Nach der Pleite Argentinien verkauft neuen Volks-Bond

Die internationalen Finanzmärkte sind für Argentinien tabu, solange der Streit mit den Hedgefonds nicht beigelegt ist. Deshalb verschuldet sich das Land jetzt beim Volk.

Argentinien leiht sich Geld beim Volk Quelle: dpa

Wie finanziert sich ein Land, wenn das Ausland als Geldgeber ausfällt? Argentinien will das Problem offenbar mit Hilfe der heimischen Anleger lösen. Das südamerikanische Land teilte am Donnerstag mit, Anleihen im Wert von fast 654 Millionen US-Dollar platziert zu haben. Das berichtete das "Wall Street Journal Deutschland".

Demnach sollen die 40 Monate laufenden Anleihen einen Kupon von 2,4 Prozent haben. Vor einigen Wochen hatten die Argentinier schon einmal einen Bond begeben, damals musste sie allerdings nur einen Zins von 1,75 Prozent bieten.

Am internationalen Kapitalmarkt darf Argentinien sich erst wieder finanzieren, wenn das Land den Streit mit den Hedgefonds beigelegt hat. Der Konflikt geht auf die Staatspleite Argentiniens im Jahr 2002 zurück. Während sich die Regierung in den Folgejahren mit den meisten Gläubigern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen einigte, kauften die Hedgefonds Schuldtitel mit einen hohen Abschlag und fordern nun die volle Summe.

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Dies lehnt Argentinien ab. Ein US-Gericht hatte angeordnet, dass Inhaber restrukturierter Anleihen nur dann ausgezahlt werden dürfen, wenn die Regierung auch die Fonds bedient. Ende Juli trat deswegen ein Zahlungsausfall ein. Offenbar hatten die Hedgefonds keine Versicherungen abgeschlossen, um sich gegen einen Kreditausfall des Landes schützen.

Beobachter rechnen offenbar erst Anfang nächsten Jahres mit einer Einigung zwischen Argentinien und den Fonds. Bis dahin muss das Land entweder Geld drucken oder heimische Anleger anpumpen. Ökonomen halten die Volks-Bonds für die bessere Lösung, da durch das Gelddrucken die Inflationsraten zu stark steigen könnten.

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