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MS Deutschland nach der Insolvenz Gläubiger beraten über die Zukunft des „Traumschiffs“

Ende Oktober war es offiziell: Die Beteiligungsgesellschaft der MS Deutschland ist pleite. Jetzt berät die Gläubigerversammlung, wie es mit dem ZDF-„Traumschiff“ weitergeht. Verzichten Anleihegeber auf ihre Forderungen?

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Wie geht es weiter mit der MS „Deutschland“? Dem „Traumschiff“ droht der Verkauf, ob eine ab 18. Dezember geplante Weltreise starten kann, ist völlig unklar. Quelle: dpa

Düsseldorf Wie geht es weiter mit der MS „Deutschland“? Darüber wollen an diesem Mittwoch die Anleihegeber bei einer Gläubigerversammlung in München beraten. Die MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft mbH, der das als ZDF-„Traumschiff“ bekanntgewordene Kreuzfahrtschiff gehört, hat rund 56 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Davon sind nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters 50 Millionen Euro Anleiheschulden.

Vergangenen Montag hatte das Amtsgericht Eutin das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Zunächst wollen die Anleihegeber einen gemeinsamen Vertreter wählen, der die Interessen der Gläubiger im anstehenden Restrukturierungsprozess vertritt. Als Gläubigervertreter stehen bislang der auf Kapitalanlagerecht spezialisierte Rechtsanwalt Klaus Nieding und Stefan Ulrich von der Unternehmensberatung STU Management Partners zur Wahl.

Der Gläubigervertreter soll umfangreiche Entscheidungsbefugnisse erhalten. So soll er unter anderem stellvertretend für die mehreren hundert Anleihegeber einem Verzicht auf erstrangige Hypothekenforderungen zustimmen können. Für diese Ermächtigung müssen jedoch mindestens 50 Prozent der Anleihegläubiger anwesend sein. Durch den Verzicht auf die Hypothekenforderungen könnte nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters bei einem Verkauf des Schiffs ein besserer Preis erzielt werden.

Im September hatte die Agentur Feri EuroRating Services das Emissionsrating der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft von „B-“ auf „CC“ herabgestuft, weil sich in den Augen der Ratingagentur die „Risiken für eine nicht ordnungsgemäße Bedienung und Tilgung der Anleihe“ weiter erhöht hatten.

Im Rahmen einer Gläubigerversammlung am 8. Oktober 2014 hatte das Management einen gemeinsamen Vertreter ernennen wollen, der einer Zinsstundung und einem Verzicht auf Kündigung zustimmen sollte. Doch weil nicht genug Gläubiger erschienen, war die Versammlung nicht beschlussfähig gewesen.

Die resultierende Insolvenz wollte das Unternehmen zunächst in Eigenregie abwickeln. Der ursprünglich mit der Sanierung beauftragte Geschäftsführer Wolfram Günther hatte den Antrag auf Eigenverwaltung dann allerdings zurückgezogen. Ein vorläufiges Insolvenzverfahren ermögliche schnellere Entscheidungen, kommentierte eine Unternehmenssprecherin damals den Schritt.

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