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Mr. Market

Worauf es beim Kauf einer Aktie wirklich ankommt

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Permanenter Wettbewerb

Die Teilnehmer des Roundtable
Thomas Mayer Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche
Andrew Bosomworth Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche
Klaus Kaldemorgen Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche
Johannes Lörper Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche
Bert Flossbach Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche

Komischerweise lässt dieser Gedankengang unseren Glauben an die eben gekaufte Aktie oft schnell ins Wanken kommen. Was, wenn es wirklich George Soros war und mit solchen Veröffentlichungen nur die Schafe zur Schlachtung getrieben werden sollen? Wenn der Artikel schon nicht mehr aktuell war? Was, wenn Sie der „Dumme“ sind, der zu spät auf eine schon längst ausgelutschte Story aufspringt?

Das sind alles gute und kluge Fragen, die wir uns aber besser vor dem Kauf gestellt hätten. Denn am Ende ist die Börse ein permanenter Wettbewerb von abertausenden klugen Köpfen und kalter Computerintelligenz um die Frage, wer in diesem Moment die bessere Entscheidung trifft. Und bei einer Transaktion kann nur einer wirklich Recht haben, entweder der Verkäufer, der zu einem optimalen Preis verkauft hat oder der Käufer, der zu einem optimalen Preis eingestiegen ist. Die Zukunft zeigt, wer in diesem Wettbewerb obsiegt.

Und wenn es ein Wettbewerb ist - eine Veranstaltung eben, bei der die „Gegner“ auf der anderen Seite der Transaktion sitzen - dann ist es von zentraler Bedeutung, dass wir uns einen Wettbewerbsvorteil erarbeitet haben. Diesen Wettbewerbsvorteil, den der berühmte Schwimmer Michael Groß mit seinem riesigen Arm-Hebel hatte, den eine Steffi Graf mit ihrer unnachahmlichen Disziplin und Konzentration hatte und den ein Lance Armstrong sich illegal durch Doping verschafft hat.

"Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet"
Mohamed El-Erian, Chef und Co-CIO bei Pimco „Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer) Quelle: rtr
Laurence Fink, Blackrock-Chef„Ich wäre nicht überrascht, wenn die Börse fünf Prozent verlieren würde.“ Quelle: rtr
Jim O'Neill, Ökonom„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ ( 18.03.2013) Quelle: dpa
Bill Gross, Bondguru bei Pimco„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013) Quelle: dapd
Nouriel Roubini, Ökonom„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013) Quelle: rtr
Warren Buffett, Investor„Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge.“ (01.03.2012) Quelle: dpa
Steen Jakobsen, Chef-Ökonom Saxo Bank„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2103) Quelle: Presse

Ohne diesen Wettbewerbsvorteil kann man im Sport nicht aufs Treppchen kommen. Das wissen wir genau. Warum glauben wir dann, an der Börse könnte man den Markt schlagen, ohne so einen Wettbewerbsvorteil zu haben? Denn der Markt ist ja nichts weiter als die Summe aller Handlungen aller Marktteilnehmer, also sozusagen das durchschnittliche Handeln aller Menschen und Computer, die sich am Markt tummeln.

Wenn wir den Markt schlagen wollen, müssen wir also besser und klüger sein als der Durchschnitt der Marktteilnehmer. Und da die privaten Anleger im Markt nur eine Minderheit darstellen, müssen wir also im Mittel unserer Handlungen klüger sein als die Manager, Algorithmus und und vielleicht auch mal als George Soros.

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