine Escondida in Chile ausbauen. Mit einer jährlichen Fördermenge von rund 990.000 Tonnen ist sie die größte Kupfermine der Welt. Rund acht Prozent des Rohstoffes, der weltweit verbaut wird, kommen aus Chile.

Rio Tinto hält derzeit rund ein Drittel der Anteile, BHP Billiton ist mit 57,5 Prozent Mehrheitseigner. Weltweit hat die BHP Billiton Group Australia einen Marktanteil von 7,10 Prozent, direkt dahinter kommt Rio Tinto mit 4,76 Prozent.

Kooperation für vier Milliarden Dollar

Kupferplatten in der Mine Escondida Quelle: REUTERS

Beide wollen nun vier Milliarden Dollar in die Mine investieren und die Förderung bis 2015 auf 1,3 Millionen Tonnen ausbauen. „Escondida hat ausreichend Reserven, um die derzeitige Förderung über ein Jahrhundert lang aufrechtzuerhalten“, sagte BHP-Metallchef Peter Beaven. 2,6 Milliarden will BHP Billiton in das Projekt stecken, weitere 1,4 Milliarden kommen von Rio Tinto. Ende Februar 2012 sollen die Arbeiten beginnen. Mit deren Ende rechnen die Konzerne bis Juni 2015.

Über den Ausbau der Escondida hinaus wollen die Rohstoffriesen insgesamt 630 Millionen Dollar in ein Mineral-Bearbeitungs-System investieren, mit dem Edelmetalle aus dem Erz extrahiert werden können. Auch hierbei wird BHP Billiton den Großteil der Finanzierung beisteuern. Außerdem nimmt der australisch-britische Konzern BHP noch mal rund 200 Millionen Dollar in die Hand, um eine kleinere Mine in Arizona zu reaktivieren. Die Pinto Valley Mine ist 1998 geschlossen worden, um eine Pleite von BHP abzuwenden. Der Konzern erwartet, aus der Mine jährlich rund 60.000 Tonnen Kupferkonzentrate zu fördern. Neben Kupfer wird in Arizona auch Molybdän abgebaut.

In Arbeit
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Insgesamt plant BHP, in den nächsten drei Jahren rund 80 Milliarden Dollar in solche und andere Wachstumsprogramme zu investieren. Wie der Preis auf die steigende Kupfermenge am Markt reagiert, wird sich dann zeigen. Vielleicht hat die Deutsche Bahn ja Glück und ihre Leitungen geraten mit fallenden Preisen auch wieder aus dem Fokus der Rohstoffdiebe.

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